Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Determinismus einfach erklärt! Grundlagen fürs Ethik/Philosophie Abitur!
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 54 Zeilen
- In diesem Video werde ich euch in das Themengebiet „Freiheit und Determination“ einführen. Falls ihr neu auf dem Kanal seid und euch für Philosophie interessiert, abonniert gerne den
- Kanal und aktiviert die Glocke. Auf diese Weise verpasst ihr kein Video mehr. Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Video. Bevor ich gleich inhaltlich loslege,
- will ich euch sagen, dass ich zum Thema „Determinismus“ eine Videoreihe plane. „Freiheit und Determination“ nimmt in der Ethik Oberstufe nämlich einen großen Teil
- ein. Deshalb will ich mit diesem Video erstmal auf die grundlegende Idee von Determinismus erklären und einige wichtige Begriffe dazu erläutern. Danach wird es noch mal einzelne Videos zum Thema
- „Determinismus“ in Psychologie, Sozialpsychologie, Soziologie, Neurobiologie, Physik und Philosophie geben. Es kommt also einiges auf euch zu. Ich würde vorschlagen, wir legen jetzt in
- diesem Video erstmal mit den Grundlagen los. Zu Beginn ein kleines Gedankenexperiment: Stellt euch einmal vor, ihr werft einen 6-Seitigen Würfel. In Stochastik habt ihr gelernt,
- dass jede Seite des Würfels eine Chance von 1/6 hat, oben zu liegen. Wenn ihr den Würfel jetzt 10.000-mal werft, werdet ihr feststellen, dass die Eins, die Zwei, die Drei und so weiter
- ziemlich gleich oft vorkommen. Die Annahme der Wahrscheinlichkeit von 1/6 bestätigt sich also. Wenn wir jetzt aber mal einen einzelnen Wurf genau betrachten und hier die Stärke des
- Wurfs kennen würden, die Raumtemperatur, die Oberflächeneigenschaften des Tisches auf dem der Würfel landet, die genaue Beschaffenheit des Würfels, den Abwurfwinkel beim Wurf und so weiter,
- dann könnten wir in der Theorie kurz nach Abwurf berechnen, auf welcher Seite der Würfel landen wird, noch bevor er wirklich landet. Das heißt, dass es genau genommen kein Zufall ist,
- auf welcher Seite der Würfel landen wird, sondern berechnet werden kann, wenn man eben alle nötigen genannten Eigenschaften kennt. Es macht natürlich in der Praxis trotzdem Sinn davon auszugehen,
- dass die Wahrscheinlich für jede Seite bei 1/6 liegt, weil es viel zu aufwendig wäre, immer für jeden Wurf zu berechnen, wo der Würfel landen wird, zumal man das Ergebnis ja auch sieht, bevor
- man nur ansatzweise mit der Rechnung fertig ist. Warum erzähle ich das jetzt alles? Letztendlich ist genau das nämlich die Idee hinter "Determinismus". Determinismus besagt
- nichts anderes, als dass alle Ereignisse auf der Welt durch eine Kausalkette vorherbestimmt sind. Genauso wie direkt nach Abwurf des Würfels schon festgelegt ist, auf welcher Seite er landen wird,
- ist auch alles andere in unserer Welt festgelegt (laut dem Determinismus). Das heißt nicht, dass wir Menschen in der Lage wären, alles vorherzusehen. Dass uns dazu die Kapazitäten
- fehlen, würde kein Anhänger des Determinismus bestreiten. Was sie vertreten, ist einfach nur, dass nichts auf der Welt zufällig geschieht. Alles befindet sich in Kausalketten und ist
- durch Kausalketten vorherbestimmt. Dass jemand beispielsweise einen bestimmten Beruf ergreift oder ein Verbrechen begeht, passiert nach dem Determinismus nicht zufällig,
- sondern es ist eine Folge von Naturgesetzen und von anderen Ereignissen, die vorher passiert sind. Betrachten wir letzteres genauer. Es gibt ja Naturgesetze, und auf die haben wir
- keinen Einfluss. Damit sind nicht scheinbare Naturgesetze gemeint, die Wissenschaftler vermeintlich entdeckt haben, sich aber hinterher als falsch herausgestellt haben.
- In dieser Videoreihe verstehen wir Naturgesetze als solche Gesetze, die tatsächlich in der Natur existieren. Beispielsweise die Schwerkraft ist so ein Naturgesetz. Die Schwerkraft legt unser
- Handeln gewissermaßen im Vorhinein fest, weil wir uns ihr nicht einfach so entziehen können. Niemand kann frei entscheiden, dass es die Schwerkraft nicht geben soll oder sie für ihn nicht mehr
- gilt. Und selbst wenn wir Schwerelosigkeit erzeugen, können wir das nur deshalb tun, weil es andere Naturgesetze gibt, die uns das erlauben. Also zusammengefasst: All unser Handeln
- ist auch durch Naturgesetze determiniert. Ich will damit nicht sagen, dass es nur die Naturgesetze sind, die unser Handeln determinieren. Aber die Naturgesetze legen einen bestimmten Rahmen fest,
- innerhalb dessen alle unsere Handlungen und alle Ereignisse in der Welt geschehen müssen. Kommen wir jetzt zu diesen Ereignissen. Es sind, wie schon gesagt, nicht nur die Naturgesetze,
- die unser Handeln festlegen. Auch die Ereignisse in der Welt, determinieren unser Handeln. Als „Ereignisse“ verstehe ich in dieser Videoreihe alles, was passiert und kein Naturgesetz ist. Also
- ein Ereignis ist sowohl, wenn eine Schneeflocke herunterfällt als auch wenn eine Person eine andere begrüßt. Alle Ereignisse befinden sich nach dem Determinismus in Kausalketten. Also
- weil A passiert ist, wird B passieren und darauf folgt dann C und so weiter. Also dass eine Person zum Beispiel einen bestimmten Beruf wählt, hat psychische, soziale, neurobiologische
- und so weiter Gründe, auf die dieses Ereignis zurückgeführt werden kann und dieses Ereignis, das sie eben einen bestimmten Beruf wählt, geschieht nach dem Determinismus deswegen nicht
- zufällig. Weil diese Kausalkette von Ereignissen schon lang vor unserer Geburt begonnen hat, können wir sie auch nicht mehr ändern, sondern sind Teil dieser Kausalkette.
- Im Kern sagt der Determinismus also, dass jede einzelne Handlung eines Menschen und jedes anderweite Ereignis auf der Welt bereits vorherbestimmt ist. Wichtig ist, dass der
- Determinismus nicht sagt, dass wir als Menschen alles vorhersehen können. Er sagt nur, dass, wenn es einen Supercomputer gäbe, der alle Details im Universum kennt, also alle Naturgesetze,
- alle Ereignisse, die passiert sind, die Position jedes Teilchens, dann könnte er genau berechnen, was in der Zukunft passieren wird. Das ist so die Grundidee von Determinismus. Nicht alle Anhänger
- des Determinismus würden diese Unterscheidung von Naturgesetzen und Ereignissen kaufen. Manche würden sagen, dass beides im Endeffekt dasselbe ist. Diese begriffliche Diskussion
- will ich hier aber nicht weiter ausführen. Wir können aber schon mal festhalten, dass Determinismus bedeutet, dass alle Ereignisse in der Welt durch Kausalketten vorherbestimmt sind.
