Informatik · Klasse 5–8 · aktualisiert
Korrelation und Kausalität unterscheiden
Du lernst, warum zwei Dinge zusammen auftreten können, ohne dass eines das andere verursacht, und wie ein Experiment das genauer prüft.
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Kurz gesagt
Eine Korrelation heißt: Zwei Merkmale treten zusammen auf, Kausalität heißt: Das eine verursacht das andere. Aus einer Korrelation allein folgt keine Kausalität, denn Zufall, eine dritte Größe oder die umgekehrte Richtung können dahinterstecken. Ein Experiment mit Zufallsgruppen prüft das genauer.
Du hörst oft Sätze wie „Wer viel X macht, hat auch viel Y“. Das klingt, als würde X das Y auslösen. Oft stimmt das nicht. Hier lernst du, wie du solche Aussagen vorsichtig prüfst.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Korrelation ist eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen. Zum Beispiel: Zwei Dinge treten oft gemeinsam auf. Diese Beziehung muss keine Ursache-Wirkungs-Beziehung sein. Manche Dinge beeinflussen sich gar nicht, oder der Zufall spielt mit.
Ursache und Wirkung nennt man auch Kausalität. Kausalität heißt: Das eine löst das andere aus. Ein gemeinsames Auftreten begründet noch keinen kausalen Zusammenhang. Ob es Ursache und Wirkung gibt und welches Ereignis die Ursache ist, lässt sich aus dem gemeinsamen Auftreten allein nicht ableiten.
Liegt tatsächlich eine Ursache-Wirkungs-Beziehung vor, dann erwartet man eine Korrelation. Eine Korrelation gilt deshalb als Indiz (Hinweis), dass zwei Größen ursächlich zusammenhängen könnten. In manchen Fällen stimmt die vermutete Ursache wirklich. Die reine Feststellung einer Korrelation lässt das aber nie mit Sicherheit zu.
Definition
Korrelation
Eine Korrelation ist eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen. Sie sagt nicht, dass das eine Merkmal das andere verursacht.
Beispiel: Schokolade und Akne
- 1Beobachtung 1: Im Jugendalter steigt der Schokoladenkonsum.
- 2Beobachtung 2: Im Jugendalter tritt vermehrt Akne (Pickel) auf.
- 3Voreiliger Schluss: „Schokolade verursacht Akne bei Jugendlichen.“
- 4Dabei wird ungeprüft der erstbeste Zusammenhang ausgewählt. Es sind noch weitere Erklärungen denkbar, zum Beispiel dass Akne den Heißhunger auf Schokolade auslöst.
Merke: Eine Korrelation ist kein Beweis für eine Ursache. Sie ist nur ein Hinweis, dass es einen Zusammenhang geben könnte.
Teste dich
Korrelationen haben eine Richtung. Bei einer positiven Korrelation gilt: Wenn der eine Wert größer wird, wird auch der andere Wert größer. Man sagt kurz „wenn mehr, dann mehr“. Ein Beispiel ist „Mehr Futter, dickere Kühe“.
Bei einer negativen Korrelation gilt: Wenn der eine Wert größer wird, wird der andere kleiner. Man sagt kurz „wenn mehr, dann weniger“. Ein anderer Name dafür ist Antikorrelation. Ein Beispiel ist „Mehr zurückgelegte Strecke mit dem Auto, weniger Treibstoff im Tank“.
Man kann eine Korrelation auch mit einer Maßzahl angeben. Sie liegt meist zwischen 0 und 1, wenn man das Vorzeichen weglässt. Null bedeutet kein Zusammenhang. Eins bedeutet einen starken Zusammenhang. „Negativ“ heißt also nicht „schlecht“ oder „schwach“, sondern nur: Der eine Wert steigt, der andere sinkt.
| Art | Merksatz | Beispiel |
|---|---|---|
| positiv | wenn mehr, dann mehr | Mehr Futter, dickere Kühe |
| negativ | wenn mehr, dann weniger | Mehr Autostrecke, weniger Treibstoff im Tank |
Merke: Positiv: beide Werte steigen zusammen. Negativ: Der eine Wert steigt, der andere sinkt. Welche Art vorliegt, sagt noch nichts über Ursache und Wirkung.
