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Metrum bestimmen | einfach erklärt

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Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
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  1. Das Metrum ist dir einziges Rätsel? In unserem Video erklären wir dir, was das Metrum ist und wie du es in Gedichten
  2. bestimmen kannst. Das Metrum eines Gedichts ist im Prinzip nichts anderes als das Versmaß.
  3. Neben dem Reimschema Kadenz und der Gedichtform ist es ein wichtiges Merkmal von Gedichten. Unter dem Metrum
  4. verstehst du eine festgelegte Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben im Vers.
  5. Das Metrum und damit auch die Betonung beeinflusst also die Struktur, den Rhythmus und die Stimmung des Gedichts.
  6. In der Metrik dreht sich alles um die Silben im Vers. Eine Silbe besteht aus einem oder mehreren Lauten, die zusammen
  7. ausgesprochen eine Einheit bilden. Das Wort Gedicht besteht beispielsweise aus den zwei Silben G und Dicht. Um zu
  8. erkennen, welche Silbe betont und welche unbetont ist, kannst du das Gedicht erst einmal übertrieben deutlich vorlesen.
  9. Dabei sprichst du automatisch die Hebungen, also die betonten Silben, lauter aus als die Senkungen, die
  10. unbetonten Silben. Beim Wort Gedicht ist dann die erste Silbe unbetont und die zweite betont.
  11. Wenn du das Metrum bestimmen willst, trennst du erst einmal alle Silben im Gedicht durch einen Längstrich
  12. voneinander. Dann markierst du dir die betonten und unbetonten Silben in den Fersen. In der Gedichtanalyse gibt es
  13. dafür bestimmte Betonungszeichen. Den Anfang von Götes Ballade der Zauberlehrling würdest du z.B. so
  14. betonen und markieren. Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben?
  15. Anschließend zählst du die Betonungen im Vers. In unserem Beispiel sind das vier Hebungen. Das Gedicht ist damit
  16. vierhebig. Zum Schluss kommen noch die Begriffe Jambus, Trocheus, Daktyl und Anapest ins
  17. Spiel. Dabei handelt es sich um die vier Versfüße. Ein Versfuß ist die kleinste Einheit in einem Vers, die sich mehrmals
  18. wiederholt. Du möchtest kostenlose Bildung unterstützen? Dann abonniere unseren
  19. Kanal. Aber wie sehen die Versfüße nun aus? Der Jambus ist der bekannteste Versfuß in
  20. deutschen Gedichten. Hier folgt immer auf eine unbetonte Silbe, eine betonte Silbe. Viele
  21. deutsche Wörter sind aus einem Jambus aufgebaut, z.B. das Wort Gedicht. Ein regelmäßiger Jambus klingt sehr
  22. harmonisch. Das siehst du z.B. an Schillers Ballade, der Ring des Polygrates.
  23. Er stand auf seines Daches Zinnen. Er schaute mit vergnügten Sinnen auf das beherrschte Samus hin.
  24. Auch in dem Beispiel kannst du den Jambus noch genauer bestimmen. Insgesamt sind es vier Hebungen in jedem Vers. Der
  25. Jambus ist also vierhebig. Beim Trocheus ist die Betonung im Vergleich zum Jambus genau umgekehrt.
  26. Der Trocheus besteht nämlich aus einer betonten und einer unbetonten Silbe, wie z.B. im Wort Leben.
  27. Durch viele Trochenen wird eine besondere Dynamik erzeugt, wie in Meers Gedicht, Abendrotem Walde. In den Wald
  28. bin ich geflüchtet, ein zu Tod gehetztes Wild. Der Dichter baut hier bewußt Spannung im
  29. Gedicht auf, indem er die Flucht mit regelmäßigen Trochenen ausdrückt. Der Daktyl besteht aus insgesamt drei
  30. Silben. Auf eine betonte Silbe folgen hier zwei unbetonte Silben. Damit kannst du dir gleich für den Versfuß das Wort
  31. Daktylus merken, denn auch Daktylus betonst du auf der ersten Silbe. Durch Daktylin wirken Gedichte oft sehr
  32. feierlich. Das erkennst du auch an Friedrich Rücks Gedicht an den Sturmwind.
  33. Mächtiger, der du die Wipfel dir beugst, brausend von Krone zu Krone entsteigst. Wandle, du Stürmender, wandle nur fort.
  34. Der Annapest ist die Umkehrung des Daktyl. Das heißt, dass auf zwei unbetonten Silben eine betonte Silbe
  35. folgt. Auch hier wird das Wort Anapest wie der Versfuß betont, nämlich Anapest. In der Ballade der Taucher verwendet
  36. Schiller immer wieder Aner Peste. So z.B. an der folgenden Stelle. Da ergreift ihm die Seele mit Himmelsgewalt
  37. und es blitzt aus den Augen ihm kühnen. Sehr gut. Meistens ist das Metrum ein fester
  38. Bestandteil einer Gedichtinterpretation. Darin untersuchst du nicht nur, welches Metrum der Dichter verwendet, sondern
  39. auch seine Wirkung auf den Leser. Wichtig ist dabei, dass du dich immer fragst, wie der Inhalt und das Metrum
  40. zusammenhängen. Erzeugt das Metrum z.B. eine bestimmte Stimmung? Bei manchen Gedichten wirst du vielleicht gar kein
  41. regelmäßiges Metrum erkennen. Das solltest du unbedingt in deiner Interpretation berücksichtigen. Mit
  42. einem fehlenden Metrum kann der Dichter z.B. bewusst die gesprochene Alltagssprache nahmen.
  43. Super, jetzt kann beim Bestimmen des Metrums eigentlich nichts mehr schiefgehen. In der Gedichtanalyse
  44. spielt aber nicht nur das Metrum eine wichtige Rolle, sondern auch das Reimschema. Schau dir also jetzt noch
  45. unser Video dazu an. Dir hat das Video gefallen? Für mehr kostenlose Videos komm auf stud.de und hol dir unsere App.

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