Zum Inhalt springen

Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Heimatfront im Ersten Weltkrieg einfach erklärt

Du lernst, wie der Krieg den Alltag zu Hause prägte, warum Hunger ungleich traf und wie du Berichte, Zahlen und spätere Erklärungen prüfst.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Heimatfront im Ersten Weltkrieg einfach erklärt

Kurz gesagt

Heimatfront meint die Einbeziehung der Zivilbevölkerung in den Krieg, auch fern der Kämpfe. In Deutschland prägten Arbeit für den Krieg, Hunger und Propaganda den Alltag. Die Belastungen trafen die Menschen unterschiedlich.

Krieg verändert auch das Leben der Menschen, die keine Soldaten sind. Lebensmittel fehlen, Arbeitsplätze verändern sich und Briefe werden kontrolliert. An der deutschen Heimatfront im Ersten Weltkrieg kannst du diese Verbindungen untersuchen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Mit Front ist das Gebiet gemeint, in dem Soldaten kämpfen. Zur Zivilbevölkerung gehören Menschen, die keine Soldaten sind. Der Begriff Heimatfront bezeichnet ihre Einbeziehung in den Krieg, auch wenn die Front außerhalb ihrer Wohngebiete liegt. Das Wort verbreitete sich im Ersten Weltkrieg als politisches Schlagwort: Es sollte die enge Verbindung zwischen den Kämpfen und dem Leben zu Hause ausdrücken.

Die Menschen waren auf unterschiedliche Weise betroffen. Sie stellten Waffen her, halfen beim Transport von Ausrüstung oder versorgten Verwundete in Militärkrankenhäusern. Auch Luftangriffe trafen die Heimatfront. Sie war deshalb kein sicherer Bereich, den der Krieg unberührt ließ.

Frauen übernahmen zunehmend Berufe, die zuvor Männern vorbehalten gewesen waren. Sie ersetzten teilweise Arbeiter, die zum Militär eingezogen worden waren. Auch Kinder wurden einbezogen. Kriegsspielzeug und Schulaufsätze sollten sie für den Krieg gewinnen. Solche gezielten Versuche, Meinungen und Gefühle zu beeinflussen, heißen Propaganda.

Feldpost verband Soldaten mit ihren Angehörigen. Dazu gehörten Briefe und Päckchen sowie die Einrichtungen, die den Postverkehr organisierten. Angehörige erhielten Lebenszeichen, Soldaten erfuhren von Familienangelegenheiten. Allerdings galt kein Briefgeheimnis. Militärische Zensur, also die Kontrolle von Mitteilungen, sollte unerwünschte Angaben verhindern. Wegen der großen Menge wurden Sendungen stichprobenartig geprüft. Soldaten durften weder konkrete Angaben zum Kriegsgeschehen noch entmutigende Äußerungen nach Hause schicken.

Definition

Heimatfront

Einbeziehung der Zivilbevölkerung in den Krieg, etwa durch Waffenproduktion oder durch Luftangriffe außerhalb des eigentlichen Frontgebiets.

Beispiel: Wie Kinder einbezogen wurden

  1. 1Kriegsspielzeug und schulische Aufsatzthemen sollten Kinder für den Krieg gewinnen.
  2. 2Bei Ernteeinsätzen und Sammlungen sollten Kinder die Heimatfront unterstützen.
  3. 3So verbanden sich die Beeinflussung ihrer Gedanken und praktische Hilfe.

Teste dich

LeichtWarum gehören auch Luftangriffe auf Wohngebiete zum Thema Heimatfront?

Alles auf einen Blick

Heimatfront im Ersten Weltkrieg

  • Heimatfront

    Auch die Zivilbevölkerung wurde in den Krieg einbezogen und war von seinen Gefahren betroffen.

  • Versorgung

    Militärischer Bedarf, gestörte Einfuhren und Probleme in der Landwirtschaft verstärkten den Mangel.

  • Ungleichheit

    Geld und Besitz beeinflussten die Möglichkeiten, zusätzliche Lebensmittel zu beschaffen.

  • Frauenarbeit

    Neue berufliche Chancen standen staatlichen Vorschriften und fehlender politischer Mitsprache gegenüber.

  • Angaben prüfen

    Briefe, spätere Erklärungen und Statistiken beantworten unterschiedliche Fragen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Den Beschäftigungswert für Chemie erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre den Wert 467,7 für erwachsene Arbeiterinnen im Bereich Chemie im September 1918.
  2. 2Einheit prüfen: Der Wert ist eine Indexzahl, keine Anzahl von Arbeiterinnen.
  3. 3Vergleichspunkt bestimmen: Die Beschäftigung vom März 1914 wurde auf 100 gesetzt.
  4. 4Vergleichen: 467,7 liegt über 100. Die weibliche Beschäftigung lag also deutlich über ihrem Ausgangsstand.
  5. 5Grenze nennen: Die genaue Anzahl der Arbeiterinnen lässt sich aus diesem Wert nicht ablesen.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zur Beschäftigung im Bereich Textil In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Der als Steckrübenwinter bekannte Hungerwinter in Deutschland lag im Winter . Ab Mai 1917 mussten Schweine vor einer privaten Schlachtung Wochen im eigenen Haushalt gehalten worden sein. Der Beschäftigungsindex erwachsener Arbeiterinnen in der Metallindustrie betrug im September 1918 .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Heimatfront im Ersten Weltkrieg

LeichtWelche Aufgabe hatte die Feldpost für Soldaten und Angehörige?
MittelWie unterschieden sich die Positionen im Streit um Pensionsschweine?
SchwerWie lassen sich Herings und Guttmanns Aussagen über Frauen im Krieg zusammen einordnen?

Weiterlesen in Geschichte