Teste dich
Wenn du eine Korrelation siehst, prüfe vier Möglichkeiten. Erstens: Das erste Merkmal verursacht das zweite. Zweitens: Es ist umgekehrt, das zweite verursacht das erste. Das nennt man eine umgekehrte Wirkungsrichtung. Drittens: Es ist Zufall. Viertens: Eine dritte Größe beeinflusst beide Merkmale.
Beim Beispiel mit Schokolade und Akne ist die umgekehrte Richtung denkbar: Starke Akne könnte Heißhunger auf Schokolade auslösen. Auch Zufall ist denkbar, denn beide Dinge sind nicht selten. Als dritte Größe kommt zum Beispiel eine erhöhte Hormonausschüttung infrage (Hormone sind Botenstoffe im Körper). Mit Logik allein lässt sich zwischen diesen Erklärungen nicht entscheiden. Man braucht zusätzliche Kenntnisse aus geeigneten Quellen.
Noch ein Beispiel: Zwischen Tabakrauchen und Leberzirrhose (einer Lebererkrankung) gibt es einen deutlichen Zusammenhang. Es besteht aber kein biologischer Zusammenhang: Rauchen führt nicht zur Leberzirrhose, und die Krankheit ist auch nicht der Grund fürs Rauchen. Viele Trinker sind auch Raucher. Dahinter steckt eine gemeinsame Ursache, die Suchtpersönlichkeit. Alkoholkonsum ist ein eigener Risikofaktor für Leberzirrhose, also eine eigene Gefahr für diese Krankheit.
Eine dritte Größe heißt auch Drittvariable oder Störfaktor. Eine Korrelation, der kein Kausalzusammenhang, sondern nur eine zufällige oder indirekte Beziehung zugrunde liegt, heißt Scheinkorrelation. Der Name ist etwas missverständlich: Die Korrelation ist wirklich vorhanden, nur die Ursache-Wirkung nicht.
Definition
Drittvariable
Eine Drittvariable (auch Störfaktor) ist eine zusätzliche Größe, die beide untersuchten Größen beeinflussen kann. Sie ist eine alternative Erklärung für den Zusammenhang.
Beispiel: Störche und Geburten
- 1Beobachtung: In europäischen Regionen mit mehr Storchenpaaren werden auch mehr Kinder geboren (positive Korrelation).
- 2Falscher Schluss: Die Störche bringen die Kinder.
- 3Die Korrelation ergibt sich daraus, dass in ländlichen Regionen mehr Störche nisten und tendenziell auch mehr Kinder pro Paar geboren werden.
- 4Für Regionen in Deutschland steckt vermutlich der Grad der Urbanisierung dahinter, also wie städtisch eine Region ist. In der Stadt gibt es relativ wenig Störche und es werden weniger Kinder geboren.
Merke: Prüfe bei jeder Korrelation: Drittvariable? Zufall? Umgekehrte Richtung? Eine direkte Ursache ist nur eine Möglichkeit unter mehreren.
Teste dich
In einem Experiment legt man einen Faktor selbst fest und misst den anderen. Man teilt die Personen in eine Versuchsgruppe und eine Kontrollgruppe ein. Die Versuchsgruppe bekommt die echte Behandlung. Die Kontrollgruppe dient zum Vergleich. Sie bekommt keine Behandlung, eine Scheinbehandlung (bei Medikamenten Placebo genannt) oder die bisher wirksamste Maßnahme. Dann vergleicht man die Ergebnisse der Gruppen.
Wichtig ist, wer in welche Gruppe kommt. Bei der Randomisierung entscheidet der Zufall. Das hat zwei Zwecke: Der Untersucher kann die Zuordnung nicht beeinflussen. Und bekannte wie unbekannte Einflussfaktoren verteilen sich gleichmäßig auf die Gruppen. Das klappt nur, wenn genug Personen mitmachen. So entsteht kein systematischer Zusammenhang zwischen Störfaktoren und Gruppe.
In der medizinischen Forschung gilt eine solche randomisierte kontrollierte Studie bei einer eindeutigen Fragestellung als bester Studienplan, um Kausalität zu belegen. Es gibt Grenzen: Viele Experimente dauern zu lange oder kosten zu viel. Bei vielen Fragen zu Menschen sind Experimente meist aus ethischen (moralischen) Gründen nicht zu rechtfertigen. Studien ohne Zufallszuordnung heißen Beobachtungsstudien. Sie können durch unbewusste Verfälschungen verzerrt sein.
Definition
Randomisierung
Randomisierung heißt: Die Personen werden nach dem Zufallsprinzip den Gruppen zugeordnet, zum Beispiel der Versuchs- oder der Kontrollgruppe.
Beispiel: Impfungen in indischen Dörfern
- 1Ausgangslage: In einer armen Region kamen nur wenige Prozent der Eltern fünf Mal zum Impfen.
- 2Per Zufallsgenerator teilten Forscher 134 Dörfer in drei Gruppen ein: 74 Dörfer ohne Änderung, 30 mit monatlicher kostenloser Impfstation, 30 mit Impfstation und zusätzlich zwei Pfund Linsen für die Eltern.
- 3Nach eineinhalb Jahren hatten 6 Prozent der Kinder fünf Impfungen (alles beim Alten), 17 Prozent (Impfstation) und 38 Prozent (Impfstation mit Linsen und Tellern).
- 4Da der Zufall die Dörfer zuordnete, sollten sich Störfaktoren bei ausreichend vielen Dörfern gleichmäßig verteilen.
Merke: Zufällig gebildete Gruppen helfen, den Einfluss von Störfaktoren auszuschließen. Das klappt bei ausreichend vielen Teilnehmern.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Korrelation und Kausalität
Korrelation
Zwei Merkmale hängen zusammen, aber das ist kein Beweis für eine Ursache.
Kausalität
Das eine Merkmal löst das andere aus. Das muss man gesondert prüfen.
Richtung
Positiv heißt „wenn mehr, dann mehr“, negativ „wenn mehr, dann weniger“.
Prüfen
Denke an Drittvariable, Zufall und umgekehrte Wirkungsrichtung.
Experiment
Zufällig gebildete Gruppen helfen, den Einfluss von Störfaktoren auszuschließen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Schuhgröße, Wortschatz und Alter eines Kindes
- 1Aussage: Bei Kindern gehören größere Schuhe zu einem größeren Wortschatz.
- 2Schritt 1: „Wenn mehr, dann mehr“ heißt: Es ist eine positive Korrelation.
- 3Schritt 2: Falscher Schluss wäre „Große Füße machen den Wortschatz größer“.
- 4Schritt 3: Dritte Größe suchen. Ein Einfluss, der beide Größen betrifft, ist das Alter des Kindes.
- 5Ergebnis: Schuhgröße und Wortschatz korrelieren für sich genommen. Der zugrunde liegende Einfluss ist vermutlich das Alter. Eine Ursache der Schuhgröße für den Wortschatz ist damit nicht belegt.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Speiseeis und Sonnenbrand In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Aus einem starken Zusammenhang folgt nicht, dass es eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung gibt. Richtig: Auch bei einem starken Zusammenhang kann eine dritte Größe die Ursache für beides sein.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine muss keine Ursache-Wirkungs-Beziehung sein. Je mehr Futter, desto dickere Kühe: Das ist eine Korrelation. Bei der Randomisierung wird die Zuordnung der Personen zu den Gruppen nach festgelegt.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback