Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert
Weltbilder in der Geschichte: Wandel verstehen
Du lernst, warum Weltbilder sich verändern, wie Modelle der Planetenbewegung konkurrierten und wie du eine historische Weltkarte untersuchst.
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Kurz gesagt
Weltbilder ordnen Wissen und Vorstellungen über die Welt. Sie hängen von den Beobachtungen, Rechenverfahren und kulturellen Annahmen ihrer Zeit ab. Neue Erkenntnisse können sie verändern.
Eine Karte zeigt dir eine Auswahl der Welt. Auch ein Modell der Planetenbewegung hebt bestimmte Zusammenhänge hervor. Du untersuchst, wie solche Modelle entstehen und warum Menschen sie verändern.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Ein Weltbild verbindet Wissen mit Vorstellungen darüber, wie die Welt geordnet ist. Ein Modell zeigt ausgewählte Teile und Zusammenhänge. Es bildet nicht alles ab: Eine Weltkarte beschäftigt sich mit anderen Fragen als ein Modell der Planetenbewegung.
Historische Weltbilder hängen davon ab, welche Beobachtungen und Rechenverfahren Menschen zur Verfügung stehen. Auch kulturelle Annahmen wirken mit, etwa religiöse Vorstellungen. Deshalb kann es in derselben Zeit unterschiedliche Weltbilder geben.
Weltbilder sind veränderbar, aber nicht beliebig. Ein neues astronomisches Modell, also ein Modell zur Untersuchung von Himmelskörpern, muss erklären können, was Menschen am Himmel beobachten. Genauere Beobachtungen und passendere Berechnungen können dazu beitragen, ein älteres Modell zu verändern. Der Wandel geschieht nicht unbedingt auf einmal.
Definition
Modell
Ein Modell stellt ausgewählte Teile und Zusammenhänge dar. Es hilft, bestimmte Fragen zu beantworten.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: das passende Modell wählen
- 1Du möchtest untersuchen, wie Menschen die Bewegung von Planeten erklärten.
- 2Dafür vergleichst du astronomische Modelle.
- 3Eine Weltkarte wählt andere Aspekte aus und beantwortet diese Frage nicht.
Teste dich
Im geozentrischen Modell steht die ruhende Erde im Zentrum. Sonne und Planeten bewegen sich um sie. Das sagt etwas über ihre Anordnung aus, nicht darüber, ob die Erde flach ist. Der Himmelsforscher Kopernikus veröffentlichte 1543 ein heliozentrisches Modell: Auch die Erde umkreist die Sonne und ist damit selbst ein Planet. Dieses historische Modell ist nicht mit unserem heutigen Wissen über das Weltall gleichzusetzen. Die Sonne ist damit nicht als heutiges Zentrum des Universums bezeichnet.
Kopernikus verwendete noch Kreisbahnen. Der Himmelsforscher Kepler nutzte genaue Beobachtungen seines Fachkollegen Tycho. Er beschrieb die Planetenbahnen als Ellipsen, also ovale Bahnen. Eine Ellipse hat zwei besondere Punkte, die Brennpunkte. Die Sonne steht in einem davon. Berechnung und Beobachtung passten dadurch besser zusammen. Das trug zum Modellwandel bei.
Der Himmelsforscher Galilei beobachtete 1610 mit dem Fernrohr Monde des Jupiters. Damit zeigte sich: Nicht jeder Himmelskörper kreist um die Erde. Die Jupitermonde bewiesen allein keine Bewegung der Erde. Auch die wechselnde Beleuchtung der Venus, ihre Phasen, stützte einen Umlauf der Venus um die Sonne. Das allein bewies ebenfalls keine Bewegung der Erde. In Tychos Konkurrenzmodell ruhte die Erde ebenfalls: Die Sonne umkreiste die Erde, die anderen Planeten umkreisten die Sonne.
Ein Einwand gegen die Erdbewegung war damals die nicht beobachtete Fixsternparallaxe. Damit ist eine Verschiebung der scheinbaren Position ferner Sterne gemeint. Die breite Anerkennung des kopernikanischen Modells erfolgte schrittweise. Später erklärte der Naturforscher Newton die Planetenbewegung durch Gravitation, also die Anziehung zwischen Körpern.
| Modell | Erde | Sonne und andere Planeten |
|---|---|---|
| Geozentrisches Modell | Ruht im Zentrum. | Sonne und Planeten bewegen sich um die Erde. |
| Kopernikanisches Modell | Umkreist die Sonne. | Auch die anderen Planeten umkreisen die Sonne. |
| Tychos Modell | Ruht. | Die Sonne umkreist die Erde; die anderen Planeten umkreisen die Sonne. |
Merke: Vergleiche Zentrum, bewegte Körper, Bahnform und erklärte Beobachtungen. Eine passende Beobachtung beweist noch nicht alle Aussagen eines Modells.
Teste dich
Die British Library, eine Bibliothek, beschreibt die historische Psalter-Weltkarte so: Sie zeigt einen Kreis mit Europa, Asien und Afrika. Jerusalem liegt im Zentrum; über der Welt befindet sich eine Gottesdarstellung. Hier arbeitest du mit dieser Beschreibung, nicht mit einer Abbildung der Karte.
Kläre zunächst, wer die Karte geschaffen hat oder wie sie überliefert wurde. Prüfe außerdem ihre Zeit, ihre Form und ihren Zweck. Bei dieser Karte ist eine lateinische Handschrift aus England nachgewiesen; London als Entstehungsort ist unsicher. Die Produktbeschreibung nennt eine Datierung nach 1262. Der Bestandsnachweis nennt für die Handschrift den breiteren Zeitraum vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Diese Angaben betreffen nicht einfach denselben genauen Zeitpunkt. Ein Urheber und ein genauer Zweck sind hier nicht belegt.
Beschreibe dann Zentrum, Rand, Beschriftungen und Auslassungen, soweit sie nachgewiesen sind. Trenne Beobachtung und Deutung: Jerusalem im Zentrum und Gott über der Welt lassen sich als Hinweise auf eine christlich geprägte Ordnung verstehen. Das ist eine begründete Deutung dieser Elemente. Weitere Figuren am Rand kannst du mit den hier vorliegenden Angaben nicht untersuchen.
Die Auswahl von drei Kontinenten begrenzt die dargestellte Welt. Die Karte ist kein vollständiges heutiges Weltmodell. Daraus folgt aber nicht, dass ihr Urheber jeden ausgelassenen Ort nicht kannte. Ebenso wenig belegt sie gleiche Vorstellungen aller mittelalterlichen Menschen. Unterscheide beim Urteil ihre heutige Erklärungskraft von ihrer damaligen Funktion. Eine moderne schematische Nachzeichnung wäre eine vereinfachte Wiedergabe und müsste als solche gekennzeichnet werden; sie wäre keine historische Originalquelle.
Merke: Benenne zuerst nachgewiesene Elemente. Deute sie danach und sage, was offenbleibt. Eine Auslassung beweist für sich allein keine Unkenntnis.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Weltbilder
Zeitbindung
Verfügbares Wissen und kulturelle Annahmen prägen Weltbilder.
Modellvergleich
Prüfe Zentrum, bewegte Körper, Bahnform und erklärte Beobachtungen.
Wandel
Passendere Berechnungen und genauere Beobachtungen können Modelle verändern.
Kartenanalyse
Trenne nachgewiesene Elemente von ihrer Deutung.
Grenzen
Eine einzelne Karte belegt kein einheitliches Weltbild aller Menschen ihrer Zeit.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Keplers Änderung der Bahnform erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Keplers Beschreibung der Planetenbahnen zum Modellwandel beitrug.
- 2Ausgangspunkt bestimmen: Kopernikus verwendete noch Kreisbahnen.
- 3Arbeitsgrundlage nennen: Kepler nutzte Tychos genaue Beobachtungen.
- 4Änderung erklären: Kepler beschrieb Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht.
- 5Begründung formulieren: Berechnung und Beobachtung passten besser zusammen. Das trug zur Veränderung des Modells bei.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Galileis Jupitermonden In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die letzte Aussage macht aus der Beobachtung einen zu weit gehenden Beweis. Richtig: Die Jupitermonde bewiesen allein keine Bewegung der Erde. Sie zeigten, dass nicht jeder Himmelskörper um die Erde kreist.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Kopernikus veröffentlichte sein Modell . Bei Keplers Beschreibung der Planetenbahnen steht die in einem Brennpunkt der Ellipse. Die Psalter-Weltkarte zeigt Kontinente.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback