Geschichte · Klasse 7–8 · aktualisiert
Amerikanische Unabhängigkeitserklärung erklärt
Du lernst, warum die Kolonien ihre Unabhängigkeit erklärten, wie sie diese begründeten und für wen ihre Freiheitsversprechen Grenzen hatten.
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Kurz gesagt
Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung begründete die Trennung von dreizehn Kolonien von Großbritannien. Am 4. Juli 1776 wurde ihr Text angenommen. Er berief sich auf gleiche Rechte und die Zustimmung der Regierten, doch die Sklaverei blieb bestehen.
Eine Regierung soll Freiheit schützen. Was aber, wenn Menschen ihr vorwerfen, ihre Rechte zu verletzen? Mit dieser Frage begründeten die amerikanischen Kolonien ihre Trennung von Großbritannien. Du untersuchst auch, wie weit ihr Versprechen gleicher Rechte tatsächlich reichte.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
Die dreizehn nordamerikanischen Kolonien waren Gebiete unter britischer Herrschaft. Nach dem Friedensschluss von 1763 wollte die britische Regierung einen Teil ihrer Kriegskosten durch höhere Steuern und Abgaben in den Kolonien decken. Die Kolonisten hatten aber keine Vertreter im britischen Unterhaus, einem Teil des Parlaments in London. Im Kern ging es darum, ob sie ohne diese Vertretung besteuert werden durften.
1774 schickten die Kolonien Vertreter zum Ersten Kontinentalkongress, einer gemeinsamen Versammlung. Diese suchte zunächst einen friedlichen Ausgleich und mehr Selbstständigkeit unter britischer Oberhoheit. Zugleich beschloss sie, britische Waren zu boykottieren, also nicht mehr zu kaufen. Am 19. April 1775 begannen bei Lexington und Concord Kämpfe zwischen Kolonisten und britischen Truppen. Damit begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg.
Am 2. Juli 1776 stimmten im Zweiten Kontinentalkongress Vertreter von zwölf der dreizehn Kolonien für die Trennung. Die Vertreter aus New York enthielten sich. Die zwei Tage später angenommene Unabhängigkeitserklärung sollte diesen Beschluss rechtlich und moralisch begründen: Sie erklärte, warum die Trennung nach Ansicht ihrer Verfasser erlaubt und gerecht war. Unterscheide deshalb die längerfristigen Ursachen des Konflikts vom konkreten Beschluss, den das Dokument erläuterte.
Definition
Ursache und Anlass
Eine Ursache erklärt, warum ein Konflikt entsteht. Ein Anlass ist ein konkreter Auslöser oder unmittelbarer Bezug einer Handlung. Hier ist der Steuerstreit eine Ursache des Konflikts; die Erklärung erläuterte den bereits gefassten Trennungsbeschluss.
Beispiel: Verhandeln und Druck ausüben
- 1Der Erste Kontinentalkongress suchte einen friedlichen Ausgleich mit Großbritannien.
- 2Gleichzeitig beschloss er, britische Waren nicht mehr zu kaufen.
- 3Die gemeinsame Versammlung verband damit die Suche nach einer Einigung mit wirtschaftlichem Druck.
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Die Erklärung verbindet drei Teile zu einer Begründung. Zuerst nennt sie allgemeine Rechte der Menschen. Sie erklärt auch, welchen Zweck eine Regierung hat und unter welchen Bedingungen ein Volk sie ersetzen darf.
Danach folgen Vorwürfe gegen den britischen König. Die Verfasser behaupten, er habe ihre Rechte wiederholt schwer verletzt. Sie werfen ihm unter anderem vor, die Arbeit der Parlamente in den Kolonien behindert und den Handel eingeschränkt zu haben. Außerdem erklären sie, ihre Bitten um Abhilfe seien erfolglos geblieben. Diese Anklagen geben die Sicht der Verfasser wieder. Ihre Auflistung war nicht in allen Einzelheiten korrekt.
Im Schlussteil ziehen die Verfasser ihre Folgerung: Die Kolonien seien freie und unabhängige Staaten. Die Treuepflicht gegenüber der britischen Krone und die politische Verbindung mit Großbritannien würden aufgehoben. Als unabhängige Staaten beanspruchten sie, Kriege zu führen, Frieden zu schließen, Bündnisse einzugehen und Handel zu treiben.
| Teil | Aufgabe in der Begründung |
|---|---|
| Allgemeine Rechte | Den Maßstab für eine gerechte Regierung nennen. |
| Vorwürfe gegen den König | Behauptete Verstöße gegen diesen Maßstab anführen. |
| Erklärung der Trennung | Aus den Vorwürfen die Unabhängigkeit ableiten. |
Merke: Die Erklärung begründet eine politische Entscheidung. Die Vorwürfe gegen den König sind deshalb als Aussagen ihrer Verfasser zu kennzeichnen.
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Nach der Erklärung sind alle Menschen gleich erschaffen. Sie besitzen natürliche Rechte: Rechte, die ihnen als Menschen zustehen und nicht erst von einer Regierung geschenkt werden. Die Verfasser führen diese Rechte auf einen Schöpfer zurück. Sie nennen Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Diese Rechte seien unveräußerlich, dürften Menschen also nicht genommen werden.
Regierungen sollen diese Rechte sichern. Ihre rechtmäßige Macht beruhe auf der Zustimmung der Regierten, also der Menschen, über die sie herrschen. Die Erklärung begründet gerechte Herrschaft damit durch Zustimmung, nicht durch die bloße Macht einer Regierung.
Verfehlt eine Regierung ihren Zweck, hat das Volk nach der Erklärung ein Widerstandsrecht. Es darf die Regierung verändern oder abschaffen und eine neue Ordnung für Sicherheit und Glück schaffen. Dabei warnen die Verfasser vor einem Wechsel aus unbedeutenden oder vorübergehenden Gründen. Eine lange Reihe von Missbräuchen mit dem Ziel vollständiger Unterwerfung begründe dagegen ein Recht und sogar eine Pflicht zum Widerstand.
Definition
Natürliche Rechte
Nach der Erklärung stehen diese Rechte Menschen von Natur aus zu. Regierungen sollen sie schützen; sie sind kein Geschenk der Regierung.
Merke: Nach der Erklärung sollen Regierungen Rechte schützen und brauchen die Zustimmung der Regierten. Eine lange Reihe von Missbräuchen mit dem Ziel vollständiger Unterwerfung begründet ein Recht und eine Pflicht zum Widerstand. Vor einem Regierungswechsel aus unbedeutenden oder vorübergehenden Gründen warnen die Verfasser.
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Der Rechteanspruch der Erklärung war allgemein: Sie sprach von der gleichen Erschaffung aller Menschen. Doch Anspruch und Umsetzung waren nicht gleich. In der späteren Anwendung der Verfassung wurden die Rechte zunächst nur frei geborenen, weißen Männern in vollem Umfang zugestanden. Frauen, Sklaven und freie Schwarze erhielten sie nicht in vollem Umfang. Eine Verfassung legt die grundlegende Ordnung eines Staates fest.
Auch die Sklaverei blieb bestehen. Sklaven waren Menschen, die als Eigentum behandelt wurden und nicht frei leben konnten. Thomas Jefferson, der Hauptautor der Erklärung, hatte eine Verurteilung der Sklaverei vorgeschlagen. Der Kontinentalkongress strich sie jedoch aus dem Entwurf, damit das Dokument die Zustimmung der Bürger aus den sklavenhaltenden Kolonien finden konnte.
Du musst deshalb zwei Fragen unterscheiden: Welche Rechte beanspruchte das Dokument für Menschen? Und wem wurden diese Rechte tatsächlich in vollem Umfang zugestanden? Die neue staatliche Ordnung beseitigte die Sklaverei nicht. Auch besetzten die bisherigen nordamerikanischen Eliten, also besonders einflussreiche Gruppen, weiterhin wesentliche Machtpositionen.
| Allgemeiner Anspruch | Grenze der Umsetzung |
|---|---|
| Alle Menschen sind gleich erschaffen. | Später zunächst volle Rechte nur für frei geborene, weiße Männer. |
| Freiheit gehört zu den natürlichen Rechten. | Die Sklaverei blieb bestehen. |
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Die Unabhängigkeit entstand nicht durch einen einzigen gemeinsamen Unterschriftentermin. Am 2. Juli 1776 stimmte der Kontinentalkongress dem Beschluss zur Trennung von Großbritannien zu. Am 4. Juli 1776 nahm er den Text der Unabhängigkeitserklärung an. Dieser Text erläuterte und begründete den Beschluss.
Die Annahme am 4. Juli verlieh der Erklärung Rechtskraft. Sie wurde sofort in zahlreichen Drucken verbreitet und öffentlich vorgelesen. Eine Urkunde über den Beschluss wurde erst Ende Juli ausgefertigt. Die meisten Delegierten, also die entsandten Vertreter, unterschrieben sie am 2. August 1776. Für die meisten lag die Unterzeichnung damit nach der Annahme und Veröffentlichung.
Der 4. Juli ist heute der Nationalfeiertag der USA, der Vereinigten Staaten von Amerika. Er erinnert an die Annahme der Erklärung, nicht an die Unterzeichnung durch die meisten Delegierten.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2. Juli 1776 | Der Kontinentalkongress beschließt die Trennung. |
| 4. Juli 1776 | Der Kontinentalkongress nimmt die Erklärung an. |
| Ende Juli 1776 | Eine Urkunde über den Beschluss wird ausgefertigt. |
| 2. August 1776 | Die meisten Delegierten unterzeichnen die Urkunde. |
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Alles auf einen Blick
Amerikanische Unabhängigkeitserklärung
Vorgeschichte
Der Streit um Steuern ohne Vertretung im britischen Unterhaus gehörte zu den Ursachen des Konflikts.
Begründung
Auf allgemeine Rechte folgen Vorwürfe gegen den König und die Erklärung der Trennung.
Herrschaft
Regierungen sollen Rechte schützen und ihre rechtmäßige Macht aus der Zustimmung der Regierten beziehen.
Grenzen
Trotz des allgemeinen Rechteanspruchs blieb die Sklaverei bestehen.
Zeitlicher Ablauf
Trennungsbeschluss, Annahme des Erklärungstextes und Unterzeichnung durch die meisten Delegierten waren verschiedene Schritte.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Streichung der Verurteilung der Sklaverei erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum die Streichung einen Widerspruch zwischen Rechteanspruch und politischer Entscheidung zeigt.
- 2Anspruch bestimmen: Die Erklärung nennt Freiheit als natürliches Recht der Menschen.
- 3Entscheidung untersuchen: Der Kongress strich Jeffersons vorgeschlagene Verurteilung der Sklaverei, um die Zustimmung der Bürger aus den sklavenhaltenden Kolonien zu erreichen.
- 4Vergleich formulieren: Der allgemeine Freiheitsanspruch führte hier nicht zur Verurteilung der Sklaverei. Das Ziel, Zustimmung zu gewinnen, begrenzte den Inhalt des Dokuments.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Verbreitung und Unterzeichnung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die letzte Aussage verwechselt den Tag der Annahme mit dem Unterschriftentermin der meisten Delegierten. Richtig: Die meisten Delegierten unterzeichneten die Urkunde am 2. August 1776.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Zum Ersten Kontinentalkongress entsandten die Kolonien ihre Vertreter. Bei Lexington und Concord begann der Unabhängigkeitskrieg. Den Text der Unabhängigkeitserklärung nahm der Kongress am an.
Karteikasten
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