Mathematik · Klasse 5–6 · aktualisiert
Euklidischer Algorithmus: ggT sicher berechnen
Mit dem euklidischen Algorithmus findest du den ggT zweier Zahlen durch wiederholte Division mit Rest, auch bei großen Zahlen.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Der euklidische Algorithmus findet den größten gemeinsamen Teiler (ggT) zweier Zahlen. Du teilst die größere Zahl mit Rest durch die kleinere und rechnest mit altem Divisor und Rest weiter. Geht eine Division ohne Rest auf, ist ihr Divisor der ggT.
Wie findest du den größten gemeinsamen Teiler von 174 und 102, ohne alle Teiler aufzuschreiben? Mit dem euklidischen Algorithmus teilst du wiederholt mit Rest. Die Zahlen werden dabei immer kleiner. Der Divisor der letzten Division mit Rest 0 ist der ggT.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Der größte gemeinsame Teiler, kurz ggT, ist die größte positive natürliche Zahl, die beide Ausgangszahlen ohne Rest teilt. Bei 18 und 30 sind 1, 2, 3 und 6 gemeinsame Teiler. Der größte davon ist 6, also gilt \operatorname{ggT}(18,30)=6. Für den Algorithmus brauchst du die Division mit Rest: a=q\cdot b+r \quad\text{mit}\quad 0\le r<b Dabei ist a die Zahl, die du teilst (Dividend), und b die Zahl, durch die du teilst (Divisor). Der Quotient q sagt, wie oft b ganz in a hineinpasst. r bleibt als Rest übrig. Der Rest ist mindestens 0 und kleiner als der Divisor.
Definition
Größter gemeinsamer Teiler
Für positive natürliche Zahlen a und b bezeichnet \operatorname{ggT}(a,b) den größten positiven Teiler, den a und b gemeinsam haben.
Beispiel: Division mit Rest: 132 durch 28
- 128 passt 4-mal in 132: 4 · 28 = 112
- 2Rest: 132 − 112 = 20
- 3Also 132=4\cdot28+20 mit 0\le20<28
Teste dich
Beginne mit zwei positiven natürlichen Zahlen. Teile die größere Zahl mit Rest durch die kleinere. Sind beide gleich, teilst du die Zahl durch sich selbst. Ist der Rest nicht null, wird der alte Divisor zum neuen Dividenden und der Rest zum neuen Divisor. Das wiederholst du, bis der Rest null ist. Der ggT ist dann der Divisor dieser letzten Division. Geht schon die erste Division auf, ist die kleinere Zahl der ggT: Aus 24=3\cdot8+0 folgt \operatorname{ggT}(24,8)=8. Prüfe bei jeder Zeile zwei Dinge: Stimmt die Gleichung, und ist der Rest mindestens 0 und echt kleiner als der Divisor?
Merke: Beim Übergang zur nächsten Zeile wird aus dem Paar (Dividend, Divisor) das Paar (alter Divisor, alter Rest). Stopp ist erst bei Rest 0.
Beispiel: \operatorname{ggT}(174,102) bestimmen
- 1174=1\cdot102+72
- 2102=1\cdot72+30
- 372=2\cdot30+12
- 430=2\cdot12+6
- 512=2\cdot6+0
- 6Letzter Divisor: 6, also \operatorname{ggT}(174,102)=6
- 7Probe: 174=29\cdot6 und 102=17\cdot6
Teste dich
Betrachte einen einzelnen Schritt a=q\cdot b+r. Die Paare (a,b) und (b,r) haben dieselben gemeinsamen Teiler. Teilt eine Zahl sowohl a als auch b, dann teilt sie auch r=a-q\cdot b. Teilt eine Zahl sowohl b als auch r, dann teilt sie auch a=q\cdot b+r. Deshalb bleibt der ggT bei jedem Schritt gleich: \operatorname{ggT}(a,b)=\operatorname{ggT}(b,r) Am Ende steht das Paar (b,0). Jede positive Zahl b teilt 0, denn 0=0\cdot b. Der ggT von b und 0 ist also b selbst. Das Verfahren endet immer: Die Divisoren werden bei jedem Schritt kleinere positive ganze Zahlen, das geht nicht beliebig lange weiter.
Beispiel: Der ggT wandert durch die Zeilen von 174 und 102
- 1\operatorname{ggT}(174,102)=\operatorname{ggT}(102,72)=\operatorname{ggT}(72,30)
- 2\operatorname{ggT}(72,30)=\operatorname{ggT}(30,12)=\operatorname{ggT}(12,6)
- 3\operatorname{ggT}(12,6)=\operatorname{ggT}(6,0)=6
Merke: Ist der Divisor der letzten Division mit Rest 0 gleich 1, haben die Zahlen außer 1 keinen gemeinsamen positiven Teiler. Sie heißen teilerfremd.
Teste dich
Zwei Stoffbahnen sind 413 cm und 295 cm lang. Beide sollen ohne Rest in möglichst lange, gleich lange Stücke geschnitten werden, ohne Verlust beim Schneiden. Die Stücklänge muss beide Längen teilen und soll möglichst groß sein. Gesucht ist also der ggT. Typische Fehler vermeidest du so: Stoppe erst bei Rest 0, auch wenn ein Rest schon klein ist. Nimm immer alten Divisor und alten Rest, nicht alten Dividenden und Rest. Und nenne nicht den Rest 0 als ggT, sondern den Divisor dieser Division.
Beispiel: Stoffbahnen von 413 cm und 295 cm
- 1413=1\cdot295+118
- 2295=2\cdot118+59
- 3118=2\cdot59+0
- 4\operatorname{ggT}(413,295)=59: Jedes Stück ist 59 cm lang.
- 5Probe: 413=7\cdot59 und 295=5\cdot59
Merke: „Möglichst groß und ohne Rest“ in einer Sachaufgabe weist auf den ggT hin. Prüfe am Ende, ob dein Ergebnis beide Ausgangszahlen teilt.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Euklidischer Algorithmus
Ziel
den größten gemeinsamen Teiler zweier Zahlen finden
Schritt
die größere Zahl mit Rest durch die kleinere teilen
Wechsel
alter Divisor und alter Rest bilden das neue Paar
Ende
Stopp bei Rest 0, der Divisor dieser Division ist der ggT
Begründung
gemeinsame Teiler bleiben bei jedem Schritt erhalten
Sonderfall
ggT 1 bedeutet teilerfremd
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
\operatorname{ggT}(252,198) bestimmen
- 1252=1\cdot198+54
- 2198=3\cdot54+36
- 354=1\cdot36+18
- 436=2\cdot18+0
- 5Rest 0 erreicht, letzter Divisor 18: \operatorname{ggT}(252,198)=18
- 6Probe: 252=14\cdot18 und 198=11\cdot18
Fehler finden
\operatorname{ggT}(210,66) bestimmen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Du hast zu früh gestoppt, 12 teilt 210 nicht einmal. Rechne weiter: 66=5\cdot12+6 und 12=2\cdot6+0. Richtig ist \operatorname{ggT}(210,66)=6.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Beim euklidischen Algorithmus teilst du die größere Zahl durch die kleinere. Danach rechnest du mit dem alten und dem Rest weiter. Der ggT ist der Divisor der Division mit Rest .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback