Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Kompositum: Aufbau, Bildung und Schreibung
Komposita wie „Haustür“ bestehen aus Bestimmungswort und Grundwort. Du lernst, sie zu zerlegen, Fugenlaute zu erkennen und sie richtig zu schreiben.
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Kurz gesagt
Ein Kompositum ist ein zusammengesetztes Wort aus mindestens zwei Bestandteilen, zum Beispiel „Küchenschrank“ aus „Küche“ und „Schrank“. Der letzte Teil ist das Grundwort: Er bestimmt Bedeutung und Artikel (der Schrank → der Küchenschrank). Das Bestimmungswort davor grenzt die Bedeutung ein.
Ein Kompositum ist ein Wort, das aus mindestens zwei Bestandteilen zusammengesetzt ist. Bei einem Nomen bestimmt der letzte Bestandteil die Grundbedeutung, den Artikel und die Beugung: Aus „die Küche“ und „der Schrank“ wird der Küchenschrank. Auf dieser Seite lernst du, Komposita systematisch zu zerlegen, Fugenlaute zu erkennen und verständliche Zusammensetzungen zu bilden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Kompositum besteht aus mindestens zwei Bestandteilen. Die beiden wichtigsten Funktionen heißen Bestimmungswort und Grundwort. Lange Komposita zerlegst du am besten von rechts nach links: „Haustürschlüssel = Haustür + Schlüssel = Haus + Tür + Schlüssel“. Das Grundwort ist „Schlüssel“. Gemeint ist also eine Art Schlüssel, genauer ein Schlüssel für eine Haustür.
Definition
Grundwort
Das Grundwort steht am Ende. Es nennt die grundlegende Sache oder Eigenschaft und bestimmt normalerweise die Wortart des gesamten Kompositums.
Definition
Bestimmungswort
Das Bestimmungswort steht vor dem Grundwort und grenzt dessen Bedeutung ein. Bei längeren Komposita können mehrere Bestandteile diese Aufgabe übernehmen.
Beispiel: Küchenschrank = Küche + Schrank
- 1„Schrank“ steht am Ende und ist das Grundwort.
- 2Das Wort bezeichnet eine Art Schrank.
- 3„Küche“ bestimmt genauer, um welchen Schrank es geht.
- 4Daher ist „Küche“ das Bestimmungswort.
Teste dich
Das Grundwort beantwortet die Frage: Was ist das Ganze grundsätzlich? Das Bestimmungswort beantwortet: Was für ein Exemplar ist es? Eine „Zahnbürste“ ist eine Bürste für die Zähne. Ein „Kinderbuch“ ist ein Buch für Kinder. Eine „Kartoffelsuppe“ ist eine Suppe aus Kartoffeln. Die Reihenfolge ist wichtig. „Kartoffelsuppe“ und „Suppenkartoffel“ bestehen aus ähnlichen Teilen, bezeichnen aber Verschiedenes: Das erste Wort ist eine Suppe, das zweite eine Kartoffel. Bei Nomenkomposita bestimmt das Grundwort außerdem Genus und Artikel: „der Tisch + die Lampe → die Tischlampe“, „die Sonne + die Brille → die Sonnenbrille“, „der Fußball + das Trikot → das Fußballtrikot“. Auch die Beugung folgt dem Grundwort. Aus „die Haustür“ wird im Plural „die Haustüren“. Die Pluralendung gehört zum gesamten Kompositum und richtet sich nach „Tür“. Komposition und Flexion sind nicht dasselbe: „Haus + Tür → Haustür“ bildet ein neues Wort, das ist Wortbildung. „Haustür → Haustüren“ bildet eine grammatische Form desselben Wortes, das ist Flexion oder Beugung.
Merke: Schau nach rechts: Das Grundwort bestimmt gewöhnlich Grundbedeutung, Wortart und bei Nomen auch Genus und Beugungsmuster.
Teste dich
Komposita können Bestandteile verschiedener Wortarten verbinden. Entscheidend ist das Ergebnis am rechten Rand: Nomen + Nomen („Haus + Tür → Haustür“), Adjektiv + Nomen („hoch + Haus → Hochhaus“), Verb + Nomen („schreiben + Tisch → Schreibtisch“), Nomen + Adjektiv („Stein + hart → steinhart“). Bei einem Verb als erstem Bestandteil wird häufig die Infinitivendung „-en“ oder „-n“ entfernt. Übrig bleibt ein gekürzter Verbstamm: „schreiben + Tisch → Schreibtisch“, „lesen + Brille → Lesebrille“, „schlafen + Zimmer → Schlafzimmer“. Zwischen zwei Bestandteilen kann ein Fugenlaut stehen. Er verbindet die Glieder, gehört aber nicht als selbstständiges Wort zur Bedeutung: „Küche + Schrank → Küchen-schrank“ mit „-n-“, „Einkauf + Tasche → Einkaufs-tasche“ mit „-s-“, „Tag + Form → Tages-form“ mit „-es-“, „Rind + Braten → Rinder-braten“ mit „-er-“. Die Wahl eines Fugenlauts lässt sich nicht für jedes Wort sicher vorhersagen. Prüfe deshalb nicht nur eine vermutete Regel, sondern lerne gebräuchliche Komposita als vollständige Wörter.
