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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Urbanisierung: Ursachen, Formen und Folgen

Du lernst, warum Städte wuchsen, welche Formen Urbanisierung hat und wie du Zahlen, Chancen und Probleme des Stadtwachstums beurteilst.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Urbanisierung: Ursachen, Formen und Folgen

Kurz gesagt

Urbanisierung bedeutet, dass sich städtische Lebensformen ausbreiten. Dazu gehören mehr Bebauung, ein größerer Stadtbevölkerungsanteil, Versorgungsnetze und veränderte Lebensweisen. Neue Arbeitsplätze boten Chancen; schlechte Wohnungen und Umweltbelastungen schufen Probleme.

Eine Stadt wächst: Neue Häuser entstehen, Menschen ziehen zu und Wasserleitungen werden gebaut. Doch diese Veränderungen betreffen unterschiedliche Bereiche. Du untersuchst, warum Städte im 19. Jahrhundert wuchsen und weshalb mehr Stadtbewohner nicht schon bessere Lebensbedingungen bedeuteten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Urbanisierung bedeutet die Ausbreitung städtischer Lebensformen. Du kannst dabei vier Dimensionen unterscheiden. Das sind vier Blickrichtungen auf einen Vorgang, die gemeinsam auftreten können.

Die physische Dimension betrifft die Bebauung: Die bebaute Fläche wächst. Die demographische Dimension betrifft die Bevölkerung: Der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung steigt. Mehr Stadtbewohner allein bedeuten noch keinen größeren Anteil, wenn zugleich die Gesamtbevölkerung wächst.

Die funktionale Dimension betrifft die Ausbreitung städtischer Infrastruktur. Infrastruktur sind Einrichtungen und Netze, etwa für Wasserversorgung und Verkehr. Auch städtische Arbeits- und Dienstleistungsformen breiten sich im Umland aus. Dienstleistungen sind Arbeiten wie Handel oder Verwaltung, bei denen keine Waren hergestellt werden.

Die soziale Dimension betrifft die Übernahme städtischer Verhaltens- und Lebensweisen auch außerhalb der Stadt. Urbanisierung reicht deshalb über neue Häuser und steigende Einwohnerzahlen hinaus.

Definition

Verstädterungsquote

Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung eines Gebietes. Eine Quote beschreibt einen Anteil, keine absolute Einwohnerzahl.

Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: Neue Häuser einordnen

  1. 1Am Rand einer Stadt wird bisher unbebautes Gelände mit Wohnhäusern bebaut.
  2. 2Damit wächst die bebaute Fläche. Das gehört zur physischen Dimension.
  3. 3Ob auch der Anteil der Stadtbevölkerung steigt, lässt sich aus den neuen Häusern allein nicht ablesen.

Teste dich

LeichtWelche Zuordnung der Dimensionen stimmt?

Alles auf einen Blick

Urbanisierung

  • Begriff

    Urbanisierung ist die Ausbreitung städtischer Lebensformen und hat vier Dimensionen.

  • Ursachen

    Beschäftigungsverlust auf dem Land konnte Menschen fortdrängen; die Hoffnung auf Verdienst konnte sie in Industriezentren ziehen.

  • Vielfalt

    Auch Hafenhandel, Verkehrsknoten, Verwaltung und andere Dienstleistungen waren für Stadtwachstum wichtig.

  • Daten

    Vergleiche gleiche Räume und Bezugsgrößen und prüfe Stadtdefinitionen sowie Gemeindegrenzen.

  • Urteil

    Neue Erwerbschancen und bessere Versorgung müssen zusammen mit Wohnproblemen und Umweltbelastungen betrachtet werden.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Was belegt der steigende Stadtbevölkerungsanteil?

  1. 1Aufgabe: Prüfe, ob der steigende Stadtbevölkerungsanteil im Deutschen Reich bessere Wohnverhältnisse beweist.
  2. 2Werte feststellen: 1871 betrug der Anteil 36,1 %, 1910 waren es 60,0 %.
  3. 3Veränderung berechnen: 60,0 minus 36,1 ergibt eine Zunahme um 23,9 Prozentpunkte.
  4. 4Aussagebereich bestimmen: Gemessen wird der Anteil der Stadtbevölkerung, nicht die Qualität ihrer Wohnungen.
  5. 5Ergebnis formulieren: Der Stadtbevölkerungsanteil stieg. Ob die Menschen besser wohnten, lässt sich aus diesen beiden Werten allein nicht beurteilen.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zu Erwerbschancen und Wohnen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die Ausdehnung bebauter Flächen gehört zur Dimension der Urbanisierung. Neue Verdienstmöglichkeiten in Industriezentren wirkten für Menschen vom Land als . Im Deutschen Reich betrug der Stadtbevölkerungsanteil 1910 .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Urbanisierung

LeichtWelche Veränderung gehört zur sozialen Dimension der Urbanisierung?
MittelWas zeigt die Bedeutung des Hafenhandels für das Städtewachstum?
SchwerWelches Urteil berücksichtigt die Folgen der Abwasserableitung für Stadt und Umland?

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