Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Deklination: Formen sicher bestimmen und bilden
Der Hund, des Hundes, dem Hund: Du lernst, Genus, Numerus und Kasus zu bestimmen und Nomen richtig zu deklinieren – auch „dem Kollegen“.
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Kurz gesagt
Deklination ist die Veränderung von Nomen, Artikeln, Pronomen und Adjektiven nach Genus, Numerus und Kasus: der Hund, des Hundes, dem Hund, den Hund. Verben werden dagegen konjugiert. Einige maskuline Nomen bekommen außer im Nominativ Singular „-n“ oder „-en“: dem Kollegen.
Deklination bedeutet: Ein Nomen, Artikel, Pronomen oder Adjektiv erhält die Form, die zu seiner Aufgabe im Satz passt. Entscheidend sind Genus (grammatisches Geschlecht), Numerus (Zahl) und Kasus (Fall). Auf dieser Seite lernst du, diese Merkmale zu bestimmen und passende Formen zu bilden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Beim Deklinieren können sich einzelne Wörter oder mehrere Wörter einer Nominalgruppe verändern. Eine Nominalgruppe besteht aus einem Nomen und seinen Begleitern. Nicht jede Veränderung ist sofort am Nomen sichtbar: das Mädchen → die Mädchen: Das Nomen bleibt gleich, aber der Artikel zeigt den Plural. das Kind → dem Kind: Das Nomen bleibt gleich, aber der Artikel zeigt den Dativ.
Beispiel: Aus der schwarze Hund wird die schwarzen Hunde.
- 1Dabei ändern sich:
- 2der Artikel: der → die
- 3das Adjektiv: schwarze → schwarzen
- 4das Nomen: Hund → Hunde
- 5Die ganze Nominalgruppe steht zuerst im Singular und danach im Plural.
Merke: Dekliniert werden Nomen, Artikel, Pronomen und attributive Adjektive. Konjugiert werden Verben: „ich denke, du denkst, er denkt“.
Definition
Deklination
Deklination ist die Veränderung von Nomen, Artikeln, Pronomen und Adjektiven nach Genus, Numerus und Kasus.
Teste dich
Genus: das grammatische Geschlecht: Jedes Nomen hat ein festes Genus: Maskulinum: der Kuchen. Femininum: die Maus. Neutrum: das Buch. Das Genus des Nomens bleibt gleich. Artikel, Pronomen und Adjektive richten ihre Form danach: der neue Kuchen, die neue Maus, das neue Buch. Das grammatische Genus ist nicht dasselbe wie das persönliche Geschlecht. Die Form eines Wortes erlaubt deshalb nicht immer eine Aussage über die bezeichnete Person. Numerus: Einzahl oder Mehrzahl: Der Numerus zeigt die Anzahl: Singular: das Auge. Plural: die Augen. Der Plural kann auf verschiedene Arten entstehen: durch eine Endung: Tag → Tage. durch einen Umlaut: Mutter → Mütter. durch Umlaut und Endung: Haus → Häuser. ohne Änderung des Nomens: Mädchen → Mädchen. Kasus: die Aufgabe im Satz: Der Kasus zeigt, welche grammatische Aufgabe eine Nominalgruppe erfüllt. Im Deutschen gibt es vier Fälle.
| Kasus | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Nominativ | Wer oder was? | Der Hund schläft. |
| Genitiv | Wessen? | Das Fell des Hundes glänzt. |
| Dativ | Wem? | Ich gebe dem Hund Futter. |
| Akkusativ | Wen oder was? | Ich sehe den Hund. |
Beispiel: Satz: „Ich gebe dem Jungen einen Ball.“
- 1Ich gebe wem einen Ball? – dem Jungen. Die Nominalgruppe steht im Dativ.
- 2Junge ist maskulin.
- 3Gemeint ist ein Junge. Die Form steht deshalb im Singular.
- 4Ergebnis: dem Jungen = Maskulinum, Singular, Dativ.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Suche das Nomen mit seinen Begleitern.
- 2Stelle die passende Kasusfrage.
- 3Prüfe Artikel und Endungen.
- 4Bestimme zusätzlich Genus und Numerus.
