Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Flexion: Deklination und Konjugation erklärt
Flexion heißt Beugung: Ein Wort ändert seine Form, damit es in den Satz passt. Du lernst Deklination, Konjugation und Kongruenz auseinanderzuhalten.
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Kurz gesagt
Flexion (Beugung) ist die grammatisch bedingte Veränderung der Form eines Wortes: „Kind – Kinder – Kindern“. Bei Nomen, Artikeln, Adjektiven und Pronomen heißt sie Deklination, bei Verben Konjugation. Dabei entsteht kein neues Wort, sondern eine andere Form desselben Wortes.
Flexion oder Beugung bedeutet: Ein Wort verändert seine Form, damit es zu seiner grammatischen Aufgabe im Satz passt. Bei Nomen, Artikeln, Adjektiven und Pronomen heißt diese Veränderung Deklination, bei Verben Konjugation.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Vergleiche die Sätze „Das Kind spielt.“ und „Die Kinder spielen.“ Aus „Kind“ wird „Kinder“, aus „das“ wird „die“, aus „spielt“ wird „spielen“. Die Wortformen ändern sich, weil nun mehrere Kinder gemeint sind. Flektierbar sind im Deutschen Nomen („Kind – Kinder – Kindern“), Verben („spiele – spielst – spielte“), Adjektive („klein – kleine – kleinen“), Artikel („der – die – den“), Pronomen („ich – mir – mich“) und manche Zahlwörter („ein – eines – einem“). Präpositionen wie „mit“, Konjunktionen wie „weil“, Adverbien wie „heute“ und andere Partikeln verändern ihre Form dagegen nicht. Die Flexion von Nomen, Artikeln, Adjektiven und Pronomen heißt Deklination. Dabei zählen drei Merkmale: der Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ), der Numerus (Singular oder Plural) und das Genus, das grammatische Geschlecht (Maskulinum, Femininum oder Neutrum). Ein Nomen hat normalerweise ein festes Genus, „Kind“ ist zum Beispiel Neutrum. Kasus und Numerus können sich im Satz ändern. Artikel und Adjektive zeigen das Genus des Nomens mit an. Bei Adjektiven hängt die Endung außerdem vom Artikel davor ab: „der alte Hund“, „ein alter Hund“, „alter Hund“.
Definition
Flexion
Flexion ist die grammatisch bedingte Veränderung der Form eines Wortes. Dabei entsteht kein neues Wort, sondern eine andere Form desselben Wortes.
| Kasus | Frage | Singular | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | Wer oder was? | das Kind | die Kinder |
| Genitiv | Wessen? | des Kindes | der Kinder |
| Dativ | Wem? | dem Kind | den Kindern |
| Akkusativ | Wen oder was? | das Kind | die Kinder |
Beispiel: „Wir helfen den kleinen Kindern.“
- 1Das Verb „helfen“ verlangt hier den Dativ: Wem helfen wir?
- 2Gemeint sind mehrere Kinder: Plural.
- 3Deshalb stehen Artikel, Adjektiv und Nomen im Dativ Plural: „den kleinen Kindern“.
- 4Am Nomen erscheint zusätzlich die Endung „-n“: „Kindern“.
