Deutsch · Klasse 9–10 · aktualisiert
Anglizismen erkennen und richtig verwenden
Team, Handy, mailen: Du lernst, Anglizismen zu erkennen, Lehnwörter und Scheinanglizismen zu unterscheiden und sie nach deutschen Regeln zu schreiben.
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Kurz gesagt
Anglizismen sind Wörter und Ausdrücke aus dem Englischen, die im Deutschen verwendet werden, etwa „Team“ oder „mailen“. Im deutschen Satz folgen sie meist deutschen Regeln: das Team, die Partys, du mailst. Ein Scheinanglizismus wie „Handy“ klingt nur englisch: Im Englischen heißt „handy“ „praktisch“.
Anglizismen sind Wörter, Ausdrücke oder andere sprachliche Formen, die aus dem Englischen ins Deutsche übernommen wurden. Beispiele sind „Team“, „Meeting“, „cool“ und „mailen“. Im Deutschen erhalten viele dieser Wörter deutsche Schreib- und Grammatikformen. Auf dieser Seite lernst du, Anglizismen sachlich einzuordnen, Scheinanglizismen zu erkennen und englisch beeinflusste Wörter verständlich und korrekt zu verwenden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Anglizismen begegnen dir in vielen Bereichen: „Job“ und „Meeting“ in der Arbeitswelt, „Social Media“ und „online“ in den Medien oder „cool“ und „chillen“ in der Alltagssprache. Englische Ausdrücke verbreiten sich besonders durch internationale Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Medien und Jugendkultur. Sie können neue Dinge benennen, Bedeutungen genauer unterscheiden oder innerhalb einer Gruppe Zugehörigkeit zeigen. Ein englisch wirkender Klang ist nur ein Hinweis. Er beweist die Herkunft nicht. Auch ein längst eingebürgertes Wort wie „Team“ oder „Internet“ kann ein Anglizismus sein, obwohl es vielen Menschen nicht mehr fremd erscheint.
Definition
Anglizismus
Ein Anglizismus ist ein englischer Einfluss auf die deutsche Sprache. Meist handelt es sich um ein übernommenes Wort oder einen Ausdruck. Der Einfluss kann aber auch Aussprache, Schreibweise oder Satzbau betreffen.
Beispiel: Unser Team hat ein Online-Meeting.
- 1„Team“, „Online“ und „Meeting“ stammen aus dem Englischen.
- 2„Team“ und „Meeting“ werden großgeschrieben: Im Deutschen werden sie als Substantive verwendet.
Teste dich
Anglizismen können nach unterschiedlichen Fragen geordnet werden. Die Einteilungen erfüllen verschiedene Zwecke und dürfen nicht vermischt werden. Fremdwörter und Lehnwörter: Ein Fremdwort wird noch deutlich als fremd wahrgenommen und ist wenig an deutsche Sprachmuster angepasst. Ein Lehnwort ist stärker integriert. Es erhält beispielsweise einen Artikel, deutsche Endungen oder eine deutsche Verbform. Die Grenze zwischen Fremdwort und Lehnwort ist nicht immer scharf. Integration kann schrittweise erfolgen, und die Vertrautheit mit einem Wort unterscheidet sich von Person zu Person. Scheinanglizismen: Das deutsche Substantiv „Handy“ bezeichnet ein Mobiltelefon. Im Englischen ist „handy“ dagegen vor allem ein Adjektiv mit der Bedeutung „praktisch“ oder „handlich“. Auch „Beamer“ bezeichnet im Deutschen einen Projektor, während das Wort im Englischen nicht die übliche Bezeichnung für dieses Gerät ist. Ergänzend, differenzierend oder verdrängend: Ein Anglizismus kann eine Benennungslücke ergänzen, eine Bedeutung genauer differenzieren oder mit einem vorhandenen deutschen Ausdruck konkurrieren und ihn möglicherweise verdrängen. Diese Wirkung hängt vom Gebrauch und vom jeweiligen Kontext ab.
Beispiel: So zeigt sich die Integration ins Deutsche
- 1Substantiv mit Artikel und deutschen Endungen: das Team, des Teams, die Teams.
- 2Verb mit deutschen Personalendungen: ich maile, du mailst, wir mailen.
- 3Beide Wörter sind damit grammatisch integriert.
Definition
Scheinanglizismus
Ein Scheinanglizismus wirkt englisch, wird im Englischen aber nicht in derselben Form oder Bedeutung verwendet. Der Begriff umfasst je nach Einteilung deutsche Neubildungen und Wörter mit einer im Deutschen veränderten Bedeutung.
Merke: „Fremdwort oder Lehnwort?“ fragt nach der Integration. „Reguläre Entlehnung oder Scheinanglizismus?“ vergleicht den deutschen und englischen Gebrauch. „Ergänzend oder verdrängend?“ fragt nach der Funktion im deutschen Wortschatz.
Teste dich
Sobald ein englisches Wort in einem deutschen Satz verwendet wird, gelten häufig deutsche Rechtschreib- und Grammatikregeln. Substantive großschreiben: Substantive beginnen mit einem Großbuchstaben: das Team, die Fitness, das Feedback. Sie erhalten außerdem ein grammatisches Geschlecht und einen Artikel, zum Beispiel der Job, die E-Mail und das Baby. Plural bilden: Bei Substantiven auf „-y“ bleibt das „y“ erhalten, meist kommt ein „-s“ hinzu: die Party – die Partys, die Story – die Storys, das Hobby – die Hobbys. Die englischen Formen „parties“ oder „stories“ werden nicht als deutsche Pluralformen übernommen. Verben konjugieren: Übernommene Verben erhalten deutsche Personalendungen (siehe Tabelle). Auch das Partizip richtet sich nach der eingebürgerten Form: gemailt, designt, gescannt oder upgedatet. Nicht jedes Verb bildet das Partizip auf dieselbe Weise. Prüfe deshalb unsichere Einzelformen, statt eine Regel blind auf jedes Wort zu übertragen. Zusammensetzungen: Zusammengesetzte Substantive werden zusammengeschrieben oder durch Bindestriche gegliedert, zum Beispiel Homeoffice und Home-Office. Bei längeren Verbindungen machen Bindestriche die Bestandteile sichtbar: E-Mail-Account, Work-Life-Balance.
| Person | Form von „mailen“ |
|---|---|
| ich | maile |
| du | mailst |
| er, sie, es | mailt |
| wir | mailen |
| ihr | mailt |
| sie | mailen |
Teste dich
Anglizismen sind nicht von sich aus gut oder schlecht. Entscheidend ist, ob sie in einer bestimmten Situation verständlich, genau und nützlich sind. Sinnvoll sind sie, wenn sie eine Benennungslücke schließen, in einer Fach- oder Berufsgruppe allgemein verstanden werden, einen Sachverhalt genauer bezeichnen oder internationale Zusammenarbeit erleichtern. Stören können sie, wenn die Zielgruppe sie nicht versteht, wenn sie nur Modernität vortäuschen, eine klare deutsche Bezeichnung unnötig ersetzen oder einen Text schwerer lesbar machen. Die Behauptung „Anglizismen bereichern immer die Sprache“ ist deshalb ebenso pauschal wie „Anglizismen zerstören die Sprache“. Mit diesem Prüfmuster kommst du zu einem begründeten Urteil: (1) Herkunft klären: Stammt die Form oder Verwendung tatsächlich aus dem Englischen? (2) Bedeutung vergleichen: Hat der Ausdruck im Deutschen und Englischen dieselbe Bedeutung? (3) Funktion bestimmen: Schließt er eine Lücke, unterscheidet er genauer oder konkurriert er mit einer deutschen Bezeichnung? (4) Integration prüfen: Wie werden Großschreibung, Artikel, Plural und Verbformen gebildet? (5) Kontext beurteilen: Versteht die Zielgruppe den Ausdruck, und passt er zur Textart? (6) Alternative abwägen: Wäre eine deutsche Bezeichnung genauer oder leichter verständlich?
Beispiel: „Login“ oder „Anmeldung“?
- 1In einem IT-Team ist „Login“ eine vertraute und genaue Bezeichnung.
- 2In einer Anleitung für Menschen ohne Vorkenntnisse könnte „Anmeldung“ verständlicher sein.
- 3Die passendere Wahl hängt nicht nur vom Wort ab, sondern von Zielgruppe, Textart und Situation.
Beispiel: Untersuchung von „Handy“
- 1Herkunft: Das Wort wirkt englisch.
- 2Bedeutung: Im Deutschen bezeichnet es ein Mobiltelefon; im Englischen hat „handy“ gewöhnlich eine andere Wortart und Bedeutung.
- 3Funktion: Es benennt im Deutschen einen alltäglichen Gegenstand.
- 4Integration: das Handy, die Handys.
- 5Kontext: Für ein deutschsprachiges Alltagspublikum ist es meist verständlich.
- 6Alternative: „Mobiltelefon“.
- 7Ergebnis: „Handy“ ist ein integrierter Scheinanglizismus. Ob es in einen bestimmten Text passt, ist damit noch nicht entschieden.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Anglizismen
erkennen
englischen Ursprung oder Einfluss untersuchen
unterscheiden
Integration, englischen Gebrauch und Funktion getrennt prüfen
Funktion prüfen
ergänzen, differenzieren oder verdrängen
integrieren
Großschreibung, Artikel, Plural und Verbformen
verwenden
Zielgruppe, Textart und Verständlichkeit beachten
bewerten
konkrete Wirkung statt pauschaler Urteile begründen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Überarbeite nach deutschen Regeln: „Nach zwei parties hat Ben das feedback gemailed.“
- 1Substantive finden: „parties“ und „feedback“ sind Substantive, also groß: „Party“, „Feedback“.
- 2Plural bilden: Bei „-y“ bleibt das „y“ erhalten, dazu kommt „-s“: „Partys“, nicht „Parties“.
- 3Verbform prüfen: Das Partizip von „mailen“ lautet deutsch „gemailt“.
- 4Lösung: Nach zwei Partys hat Ben das Feedback gemailt.
Fehler finden
Emma schreibt eine Nachricht an ihre Klasse. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4„Hobbies“ ist die englische Pluralform. Im Deutschen bleibt das „y“ erhalten, dazu kommt „-s“. Richtig: Schreibt eure Hobbys bitte auf einen Zettel.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im Deutschen schreibt man das Substantiv groß. Der deutsche Plural von „Party“ lautet . In „Du mir die Datei“ erhält das Verb eine deutsche Endung.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback