Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Frankenreich: Entstehung, Blüte und Teilung
Du lernst, wie Chlodwig das Frankenreich aufbaute, wie die Karolinger Könige wurden und warum Karls großes Reich später geteilt wurde.
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Kurz gesagt
Das Frankenreich bestand vom 5. bis ins 9. Jahrhundert. Chlodwig vergrößerte es durch Eroberungen; unter Karl dem Großen erreichte es seine größte Ausdehnung. Nach Streit um die Nachfolge entstanden 843 drei Reiche.
Wie regierst du ein Reich, wenn du keine feste Hauptstadt hast? Und wer bekommt die Macht, wenn der Herrscher stirbt? Am Frankenreich siehst du, wie Eroberungen, Zusammenarbeit und Streit um das Erbe ein Reich veränderten.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Das Frankenreich bestand vom 5. bis ins 9. Jahrhundert. Es entstand vor allem aus Gallien, einem zuvor römischen Gebiet, und angrenzenden Siedlungsgebieten östlich des Rheins.
Chlodwig I. gehörte zur Herrscherfamilie der Merowinger. Anfangs war er einer von mehreren fränkischen Heerführern. 486/87 besiegte er den Herrscher Syagrius. Er übernahm dessen Gebiet und die verbliebenen römischen Truppen. Damit reichte sein Machtbereich bis zum Fluss Loire. Danach beseitigte er weitere fränkische Teilreiche. 507 besiegte er die Westgoten und verdrängte sie fast ganz aus Gallien.
Chlodwig gewann auch Land hinzu. Der Besitz römischer Grundherren, die in den fränkischen Eroberungskriegen getötet oder vertrieben wurden, fiel an den Herrscher. Grundherren besaßen Land, auf dem andere Menschen arbeiteten. Mit diesem Besitz bezahlte Chlodwig weitere Kriegszüge. Durch Landschenkungen machte er andere Adlige von sich abhängig. Adlige gehörten zu einer Gruppe mit besonderen Rechten und Macht.
Chlodwig nutzte, soweit möglich, die noch funktionierende römische Verwaltung. Sie half dabei, das Reich zu organisieren und Einnahmen zu verwalten. Auch Bischöfe, die leitenden Männer der Kirche in einem Gebiet, stützten seine Macht. Chlodwig ließ sich katholisch taufen. Damit gewann er die Unterstützung römischer Christen. Das genaue Jahr seiner Taufe ist umstritten.
Definition
Herrscherfamilie
Eine Familie, aus der mehrere Herrscher nacheinander kommen. Im Frankenreich herrschten zuerst die Merowinger, später die Karolinger.
Beispiel: Wie Land Chlodwigs Macht stärkte
- 1Besitz getöteter oder vertriebener römischer Grundherren gelangte an Chlodwig.
- 2Dieser Besitz half ihm, weitere Kriegszüge zu bezahlen.
- 3Verschenkte er Land an Adlige, machte er sie dadurch von sich abhängig.
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Die Merowinger trugen zunächst den Königstitel. Doch ihre Hausmeier wurden immer mächtiger. Hausmeier waren Amtsträger der Könige. Die Familie der Karolinger übte als Hausmeier bereits seit dem späten 7. Jahrhundert die tatsächliche politische Macht aus. Königstitel und tatsächliche Macht lagen damit in verschiedenen Händen.
Ein wichtiger Hausmeier war Karl Martell. Ab 737 herrschte er nach dem Tod des merowingischen Königs allein über das Frankenreich, ohne selbst den Königstitel zu tragen. Sein Sohn Pippin III. ging einen Schritt weiter. 751 setzte er nach Absprache mit Papst Zacharias den letzten merowingischen König Childerich III. ab. Der Papst war das Oberhaupt der katholischen Kirche. Pippin ließ sich zum König salben: Bei dieser religiösen Feier wurde er mit Öl gesalbt. Nun hatten die Karolinger auch den Königstitel.
Spätere Berichte aus der Zeit der Karolinger stellten die Merowingerkönige als schwach dar. Diese Berichte standen auf der Seite der neuen Herrscherfamilie. Historiker zweifeln deshalb daran, dass die Merowingerkönige tatsächlich durchgehend so schwach waren.
Merke: Die Karolinger hatten schon vor 751 die tatsächliche politische Macht. Erst 751 übernahmen sie auch den Königstitel.
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Karl der Große war ein Sohn Pippins III. und regierte von 768 bis 814. Nach dem Tod seines Bruders Karlmann wurde er 771 Alleinherrscher. Unter Karl erreichte das Frankenreich seine größte Macht und Ausdehnung.
Karl führte viele Kriege. 774 eroberte er das Reich der Langobarden. Seine Kriege gegen die Sachsen dauerten bis 804. An den Grenzen richtete er besondere Gebiete ein, die Grenzmarken hießen. Sie dienten sowohl der Verteidigung als auch der Vorbereitung von Angriffskriegen. Am 25. Dezember 800 wurde Karl zum römischen Kaiser gekrönt.