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Die Flexion eines Verbs heißt Konjugation. Eine Verbform kann fünf Merkmale ausdrücken: die Person (erste, zweite oder dritte), den Numerus (Singular oder Plural), das Tempus (die Zeitform), den Modus (zum Beispiel Aussage, Aufforderung oder Möglichkeit) und das Genus Verbi (Aktiv oder Passiv). In „du spielst“ zeigt die Endung „-st“ die zweite Person Singular an. Verbformen entstehen aber nicht immer nur durch eine Endung. Schwache Verben bilden das Präteritum mit „-t-“: „spiele – spielte“. Bei starken Verben verändert sich der Stammvokal: „singe – sang“. Unregelmäßige Verben haben sehr verschiedene Formen: „bin – bist – ist – seid – sind“. Auch Modus und Genus Verbi verändern die Form: „Du kommst.“ ist eine Aussage im Indikativ, „Komm!“ eine Aufforderung im Imperativ, „Wenn du doch kämst!“ ein Wunsch im Konjunktiv II. Aktiv: „Der Unternehmer entließ die Angestellten.“ Passiv: „Die Angestellten wurden entlassen.“
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| 1. Person | ich spiele | wir spielen |
| 2. Person | du spielst | ihr spielt |
| 3. Person | er, sie, es spielt | sie spielen |
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Zusammengehörige Wörter tragen passende grammatische Merkmale. Diese Übereinstimmung heißt Kongruenz. Im Satz „Wir sehen den kleinen Jungen.“ steht das Subjekt „wir“ in der ersten Person Plural. Dazu passt die Verbform „sehen“. Auch „den kleinen Jungen“ gehört zusammen: Artikel, Adjektiv und Nomen stehen im Akkusativ Singular Maskulinum. Ein häufiger Fehler entsteht, wenn man sich beim Verb von einem nahen Pluralwort täuschen lässt. Richtig ist „Die Farbe der Blätter ändert sich im Herbst.“, falsch ist „Die Farbe der Blätter ändern sich im Herbst.“ Das Subjekt ist „die Farbe“ und steht im Singular. Deshalb steht auch das Verb im Singular: „ändert“.
Definition
Kongruenz
Kongruenz ist die grammatische Übereinstimmung zusammengehöriger Wörter oder Wortgruppen.
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Nicht jede Veränderung eines Wortes ist Flexion. Entscheidend ist, ob nur eine grammatische Form oder ein neues Wort entsteht. Nicht alle Flexionsformen folgen einem einzigen Muster. Bei einigen Verben gibt es mehrere gebräuchliche Varianten. So gelten sowohl „du backst“ als auch „du bäckst“ sowie „er backt“ und „er bäckt“. Ein besonderer Fall ist „möchte“: Diese Form gehört zum Konjunktiv II von „mögen“. Es gibt deshalb keine Vergangenheitsform „möchtete“.
| Vorgang | Beispiel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Flexion | „spielen – spielst“ | andere Form desselben Verbs |
| Ableitung | „spielen – Spieler“ | neues Wort mit neuer Bedeutung |
| Zusammensetzung | „Spiel + Platz – Spielplatz“ | neues Wort aus mehreren Wörtern |
Merke: Ändert sich nur die grammatische Form, liegt Flexion vor. Entsteht ein neues Wort mit eigener Bedeutung, liegt Wortbildung vor.
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Alles auf einen Blick
Flexion (Beugung)
Deklination
nominale Wortarten
Konjugation
Verben
Merkmale
Kasus, Numerus, Genus, Person und Zeit
Kongruenz
passende Formen im Satz
Abgrenzung
Flexion verändert die Form, Wortbildung erzeugt ein neues Wort
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme die gebeugten Formen in: „Die Kinder geben dem alten Hund einen Knochen.“
- 1Verb: Das Subjekt „die Kinder“ ist 3. Person Plural, also heißt es „geben“ und nicht „gibt“.
- 2„dem alten Hund“: Wem geben sie etwas? Dativ Singular Maskulinum.
- 3„einen Knochen“: Wen oder was geben sie? Akkusativ Singular Maskulinum.
- 4Kongruenz prüfen: In jeder Wortgruppe passen Artikel, Adjektiv und Nomen zusammen.
Fehler finden
Jonas prüft den Satz „Die Tasche mit den Heften ___ auf dem Tisch.“ In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Das Verb richtet sich nach dem Kern des Subjekts, nicht nach dem Wort davor. „Die Tasche“ ist Singular. Richtig: Verb: „liegt“, 3. Person Singular, passend zu „die Tasche“.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In „Sie fährt mit einem neuen Fahrrad“ steht die Wortgruppe im . Der Artikel lautet , das Adjektiv .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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