Beispiel: „Ladenöffnungszeit“ lässt sich schrittweise zerlegen
- 1„Laden + Öffnung → Ladenöffnung“
- 2„Ladenöffnung + Zeit → Ladenöffnungszeit“
- 3Das Grundwort des gesamten Kompositums ist „Zeit“.
- 4Zwischen „Öffnung“ und „Zeit“ steht das Fugenelement „-s-“.
- 5Das Wort bezeichnet also eine Zeit, zu der ein Laden geöffnet ist.
Teste dich
Komposita werden im Regelfall zusammengeschrieben: „Hausarzt“, nicht „Haus Arzt“; „Computerproblem“, nicht „Computer Problem“; „Hotelzimmer“, nicht „Hotel Zimmer“; „Küchengerät“, nicht „Küchen Gerät“. Die Wortart des Grundworts bestimmt auch die Groß- oder Kleinschreibung des gesamten Wortes: Nomen („Hochhaus“, „Apfelbaum“), Adjektiv („hellblau“, „steinhart“), Verb („schwarzarbeiten“). Ein Bindestrich ist besonders bei Ziffern, einzelnen Buchstaben und Abkürzungen nötig oder üblich, zum Beispiel in „16-seitig“, „A-Linie“ und „SIM-Karte“. Er kann außerdem eine schwer lesbare oder mehrdeutige Bildung gliedern, etwa „Pro-Contra-Liste“. Beim Erfinden eines neuen Kompositums reicht grammatische Möglichkeit allein nicht aus. Die Leserin oder der Leser muss erkennen können, wie die Bestandteile zusammengehören. Ist eine Bildung missverständlich oder unnötig lang, formuliere sie um oder gliedere sie mit einem begründeten Bindestrich.
Beispiel: Der Bindestrich kann zeigen, wie ein Wort zerlegt werden soll
- 1„Druck-Erzeugnis“: ein Erzeugnis, das durch Druck hergestellt wurde
- 2„Drucker-Zeugnis“: ein Zeugnis, das einem Drucker zugeordnet wird
Merke: Fünf Schritte für ein unbekanntes Kompositum: (1) von rechts nach links zerlegen, (2) das Grundwort bestimmen (Was ist das Ganze grundsätzlich?), (3) die Bestimmungswörter untersuchen, (4) Fugenlaute oder gekürzte Verbstämme markieren, (5) Bedeutung und Schreibung prüfen.
Beispiel: Wasserflaschenhalter
- 1Rechts steht „Halter“: Das Ganze ist eine Art Halter.
- 2„Wasserflasche“ erklärt, was gehalten werden soll.
- 3„Wasserflasche“ lässt sich weiter in „Wasser + Flasche“ zerlegen.
- 4Die Struktur lautet daher: [Wasser + Flasche] + Halter.
- 5Das Wort ist verständlich und wird zusammengeschrieben.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Kompositum
Aufbau
Bestimmungswort und Grundwort
Grammatik
Wortart, Genus und Beugung nach dem Grundwort
Bildung
direkte Verbindung, Fugenlaut oder gekürzter Verbstamm
Schreibung
normalerweise zusammen, in begründeten Fällen mit Bindestrich
Analyse
von rechts nach links zerlegen und Bedeutung prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Untersuche „Einkaufstasche“ mit den fünf Schritten.
- 1Von rechts zerlegen: „Einkauf + s + Tasche“.
- 2Grundwort: „Tasche“. Das Ganze ist eine Art Tasche, also „die Einkaufstasche“ (Plural: „die Einkaufstaschen“).
- 3Bestimmungswort: „Einkauf“. Es sagt, wofür die Tasche gedacht ist: für den Einkauf.
- 4Das „s“ zwischen den Gliedern ist ein Fugenlaut. Einen gekürzten Verbstamm gibt es hier nicht.
- 5Schreibung: ein Nomen, also groß und zusammen: „Einkaufstasche“.
Fehler finden
Tom bestimmt Grundwort und Artikel von vier Komposita. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Tom nimmt das erste Glied als Grundwort. Das Grundwort steht aber rechts und ist „Trikot“. Richtig: „Fußballtrikot“: Grundwort „Trikot“ → das Fußballtrikot.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Das Grundwort steht des Kompositums. Bei Nomen bestimmt es den des ganzen Wortes. Komposita werden im Regelfall geschrieben.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback