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Der freie Wille - Determinismus - Indeterminismus
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 25 Zeilen
- Der freie Wille. Das ist Lilli. Beim Frühstück steht sie vor der schwierigen Entscheidung, ob sie gesundes Obst essen soll oder doch
- lieber einen leckeren Schokoriegel. Sie entscheidet sich für den Riegel. Sie beginnt zu grübeln. Hätte sie sich in dieser Situation auch anders entscheiden
- können oder stand diese Entscheidung bereits vorher fest und Lilly wusste es noch nicht? Ist sie in ihrer Entscheidung überhaupt wirklich frei?
- Hat sie einen freien Willen? Die Vorstellung des freien Willens spielt für den Menschen und unsere Gesellschaft eine zentrale Rolle. Wir
- gehen davon aus, dass der Mensch Kraft seines Willens sein Handeln auch aktiv steuern kann. Aber wir wissen auch, dass wir ständig bestimmten Einflüssen
- unterliegen. Aus irgendeinem Grund hatte Lilli beim Frühstück einfach mehr Lust auf etwas Süßes. Viel mehr noch. Die Gesetze der Physik
- zeigen uns, dass es kein Ereignis ohne Ursache geben kann. Das heißt, dass aber doch auch unsere Entscheidungen durch bestimmte Ursachen beeinflusst werden
- müssen. Und diese Ursachen müssen wiederum eigene Ursachen haben. Dieses Konstrukt von Verkettung von kausalverbundenen Ereignissen bezeichnet
- man als Kausalkette. Ob der Mensch über einen freien Willen verfügt, ist ein zentraler Aspekt der Ethik und Anthropologie. Dies führt uns
- zu zwei philosophischen Positionen, den Determinismus und den Indeterminismus. Der Determinismus geht davon aus, dass wir völlig äußeren Einflüssen
- unterliegen. Wir sind sozusagen in all unserem Tun determiniert, vorherbestimmt. Wir unterliegen als Mensch auch den Gesetzen der Physik und
- damit den Gesetzen der Kausalkette. Daraus folgt, dass wir keinen freien Willen haben. Freie Entscheidungen gibt es einfach nicht.
- Der Indeterminismus geht davon aus, dass wir keinen inneren oder äußeren zwingenden Einflüssen unterliegen, die unser Handeln bestimmen. Scheinbar gibt
- es also den freien Willen. Aber wie kann denn der Wille unser Handeln aktiv beeinflussen, wenn es laut Indeterminismus genau solche Einflüsse
- eigentlich gar nicht gibt? Also ist auch beim Inditerminismus kein freier Wille möglich. Der freie Wille ist eng mit dem Konzept
- der Verantwortung verbunden. Nur wenn ich eine Entscheidung frei treffen konnte, kann ich hierfür auch verantwortlich sein. Aber wie können wir
- einen Mörder beispielsweise für sein Handeln verantwortlich machen, wenn es doch scheinbar keinen freien Willen gibt und er sein Handeln nicht selbst
- beeinflussen konnte? Unser gesamtes gesellschaftliches System baut darauf auf, dass wir davon ausgehen, dass der Mensch einen freien
- Willen hat. Aber weder der Determinismus noch der Indeterminismus lassen einen freien Willen zu. Wie können wir dieses Dilemma lösen?
- Die Position des Kompatibilismus verbindet deterministische und indeterministische Elemente. Er gesteht zu, dass einige Handlungen von innen und
- außen beeinflusst, also determiniert und damit unfrei sind. Dies ermöglicht uns aber auch, dass der freie Wille wieder aktiv Einfluss auf das Handeln nehmen
- kann. Der freie Wille wird also wieder möglich. Aber hier gibt es ein ungelöstes Problem. Welche Handlungen sind denn nun
- genau determiniert und damit unfrei? Und welche Handlungen sind das Ergebnis unseres freien Willens? Diese Abgrenzung kann der Kompatibilismus derzeit nicht
- leisten. Mehr noch, es ist ein großer Streitpunkt, welcher Anteil des menschlichen Verhaltens durch z.B. biologische oder soziologische Einflüsse
- geprägt und damit determiniert sind und welcher Anteil noch in unseren eigenen Händen in unserem freien Willen liegt.
Zum Nachlesen
Freier WillePhilosophische Positionen · Bedingte und unbedingte Willensfreiheit · Vereinbarkeit von Determinismus und Willensfreiheit · Indeterminismus und Willensfreiheit.
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