Physik · Klasse 5–8 · aktualisiert
Schwimmen und Sinken: Auftrieb einfach erklärt
Erkläre mit Gewichtskraft und Auftrieb, warum Körper sinken, schweben, steigen oder schwimmen.
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Kurz gesagt
Ein Körper sinkt, wenn seine Gewichtskraft größer als der Auftrieb ist. Ist er ganz eingetaucht und beide Kräfte sind gleich groß, schwebt er. An der Oberfläche schwimmt er, wenn der Auftrieb des verdrängten Wassers seine Gewichtskraft ausgleicht.
Ob ein Körper sinkt, schwebt, steigt oder an der Oberfläche schwimmt, entscheidet das Zusammenspiel zweier Kräfte: Die Gewichtskraft zieht nach unten, die Auftriebskraft des Wassers wirkt nach oben. Form, Material und eingeschlossene Luft sind wichtig, weil sie Masse und eingetauchtes Volumen beeinflussen – nicht weil Luft einen Körper „hochzieht“.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Vielleicht denkst du: „Schwere Dinge sinken, leichte schwimmen.“ Das reicht nicht. Ein schweres Schiff kann schwimmen, während eine kleine Metallkugel sinkt. Größe, Löcher oder Form allein entscheiden ebenso wenig.
Bei einem frei im Wasser befindlichen Körper betrachten wir zunächst zwei Kräfte: Die Gewichtskraft zieht nach unten, die Auftriebskraft des Wassers wirkt nach oben. Auch ein sinkender Körper erfährt Auftrieb.
Wasser drückt einen eingetauchten Körper von allen Seiten. Der Wasserdruck nimmt mit der Tiefe zu. Darum ist die Druckwirkung unten nach oben stärker als oben nach unten. Bei einer einfachen Betrachtung gleichen sich seitliche Druckkräfte aus. Die verbleibende Kraft zeigt nach oben.
Die Wasserverdrängung bestimmt die Größe der Auftriebskraft. Der Druckunterschied erklärt ihre Ursache.
Definition
Auftriebskraft
Die Auftriebskraft ist die nach oben gerichtete Gesamtkraft, die eine Flüssigkeit oder ein Gas auf einen eingetauchten Körper ausübt.
Merke: Entscheidend ist nicht eine einzelne Eigenschaft, sondern der Vergleich von Gewichtskraft und Auftriebskraft.
Beispiel
- 1Stell dir eine geschlossene Dose unter Wasser vor.
- 2Auf ihre obere Fläche drückt Wasser nach unten.
- 3Auf die tiefer liegende untere Fläche drückt es stärker nach oben.
- 4Der Unterschied zwischen diesen Druckwirkungen ergibt die Auftriebskraft.
Teste dich
Für einen Körper, den du aus der Ruhe loslässt, vergleichst du zwei Kräfte. Die Gewichtskraft zieht nach unten. Der Auftrieb drückt nach oben. Andere Kräfte, etwa Reibung im Wasser, lassen wir hier weg.
Ist der Auftrieb größer, steigt der ganz eingetauchte Körper zunächst. An der Oberfläche taucht ein Teil aus dem Wasser. So verdrängt er weniger Wasser und der Auftrieb nimmt ab. Beim ruhigen Schwimmen sind beide Kräfte gleich groß.
| Zustand | Vergleich der Kräfte | Folge |
|---|---|---|
| Sinken | Gewichtskraft größer als Auftrieb | Der Körper beginnt sich nach unten zu bewegen. |
| Schweben | Beide Kräfte gleich groß | Der ganz eingetauchte Körper bleibt nach dem Loslassen in seiner Tiefe. |
| Steigen | Auftrieb größer als Gewichtskraft | Der Körper beginnt sich nach oben zu bewegen. |
| Schwimmen | Beide Kräfte an der Oberfläche gleich groß | Der Körper bleibt teilweise eingetaucht. |
Beispiel
- 1Ein unter Wasser gedrückter Ball steigt nach dem Loslassen, wenn seine Auftriebskraft größer als seine Gewichtskraft ist.
- 2An der Oberfläche taucht er teilweise aus.
- 3Nach dem Beruhigen schwimmt er an der Oberfläche im Kräftegleichgewicht.
Teste dich
Eine massive Knetkugel hat ein kleines äußeres Volumen. Vollständig eingetaucht verdrängt sie nur dieses Volumen an Wasser. Überwiegt ihre Gewichtskraft, sinkt sie.
Formst du dieselbe Knete zu einer breiten, dichten Schale, hält sie Wasser draußen. Das Boot kann schon teilweise eingetaucht viel mehr Wasser verdrängen. Seine Masse bleibt gleich, aber die mögliche Auftriebskraft wächst. Es schwimmt, sobald die Gewichtskraft des verdrängten Wassers so groß ist wie die Gewichtskraft von Boot und Ladung.