- Die Gegenposition zum Determinismus nennt man „Indeterminismus“. Theoretiker, die sich im Lager der Indeterministen befinden, würden sagen, dass der Determinismus falsch ist
- und ein freier Wille durchaus möglich ist. Ich will in diesem ersten Video noch gar nicht so sehr darauf eingehen, ob mehr Gründe für oder gegen den Determinismus sprechen. Das mache ich
- dann in den kommenden Videos. Ich möchte jetzt erstmal zum nächsten Punkt kommen. Und zwar ist das die Unterscheidung zwischen „Handlungsfreiheit“ und
- „Willensfreiheit“. Diese Unterscheidung wird im Ethikunterricht oft getroffen. „Handlungsfreiheit“ bedeutet einfach, dass eine Person in ihren Handlungen frei ist. Also ich als deutscher
- Staatsbürger zum Beispiel kann wählen gehen, wenn ich möchte, oder ich kann‘s unterlassen. Ich habe in dieser Beziehung also Handlungsfreiheit. „Willensfreiheit“ auf der anderen Seite
- bezieht sich darauf, ob das, was ich will, von mir selbst bestimmt ist oder bereits festgelegt ist. Willensfreiheit habe ich also nicht, wenn mein Wollen determiniert
- ist. Also wenn mein Wählen-Gehen-Wollen durch eine Kausalkette festgelegt ist, dann habe ich keine Willensfreiheit. Dann würde ich nur wollen, was ich tue aber nicht tun,
- was ich will. Ich werde Willensfreiheit in dieser Videoreihe mit dem freien Willen synonym benutzen. Eine weitere Unterscheidung, die oft im Ethik Unterricht betont wird,
- ist negative versus Positive Freiheit. Kurzgesagt: Negative Freiheit ist eine Freiheit von etwas, also zum Beispiel von einer Krankheit. Und positive Freiheit ist eine Freiheit zu etwas,
- also zum Beispiel zum Wählen gehen. Nachdem das jetzt alles erklärt ist, will ich noch auf den Unterschied von „Kompatibilismus“ und „Inkompatiblismus“ eingehen.
- Die sogenannten „Kompatibilisten“ behaupten, dass Determinismus mit Willensfreiheit vereinbar, also kompatibel, ist. Beispielsweise könnte man das damit begründet, dass Determinismus
- eine Voraussetzung für einen freien Willen ist. Das hört sich jetzt erstmal sehr widersprüchlich an. Aber man kann sich jetzt mal fragen: wenn alles auf der Welt zufällig geschehen würde;
- also es keine Naturgesetze gäbe und alle Ereignisse willkürlich passieren, dann kann ich ja mit meiner Handlung keine erwartbaren Folgen herbeiführen. Also wenn ich zum Beispiel
- einen Stift fallen lasse und der Stift manchmal tatsächlich fällt, sich manchmal aber auflöst, manchmal in die Luft steigt und so weiter, dann wäre Willensfreiheit ja unnötig, weil ich sowieso
- nie wissen könnte, was passiert, wenn ich eine Handlung ausführe, weil eben alles zufällig geschieht. Dass manche Dinge also festgelegt sind, ist wichtig, damit ich mit meiner Handlung
- erwartbare Folgen herbeiführen kann. Was aber ein wenig seltsam an der Position der Kompatibilisten zu sein scheint, ist, dass der Determinismus ja aber sagt, dass alle Ereignisse kausal festgelegt
- sind. Ein freier Wille scheint damit begrifflich nicht vereinbar zu sein. Letzteres behaupten die Inkompatibilisten. Sie sagen eben, dass der Determinismus und Willensfreiheit miteinander
- nicht vereinbar, also inkompatibel, sind. Jetzt habe ich euch einen groben Überblick über das Themenfeld „Freiheit und Determination“ gegeben. Im nächsten Video der Serie werde ich
- mich mit Determinismus aus psychologischer Sicht beschäftigen. Wenn euch dieses Video gefallen hat, lasst gerne einen Like da. Und klick gerne auf dieses Video, wenn ihr euch für Determinismus
- aus psychologischer Sicht interessiert. Ich wünsche euch viel Spaß damit, bis gleich!
Zum Nachlesen
DeterminismusDer Determinismus (von lateinisch determinare ‚festlegen', ‚Grenzen setzen', ‚begrenzen') ist die Auffassung, dass alle – insbesondere auch zukünftige …
Freier WillePhilosophische Positionen · Bedingte und unbedingte Willensfreiheit · Vereinbarkeit von Determinismus und Willensfreiheit · Indeterminismus und Willensfreiheit.
EthikEin aussichtsreiches Beispiel für eine nachpositivistische Ethik ist die am Kriterium des zwangfreien Konsenses orientierte Diskursethik. Mit der …