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Informatik · Klasse 11–13 · aktualisiert

Backpropagation: Fehler rückwärts berechnen

Du lernst, wie ein neuronales Netz seinen Fehler rückwärts durch die Schichten führt, Gradienten mit der Kettenregel berechnet und was die Lernrate bewirkt.

0 von 11 Aufgaben gelöst

Backpropagation: Fehler rückwärts berechnen

Kurz gesagt

Backpropagation führt den Fehler eines Netzes rückwärts durch die Schichten und bestimmt mit der Kettenregel die Gradienten für die Gewichte. Ein Gradientenverfahren nutzt sie, um die Gewichte zu ändern. Die Lernrate legt fest, wie stark diese Änderungen sind.

Ein Rechner kann trainiert werden, handgeschriebene Ziffern zu erkennen. Dafür muss das Netz seine vielen Gewichte anpassen. Aber welches Gewicht hat den Fehler verursacht, und wie stark soll es sich ändern? Das klärt Backpropagation. Hier lernst du, wie das geht und woran du Trainingsprobleme erkennst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Ein künstliches neuronales Netz erhält Eingabedaten und bildet sie auf einen Ausgabewert ab. Dafür werden die Zahlen in jeder Schicht mit Gewichten multipliziert. Die Gewichte sind die Parameter des Netzes. Beim Vorwärtspropagieren wandert die Eingabe von der Eingabeschicht über mögliche Zwischenschichten zur Ausgabeschicht. Am Ende steht die Ausgabe des Netzes.

Beim Training wird die Ausgabe mit dem gewünschten Zielwert verglichen. Die Differenz gilt als Fehler. Dieser Fehler wird rückwärts durch die Schichten geführt. Das nennt man Backpropagation (Fehlerrückführung). So lässt sich ermitteln, welche Pfade den größten Einfluss auf den Fehler haben.

Das Gradientenverfahren ist dagegen ein allgemeines Verfahren der Optimierung. Der Gradient ist die Richtung des steilsten Anstiegs einer Funktion. Man geht schrittweise entgegen dem Gradienten, also in Richtung des lokal steilsten Abstiegs. So werden die Funktionswerte kleiner. Backpropagation ist ein Spezialfall eines allgemeinen Gradientenverfahrens, das auf dem mittleren quadratischen Fehler beruht. In einem neuronalen Netz laufen zwei Schritte nacheinander: Erst bestimmt die Fehlerrückführung die Gradienten. Dann nutzt ein Optimierungsverfahren sie, um die Gewichte zu aktualisieren.

Definition

Backpropagation

Backpropagation (auch Fehlerrückführung) ist ein verbreitetes Verfahren zum Einlernen künstlicher neuronaler Netze. Der Fehler am Ausgang wird rückwärts durch die Schichten geführt, um die Gradienten zu bestimmen.

VorgangRichtungAufgabe
VorwärtspropagierenEingabe → AusgabeAusgabe des Netzes berechnen
BackpropagationAusgabe → EingabeGradienten bestimmen
GradientenverfahrenSchritt gegen den GradientenGewichte aktualisieren

Teste dich

LeichtWas passiert beim Vorwärtspropagieren?

Alles auf einen Blick

Backpropagation

  • Zwei Schritte

    Die Fehlerrückführung bestimmt die Gradienten, ein Optimierungsverfahren aktualisiert damit die Gewichte.

  • Richtung

    Beim Vorwärtspropagieren läuft die Eingabe zur Ausgabe, bei Backpropagation läuft der Fehler rückwärts.

  • Kettenregel

    Äußere Ableitung mal innere Ableitung, bei mehreren verschachtelten Funktionen das Produkt aller Ableitungen.

  • Lernrate

    Zu hoch kann das Minimum verfehlt werden, zu klein verlangsamt das Einlernen unnötig.

  • Überanpassung

    Steigt der Testfehler, während der Trainingsfehler fällt, liegt möglicherweise Überanpassung vor.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Gradient eines Neurons und ein Gewichtsschritt (ausgedachtes Beispiel)

  1. 1Ausgedachte Werte: x = 2, w = 0, b = 0, Zielwert t = 1, Lernrate η = 0,5. Modell: z = w·x + b, y = σ(z), L = ½·(y − t)²
  2. 2Vorwärts: z = 0·2 + 0 = 0. Mit σ(z) = 1/(1 + e hoch (−z)) folgt y = σ(0) = 1/2 = 0,5
  3. 3Ableitung der Sigmoidfunktion für c = 1: σ'(z) = σ(z)·(1 − σ(z)) = 0,5·0,5 = 0,25
  4. 4Kettenregel: ∂L/∂w = (y − t)·σ'(z)·x = (0,5 − 1)·0,25·2 = −0,25
  5. 5Ebenso: ∂L/∂b = (y − t)·σ'(z) = (−0,5)·0,25 = −0,125
  6. 6Gewichtsschritt: Δw = −η·∂L/∂w = −0,5·(−0,25) = 0,125, also w neu = 0 + 0,125 = 0,125

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zum Training eines Netzes In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Beim Gradientenabstieg ändert man die Gewichte Gradienten, um den Fehler zu verringern. Wenn der Fehler auf den Testdaten , während er auf den Trainingsdaten fällt, liegt möglicherweise Überanpassung vor. Mit einer zu Lernrate kann das Minimum verfehlt werden.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Backpropagation

LeichtWelche Aussage über Backpropagation und das Gradientenverfahren stimmt?
MittelAusgedachtes Beispiel: Für ein Gewicht gilt ∂L/∂w = −0,4, die Lernrate ist η = 0,5. Wie ändert sich w?
SchwerDie Gewichte eines Netzes springen beim Training hin und her. Was kann das vermeiden helfen?

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