Dasselbe Prinzip gilt für ein Stahlschiff. Der Stahl ist dicht, doch der hohle Rumpf umfasst viel Raum. Ein ruhig schwimmendes Schiff verdrängt Wasser mit derselben Gewichtskraft wie Schiff und Ladung. Mit mehr Ladung taucht es tiefer ein. Reicht das nutzbare Rumpfvolumen nicht aus oder läuft Wasser hinein, kann es sinken.
Merke: Eingeschlossene Luft zieht nicht nach oben. Die Hohlform vergrößert das Gesamtvolumen, ohne die Masse entsprechend zu erhöhen. Dadurch sinkt die mittlere Dichte des gesamten Körpers.
Teste dich
Ein fairer Versuch verändert möglichst nur eine Bedingung. Für den Formvergleich teilst du Knete in zwei gleich schwere Portionen. Forme eine kompakte Kugel und eine dichte Schale. Sage das Ergebnis voraus, setze beide vorsichtig ins Wasser und notiere, ob sie sinken oder schwimmen. Läuft die Schale durch ein Loch voll Wasser, musst du den Versuch wiederholen: Dann hat sich auch die Wassermenge in der Schale geändert.
Die Dichte beschreibt, wie viel Masse in einem bestimmten Raum steckt. Ein Stück Metall ist bei gleicher Größe schwerer als ein Stück Holz. Bei einem hohlen Körper zählt der ganze Raum einschließlich des Hohlraums. Ist ein ganz eingetauchter Körper im Mittel dichter als Wasser, beginnt er zu sinken. Bei gleicher Dichte schwebt er; bei geringerer Dichte steigt er.
Das archimedische Prinzip beschreibt den Auftrieb: Er ist so groß wie die Gewichtskraft des verdrängten Wassers. Wie viel Wasser verdrängt wird, hängt vom eingetauchten Teil ab. Der größere Wasserdruck unten erklärt, warum die Kraft nach oben zeigt.
| Körper | Masse gleich? | Form | Beobachtung | Erklärung |
|---|---|---|---|---|
| Knetkugel | ja | kompakt | selbst eintragen | Kräfte und verdrängtes Volumen vergleichen |
| Kneteboot | ja | hohl und dicht | selbst eintragen | Kräfte und verdrängtes Volumen vergleichen |
Beispiel
- 1Eine faire Untersuchung zur Beladung verwendet immer dasselbe Boot und legt gleiche Ladungsstücke nacheinander hinein.
- 2Nach jedem Stück notierst du, wie tief das Boot liegt.
- 3So prüfst du gezielt den Einfluss der Beladung.
Beispiel: Für einen Formvergleich kannst du so vorgehen
- 1Teile Knete in zwei gleich schwere Portionen.
- 2Forme aus einer Portion eine kompakte Kugel und aus der anderen eine dichte Schale.
- 3Sage für beide Formen voraus, ob sie schwimmen oder sinken.
- 4Setze beide vorsichtig in ein Wasserbecken.
- 5Beobachte, ob Wasser in die Schale gelangt und wie tief sie eintaucht.
- 6Notiere Ergebnis und Erklärung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Schwimmen und Sinken
Kräfte
Gewichtskraft nach unten; Auftriebskraft nach oben
Ursache des Auftriebs
Wasserdruck nimmt mit Tiefe zu; Druck unten ist stärker als oben
Zustände
Sinken bei größerer Gewichtskraft; Schweben unter Wasser bei gleich großen Kräften; Steigen bei größerem Auftrieb; Schwimmen an der Oberfläche bei gleich großen Kräften
Hohlkörper
größeres Gesamtvolumen bei ähnlicher Masse; mehr mögliche Wasserverdrängung
Untersuchen
nur eine Bedingung verändern; vorhersagen, beobachten und erklären
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Zwei Formen fair vergleichen
- 1Forme zwei gleich schwere Stücke derselben Knete: eine kompakte Kugel und eine dichte, hohle Schale. Setze beide vorsichtig in dieselbe Wasserschüssel.
- 2Halte Material und Masse gleich. Beobachte bei jeder Form, ob sie untergeht oder teilweise aus dem Wasser ragt.
- 3Die Kugel kann bei vollständigem Eintauchen nur ihr kleines Außenvolumen verdrängen. Überwiegt ihre Gewichtskraft, sinkt sie.
- 4Die Schale hält Wasser draußen und verdrängt schon teilweise eingetaucht mehr Wasser. Sobald Auftrieb und Gewichtskraft gleich groß sind, schwimmt sie.
Fehler finden
Eine kleine Metallkugel im Wasser In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Auch die sinkende Kugel verdrängt Wasser und erfährt Auftrieb nach oben. Ihre Gewichtskraft ist zu Beginn des Sinkens größer als der Auftrieb.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Je eine Stelle im Wasser liegt, desto größer ist dort der Wasserdruck. Deshalb ist die Druckwirkung an der eines eingetauchten Körpers stärker als an seiner Oberseite. Die resultierende Kraft zeigt nach .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback