Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Metrum bestimmen | einfach erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
- Das Metrum ist dir einziges Rätsel? In unserem Video erklären wir dir, was das Metrum ist und wie du es in Gedichten
- bestimmen kannst. Das Metrum eines Gedichts ist im Prinzip nichts anderes als das Versmaß.
- Neben dem Reimschema Kadenz und der Gedichtform ist es ein wichtiges Merkmal von Gedichten. Unter dem Metrum
- verstehst du eine festgelegte Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben im Vers.
- Das Metrum und damit auch die Betonung beeinflusst also die Struktur, den Rhythmus und die Stimmung des Gedichts.
- In der Metrik dreht sich alles um die Silben im Vers. Eine Silbe besteht aus einem oder mehreren Lauten, die zusammen
- ausgesprochen eine Einheit bilden. Das Wort Gedicht besteht beispielsweise aus den zwei Silben G und Dicht. Um zu
- erkennen, welche Silbe betont und welche unbetont ist, kannst du das Gedicht erst einmal übertrieben deutlich vorlesen.
- Dabei sprichst du automatisch die Hebungen, also die betonten Silben, lauter aus als die Senkungen, die
- unbetonten Silben. Beim Wort Gedicht ist dann die erste Silbe unbetont und die zweite betont.
- Wenn du das Metrum bestimmen willst, trennst du erst einmal alle Silben im Gedicht durch einen Längstrich
- voneinander. Dann markierst du dir die betonten und unbetonten Silben in den Fersen. In der Gedichtanalyse gibt es
- dafür bestimmte Betonungszeichen. Den Anfang von Götes Ballade der Zauberlehrling würdest du z.B. so
- betonen und markieren. Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben?
- Anschließend zählst du die Betonungen im Vers. In unserem Beispiel sind das vier Hebungen. Das Gedicht ist damit
- vierhebig. Zum Schluss kommen noch die Begriffe Jambus, Trocheus, Daktyl und Anapest ins
- Spiel. Dabei handelt es sich um die vier Versfüße. Ein Versfuß ist die kleinste Einheit in einem Vers, die sich mehrmals
- wiederholt. Du möchtest kostenlose Bildung unterstützen? Dann abonniere unseren
- Kanal. Aber wie sehen die Versfüße nun aus? Der Jambus ist der bekannteste Versfuß in
- deutschen Gedichten. Hier folgt immer auf eine unbetonte Silbe, eine betonte Silbe. Viele
- deutsche Wörter sind aus einem Jambus aufgebaut, z.B. das Wort Gedicht. Ein regelmäßiger Jambus klingt sehr
- harmonisch. Das siehst du z.B. an Schillers Ballade, der Ring des Polygrates.
- Er stand auf seines Daches Zinnen. Er schaute mit vergnügten Sinnen auf das beherrschte Samus hin.
- Auch in dem Beispiel kannst du den Jambus noch genauer bestimmen. Insgesamt sind es vier Hebungen in jedem Vers. Der
- Jambus ist also vierhebig. Beim Trocheus ist die Betonung im Vergleich zum Jambus genau umgekehrt.
- Der Trocheus besteht nämlich aus einer betonten und einer unbetonten Silbe, wie z.B. im Wort Leben.
- Durch viele Trochenen wird eine besondere Dynamik erzeugt, wie in Meers Gedicht, Abendrotem Walde. In den Wald
- bin ich geflüchtet, ein zu Tod gehetztes Wild. Der Dichter baut hier bewußt Spannung im
- Gedicht auf, indem er die Flucht mit regelmäßigen Trochenen ausdrückt. Der Daktyl besteht aus insgesamt drei
- Silben. Auf eine betonte Silbe folgen hier zwei unbetonte Silben. Damit kannst du dir gleich für den Versfuß das Wort
- Daktylus merken, denn auch Daktylus betonst du auf der ersten Silbe. Durch Daktylin wirken Gedichte oft sehr
- feierlich. Das erkennst du auch an Friedrich Rücks Gedicht an den Sturmwind.
- Mächtiger, der du die Wipfel dir beugst, brausend von Krone zu Krone entsteigst. Wandle, du Stürmender, wandle nur fort.
- Der Annapest ist die Umkehrung des Daktyl. Das heißt, dass auf zwei unbetonten Silben eine betonte Silbe
- folgt. Auch hier wird das Wort Anapest wie der Versfuß betont, nämlich Anapest. In der Ballade der Taucher verwendet
- Schiller immer wieder Aner Peste. So z.B. an der folgenden Stelle. Da ergreift ihm die Seele mit Himmelsgewalt
- und es blitzt aus den Augen ihm kühnen. Sehr gut. Meistens ist das Metrum ein fester
- Bestandteil einer Gedichtinterpretation. Darin untersuchst du nicht nur, welches Metrum der Dichter verwendet, sondern
- auch seine Wirkung auf den Leser. Wichtig ist dabei, dass du dich immer fragst, wie der Inhalt und das Metrum
- zusammenhängen. Erzeugt das Metrum z.B. eine bestimmte Stimmung? Bei manchen Gedichten wirst du vielleicht gar kein
- regelmäßiges Metrum erkennen. Das solltest du unbedingt in deiner Interpretation berücksichtigen. Mit
- einem fehlenden Metrum kann der Dichter z.B. bewusst die gesprochene Alltagssprache nahmen.
- Super, jetzt kann beim Bestimmen des Metrums eigentlich nichts mehr schiefgehen. In der Gedichtanalyse
- spielt aber nicht nur das Metrum eine wichtige Rolle, sondern auch das Reimschema. Schau dir also jetzt noch
- unser Video dazu an. Dir hat das Video gefallen? Für mehr kostenlose Videos komm auf stud.de und hol dir unsere App.
Zum Nachlesen
VerslehreDie Verslehre oder Metrik (altgriechisch μετρική τέχνη metrikē technē, deutsch ‚metrische Kunst', ‚Lehre von den (Vers-)Maßen', danach lateinisch ars …
JambusNach Gottfried August Bürger ist der Jambus „das einzige, wahre, echte, natürliche, heroische Metrum unserer Sprache“, ein kerndeutscher Versfuß also …
DaktylusDa man dem Daktylus, ähnlich wie dem Trochäus, einen fallenden Rhythmus zuschreibt, wird er nach einem Vorschlag von Ivo Braak auch als Doppelfaller bezeichnet.
AnapästDer Fuß wird in der quantitierenden antiken Dichtung meist durch Doppelkürze, gefolgt von einer langen Silbe realisiert (◡◡—́), kann aber auch durch zwei …