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Mathematik · Klasse 12 · aktualisiert

Binomialverteilung: Formel, Beispiele, Aufgaben

Die Binomialverteilung gibt an, wie wahrscheinlich eine Trefferzahl ist. Du lernst, das Modell zu prüfen und mit genau, höchstens und mindestens zu rechnen.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Binomialverteilung: Formel, Beispiele, Aufgaben

Kurz gesagt

Die Binomialverteilung beschreibt die Trefferzahl X bei n unabhängigen Versuchen mit gleicher Trefferwahrscheinlichkeit p. Für genau k Treffer gilt P(X=k) = \binom{n}{k} \cdot p^k \cdot (1-p)^{n-k}. Im Mittel erwartest du E(X) = n \cdot p Treffer.

Du würfelst zehnmal. Wie wahrscheinlich sind genau vier Sechsen? Und wie wahrscheinlich mindestens zwei? Die Binomialverteilung beschreibt, wie wahrscheinlich 0, 1, 2, … bis n Treffer in einer festen Zahl gleichartiger, unabhängiger Versuche sind. Du prüfst zuerst das Modell, übersetzt dann das Ereignis in eine Bedingung an die Trefferzahl X und wählst die passende Rechnung.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Stell dir vor, ein Würfel wird zehnmal geworfen. Als Treffer gilt eine Sechs, alle anderen Augenzahlen gelten als Nichttreffer. Die Zufallsvariable X zählt die Treffer. Für eine Binomialverteilung müssen vier Bedingungen erfüllt sein. Erstens steht die Anzahl der Versuche n vorher fest. Zweitens wird jeder Versuch nur als Treffer oder Nichttreffer bewertet. Drittens bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit p konstant. Viertens sind die Versuche unabhängig: Ein Ergebnis verändert die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Versuche nicht. Beim zehnmaligen Würfeln gilt n = 10 und p = \frac{1}{6}, alle vier Bedingungen sind erfüllt. Beim Ziehen aus einer Urne ohne Zurücklegen ändert sich dagegen meist die Zusammensetzung der Urne. Dann ändern sich die Wahrscheinlichkeiten, und die Versuche sind nicht unabhängig. Dieses Modell ist im Allgemeinen nicht binomialverteilt.

Definition

Bernoulli-Kette

Eine Bernoulli-Kette besteht aus wiederholten Versuchen mit genau zwei betrachteten Ausgängen: Treffer und Nichttreffer. Die Trefferwahrscheinlichkeit bleibt in jedem Versuch gleich, und die Versuche sind unabhängig.

Merke: Zwei mögliche Ausgänge allein reichen nicht. Prüfe immer auch: festes n, konstantes p und unabhängige Versuche.

Teste dich

LeichtWelche Situation ist binomialverteilt?
SchwerEine Maschine produziert nacheinander 50 Teile. Die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt während der Schicht. Warum darfst du die Serie nicht ohne Weiteres binomialverteilt modellieren?

Alles auf einen Blick

Binomialverteilung

  • Modell prüfen

    festes n, konstantes p, unabhängige Versuche, zwei Ausgänge

  • Zufallsvariable X

    zählt die Treffer von 0 bis n

  • Genau k Treffer

    Binomialkoeffizient mal Wahrscheinlichkeit einer Reihenfolge

  • Höchstens und mindestens

    Einzelwahrscheinlichkeiten summieren oder das Gegenereignis nutzen

  • Lage

    Erwartungswert E(X) = n \cdot p

  • Streuung

    Varianz n \cdot p \cdot (1-p) und Standardabweichung \sigma

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Mindestens 8 von 10 Freiwürfen

  1. 1Eine Spielerin trifft mit p = 0{,}7 und wirft zehnmal. Die Würfe gelten als unabhängig.
  2. 2Treffer: Freiwurf gelingt. X ist binomialverteilt mit n = 10 und p = 0{,}7.
  3. 3Gesucht: P(X \ge 8) = P(X=8) + P(X=9) + P(X=10)
  4. 4P(X=8) = \binom{10}{8} \cdot 0{,}7^8 \cdot 0{,}3^2 \approx 0{,}2335
  5. 5P(X=9) = \binom{10}{9} \cdot 0{,}7^9 \cdot 0{,}3 \approx 0{,}1211 und P(X=10) = 0{,}7^{10} \approx 0{,}0282
  6. 6P(X \ge 8) \approx 0{,}3828: Unter diesem Modell trifft sie mit etwa 38{,}3\,\% Wahrscheinlichkeit mindestens achtmal.

Fehler finden

Genau zwei Sechsen bei drei Würfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Bei einer Binomialverteilung bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit in jedem Versuch . Für „mindestens zwei Treffer“ rechnest du oft mit dem . Der Erwartungswert ist .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Binomialverteilung

LeichtWelche Aussage ist notwendig, damit X binomialverteilt ist?
MittelFür n = 4 und p = \frac{1}{3}: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für genau zwei Treffer?
SchwerEine Aufgabe fragt nach „weniger als vier Treffern“. Welche Bedingung ist gleichbedeutend?

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