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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Weimarer Verfassung: Aufbau, Stärken und Risiken

Du lernst, wie die Weimarer Verfassung Demokratie ermöglichen sollte, welche Risiken sie barg und warum die Republik scheiterte.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Weimarer Verfassung: Aufbau, Stärken und Risiken

Kurz gesagt

Die Weimarer Verfassung von 1919 legte die Regeln für Deutschlands Demokratie fest. Sie verband Wahlen und Grundrechte mit einem starken Reichspräsidenten. Das Scheitern der Republik lässt sich durch das Zusammenwirken von Regeln, Krisen und politischen Entscheidungen erklären.

Wer soll Gesetze beschließen, und wer darf in einem Notfall handeln? Die Weimarer Verfassung verteilte solche Aufgaben auf verschiedene Stellen. Du untersuchst, wie diese Ordnung Freiheit sichern sollte und wo ihre Risiken lagen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Eine Verfassung legt die grundlegenden Regeln eines Staates fest. Die Weimarer Verfassung trat am 14. August 1919 in Kraft. Sie erklärte das Deutsche Reich zur Republik: An seiner Spitze stand kein erblicher Monarch, also kein Herrscher, der sein Amt erbte. Die Staatsgewalt sollte vom Volk ausgehen. Die demokratische Zeit Deutschlands von 1919 bis 1933 heißt Weimarer Republik.

Männer und Frauen wählten den Reichstag, die Volksvertretung oder das Parlament. Die Wahl war allgemein, gleich, unmittelbar und geheim. Das bedeutet: Wahlberechtigte konnten unabhängig von ihrem Vermögen teilnehmen, ihre Stimmen zählten gleich, sie wählten ohne zwischengeschaltete Wahlmänner und ihre Wahlentscheidung blieb geheim. Die Sitze wurden nach der Verhältniswahl verteilt, also entsprechend den Stimmenanteilen. Bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 konnten Frauen wählen und selbst gewählt werden. Diese Versammlung arbeitete die Verfassung aus.

Grundrechte schützten unter anderem die freie Meinung sowie Glauben und Gewissen. Artikel 109 erklärte alle Deutschen vor dem Gesetz für gleich. Männer und Frauen hatten grundsätzlich die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten, also Rechte und Pflichten als Bürger des Staates. Das bedeutete aber nicht, dass sie im Alltag bereits sozial gleichgestellt waren.

Die Verfassung enthielt auch soziale Rechte. Sie verlangte etwa eine gerechte Wirtschaftsordnung mit dem Ziel eines menschenwürdigen Lebens für alle. Doch die Grundrechte wirkten rechtlich unterschiedlich und konnten durch Gesetze eingeschränkt werden. Gerichte und Rechtsgelehrte waren sich über ihre Reichweite uneinig. Sie waren deshalb nicht insgesamt bloß unverbindliche Wünsche.

Definition

Grundrechte

Grundrechte sichern grundlegende Freiheiten und Rechte der Menschen. Wie weit dieser Schutz reichte, war in der Weimarer Verfassung je nach Bestimmung unterschiedlich.

Beispiel: Schule als Aufgabe des Staates

  1. 1Die Verfassung sah öffentliche Schulen und eine allgemeine Schulpflicht vor.
  2. 2Der Staat sollte das Schulwesen beaufsichtigen.
  3. 3Die Verfassung regelte damit auch einen Bereich des täglichen Lebens.

Teste dich

MittelWas bedeutete das Gleichheitsversprechen für Männer und Frauen?

Alles auf einen Blick

Weimarer Verfassung

  • Demokratische Grundlage

    Die Staatsgewalt sollte vom Volk ausgehen; Männer und Frauen wählten den Reichstag.

  • Grundrechte

    Freiheit und Gleichheit waren rechtlich geschützt, aber unterschiedlich wirksam und durch Gesetze einschränkbar.

  • Regierung

    Kanzler und Minister waren vom Präsidenten und vom Vertrauen des Reichstags abhängig.

  • Notfallbefugnisse

    Artikel 48 erlaubte unter Voraussetzungen schnelles Handeln, enthielt Kontrollen und barg Missbrauchsrisiken.

  • Scheitern

    Verfassungsregeln, Krisen und politische Entscheidungen wirkten zusammen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Beispieltext, ausgedacht: Die Stellung eines Ministers erklären

  1. 1Ein Kanzler schlägt einen Minister vor. Der Reichspräsident ernennt ihn. Der neue Minister meint, damit sei für seine Stellung nur noch der Präsident wichtig.
  2. 2Ernennung bestimmen: Der Präsident hat den Minister auf Vorschlag des Kanzlers ernannt.
  3. 3Weitere Regel prüfen: Der Minister braucht zugleich das Vertrauen des Reichstags.
  4. 4Ergebnis formulieren: Die Ernennung erklärt, wie er ins Amt kommt. Sie beseitigt nicht seine Abhängigkeit vom Vertrauen des Reichstags.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die Bevölkerung wählte den Reichstag für Jahre. Im Reichsrat saßen Mitglieder der . Nach dem Koalitionsbruch von stützte Hindenburg Regierungen ohne eigene Mehrheit im Reichstag.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Weimarer Verfassung

LeichtWelche Aussage beschreibt den Reichsrat?
MittelWas gehört zur richtigen Einordnung der Weimarer Grundrechte?
SchwerWelche Änderung im Grundgesetz erschwert eine Absetzung ohne gesicherte Nachfolge?

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