Für die Herrschaft über das große Reich brauchte Karl Helfer. Grafen waren Adlige mit Aufgaben für den König. Sie beaufsichtigten königliche Güter, also Landbesitz und Höfe. Sie halfen, Krieger für das Heer zusammenzurufen, und sammelten Abgaben für den König ein. Abgaben waren Geld oder Waren, die dem König zustanden. Königsboten kontrollierten Pfalz- und Markgrafen. Das waren Grafen mit Aufgaben an königlichen Aufenthaltsorten oder in Grenzgebieten.
Karl hatte keine feste Hauptstadt. Er reiste mit seinen Begleitern von Pfalz zu Pfalz. Eine Pfalz war ein größerer königlicher Aufenthaltsort mit steinernen Gebäuden. Durch die Reisen ließen sich seine Begleiter leichter versorgen. Zugleich konnte der König an verschiedenen Orten seine Macht zeigen und Kontrolle ausüben. Aachen wurde unter Karl ein wichtiger kaiserlicher Aufenthaltsort und das Zentrum des Reiches.
Definition
Königsboten
Beauftragte des Königs, die unter Karl dem Großen Pfalz- und Markgrafen kontrollierten.
Merke: Karl vergrößerte sein Reich durch Kriege. Grafen, Königsboten und Reisen halfen ihm, seine Herrschaft auszuüben.
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Bei der Nachfolge konnte Streit entstehen: Sollte ein Herrscher das ganze Reich bekommen oder sollten mehrere Söhne es teilen? Karl der Große plante 806 eine Aufteilung unter seinen drei Söhnen. Zwei von ihnen starben jedoch vor ihm. Deshalb wurde der Plan aufgegeben. Sein Sohn Ludwig der Fromme folgte ihm 814 als Kaiser nach.
Ludwig wollte die Einheit des Reiches bewahren. 817 legte er fest, dass der älteste Kaisersohn den Kaisertitel erben sollte. Seine Söhne wollten dagegen eine Aufteilung des Reiches. Dieser Streit um die Nachfolge führte seit 829 auch zu Kämpfen zwischen Ludwig und seinen Söhnen.
Nach Ludwigs Tod 840 stritten seine Söhne weiter um das Erbe. Im Vertrag von Verdun einigten sie sich 843 auf eine Aufteilung. Es entstanden drei Reiche: Karl der Kahle erhielt das Westfrankenreich, Ludwig der Deutsche das Ostfrankenreich und Kaiser Lothar I. das Mittelreich. Alle drei waren Söhne Ludwigs des Frommen.
Die Teilung hatte weitere Folgen. Aus dem Westfrankenreich entwickelte sich später das Königreich Frankreich, aus dem Ostfrankenreich das Heilige Römische Reich. So hieß das spätere Reich, das sich aus dem östlichen Teil entwickelte. Diese späteren Reiche waren also nicht schon 843 in ihrer späteren Form vorhanden. 855 ließ Lothar I. das Mittelreich unter seinen Söhnen aufteilen. Die Einheit des Frankenreiches wurde später nur noch kurzzeitig wiederhergestellt.
| Jahr | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 817 | Ludwig regelt die Nachfolge. | Er will die Einheit des Reiches bewahren. |
| 843 | Vertrag von Verdun | Drei Reiche entstehen. |
| 855 | Teilung des Mittelreiches | Lothars Söhne teilen sein Reich. |
Merke: Der Streit um das Erbe war eine Ursache der Teilung. Der Vertrag von Verdun regelte 843 die Aufteilung in drei Reiche.
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Alles auf einen Blick
Frankenreich
Chlodwig
Eroberungen, Landbesitz und die Unterstützung der Kirche stärkten seine Herrschaft.
Machtwechsel
Die Karolinger übten als Hausmeier schon politische Macht aus, bevor sie 751 Könige wurden.
Karl der Große
Unter ihm erreichte das Frankenreich seine größte Macht und Ausdehnung.
Herrschaft
Grafen, Königsboten und Reisen halfen Karl, das große Reich zu regieren.
Teilung
Nach Streit um die Nachfolge entstanden 843 im Vertrag von Verdun drei Reiche.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Warum wurde Karls Teilungsplan nicht umgesetzt?
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Karls Plan zur Teilung aufgegeben wurde und ihm ein Sohn im ganzen Reich nachfolgte.
- 2Plan feststellen: Karl wollte das Reich 806 unter seinen drei Söhnen aufteilen.
- 3Veränderung erkennen: Zwei dieser Söhne starben vor ihrem Vater. Deshalb wurde der Teilungsplan aufgegeben.
- 4Ergebnis nennen: Ludwig der Fromme folgte Karl 814 als Kaiser nach.
- 5Erklärung formulieren: Ein Plan ist noch kein geschehenes Ereignis. Der Tod zweier Söhne veränderte die vorgesehene Nachfolge.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Lothars Reich In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt zwei Reichsteile. Richtig: 855 ließ Lothar I. das Mittelreich unter seinen Söhnen aufteilen.
Lückentext
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Chlodwig besiegte Syagrius . Karl der Große wurde im Jahr zum römischen Kaiser gekrönt. Im Vertrag von Verdun wurde das Frankenreich in drei Reiche geteilt.
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