Teste dich
Nomen haben ein festes Genus, werden aber nach Numerus und Kasus dekliniert. Häufig zeigen nur bestimmte Formen eine Endung. An der Tabelle zu „Kind“ erkennst du zwei häufige Muster: Viele maskuline und neutrale Nomen erhalten im Genitiv Singular -s oder -es: des Königs, des Kindes. Im Dativ Plural steht häufig ein zusätzliches -n: den Tagen, den Kindern, den Mäusen. Das zusätzliche Dativ-n entfällt, wenn die Pluralform bereits auf -n oder -s endet: den Frauen, den Omas. Artikel zeigen Genus, Numerus und Kasus oft besonders deutlich. Ein Adjektiv wird dekliniert, wenn es vor einem Nomen steht: der nette Mann, ein netter Mann, netter Mann. Die Endung hängt vom Begleiter ab: Nach dem bestimmten Artikel stehen häufig -e oder -en: der nette Mann, mit dem netten Mann. Ohne Artikel trägt das Adjektiv die deutlichere Endung: netter Mann, mit nettem Mann. Nach ein, kein oder einem Possessivartikel ergänzen sich Begleiter und Adjektiv: ein netter Mann, einem netten Mann. Steht das Adjektiv nach sein, werden oder bleiben, wird es nicht dekliniert: „Der Mann ist nett.“ Auch bei „Der Mann spricht nett“ bleibt es unverändert.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Kind | die Kinder |
| Genitiv | des Kindes | der Kinder |
| Dativ | dem Kind | den Kindern |
| Akkusativ | das Kind | die Kinder |
Beispiel: Satz: „Ich spiele mit den Kindern.“
- 1Die Präposition mit verlangt hier den Dativ. Kinder ist der Plural von Kind. Im Dativ Plural kommt ein -n hinzu: mit den Kindern.
| Kasus | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Genitiv | des | der | des | der |
| Dativ | dem | der | dem | den |
| Akkusativ | den | die | das | die |
Teste dich
Einige maskuline Nomen gehören zur N-Deklination. Sie erhalten im Singular außer im Nominativ die Endung -n oder -en. Viele dieser Nomen bezeichnen Personen oder Tiere, zum Beispiel Junge, Kollege, Kunde, Prinz, Löwe und Hase. Das ist eine hilfreiche Tendenz, aber keine ausnahmslose Regel. Eine sichere Prüfung lautet: (1) Ist das Nomen maskulin und steht es im Singular? (2) Steht es nicht im Nominativ? (3) Kennst du die Grundform als Nomen der N-Deklination? (4) Dann ergänze -n oder -en. Einige besondere Formen musst du einzeln beachten: der Name – dem Namen – des Namens. der Gedanke – dem Gedanken – des Gedankens. das Herz – dem Herzen – des Herzens. Aber: der Doktor – dem Doktor – des Doktors.
| Kasus | Form von „Mensch“ |
|---|---|
| Nominativ | der Mensch |
| Genitiv | des Menschen |
| Dativ | dem Menschen |
| Akkusativ | den Menschen |
Beispiel: „Der Deutsche gibt dem Franzosen einen Tipp.“
- 1der Deutsche steht im Nominativ: keine zusätzliche Endung.
- 2dem Franzosen steht im Dativ Singular. Franzose gehört zur N-Deklination: Franzosen.
- 3einen Tipp bezeichnet keine Person oder kein Tier und gehört nicht zur N-Deklination.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Deklination
Merkmale
Genus, Numerus und Kasus
Wortarten
Nomen, Artikel, Pronomen und attributive Adjektive
Fälle
Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ
Nomenformen
Genitiv-s, Dativ-n und Pluralformen
Besonderheit
N-Deklination mit -(e)n
Abgrenzung
Verben werden konjugiert
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme Genus, Numerus und Kasus: „Der Lehrer gibt den Schülern die Hefte.“
- 1Nominalgruppen suchen: „der Lehrer“, „den Schülern“, „die Hefte“.
- 2„der Lehrer“: Wer gibt? → Nominativ; Maskulinum, Singular.
- 3„den Schülern“: Wem gibt er etwas? → Dativ; Maskulinum, Plural – mit Dativ-n: Schüler → Schülern.
- 4„die Hefte“: Wen oder was gibt er? → Akkusativ; Neutrum („das Heft“), Plural.
Fehler finden
Mia setzt die passenden Formen ein. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3„Kunde“ gehört zur N-Deklination und braucht außer im Nominativ Singular „-n“. Richtig: dem Kunden – Dativ Singular.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Verben werden konjugiert, Nomen werden . Im Dativ Plural heißt es „Wir danken den “. „Franzose“ gehört zur N-Deklination: „Ich kenne den .“
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback