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Deutsch · Klasse 9–10 · aktualisiert

Sprachwandel im Deutschen: Arten erkennen

Smartphone, buk oder backte, geil: Du lernst, welche Arten von Sprachwandel es gibt, was ihn antreibt und wie du ihn belegst und sachlich bewertest.

0 von 11 Aufgaben gelöst

Sprachwandel im Deutschen: Arten erkennen

Kurz gesagt

Sprachwandel ist die Veränderung einer Sprache im Verlauf der Zeit – bei Wortschatz („Smartphone“), Bedeutungen („geil“), Wortformen („buk“/„backte“), Satzbau und Lauten. Er ist bei lebenden Sprachen normal. Belegt ist er erst durch den Vergleich vieler Beispiele aus verschiedenen Zeiten.

Sprachwandel bedeutet: Eine Sprache verändert sich mit der Zeit – bei Lauten, Wörtern, Bedeutungen und Grammatik. Das ist bei lebenden Sprachen normal. Entscheidend ist, eine neue Form zuerst genau zu beschreiben und erst danach passend zum Kontext zu bewerten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Menschen brauchen Sprache für neue Gegenstände, neue Situationen und neue Formen der Kommunikation. Deshalb entstehen Bezeichnungen wie Smartphone. Wenn ein Gegenstand aus dem Alltag verschwindet, kann auch sein Name seltener werden, etwa Walkman oder Bandsalat. Außerdem treffen Sprachen, Gruppen und Medien aufeinander. Wörter werden übernommen, Formen verkürzt oder vorhandene Muster auf neue Fälle übertragen. Solche Veränderungen verlaufen häufig unbewusst. Sie können gleichzeitig neben älteren Formen bestehen und sich regional, sozial oder situationsabhängig unterschiedlich ausbreiten. Du kannst Wandel danach ordnen, welcher Bereich der Sprache betroffen ist (Tabelle). Beim semantischen Wandel können alte und neue Lesarten nebeneinander bestehen: Geil konnte früher „fruchtbar“ oder „üppig“ bedeuten, heute kann es umgangssprachlich „toll“ heißen, aber auch eine sexuelle Bedeutung haben. Der Kontext entscheidet, welche Lesart passt. Bei Verben können starke und schwache Formen konkurrieren. Ob eine verkürzte Form wie „Ich geh’ Schulhof“ eine einzelne Abweichung, eine gruppentypische Variante oder Teil eines Wandels ist, muss untersucht werden. Und die regionalen Unterschiede bei Apfel und Appel zeigen, dass sich ein Lautwandel nicht überall gleich durchsetzen muss.

Definition

Sprachwandel

Sprachwandel ist die Veränderung einer Sprache im Verlauf der Zeit. Betroffen sein können Aussprache, Wortschatz, Wortformen, Satzbau und Bedeutungen.

WandeltypWas ändert sich?Beispiel
lexikalischer WandelWortschatz: neue, übernommene oder seltener werdende WörterSmartwatch, skypen; „Bandsalat“ wird seltener
semantischer WandelBedeutung oder Wertung eines Wortes„geil“: früher „fruchtbar“, heute auch „toll“
morphologischer WandelWortformenbuk – backte
syntaktischer WandelSatzbau„Ich geh’ Schulhof“ – ob hier Wandel vorliegt, muss geprüft werden
LautwandelAussprache über längere ZeitApfel – Appel (regional)

Merke: Eine auffällige Form ist noch kein Beweis für Sprachwandel. Wandel erkennst du erst durch den Vergleich von Sprachgebrauch zu verschiedenen Zeiten und in passenden Gruppen oder Situationen.

Teste dich

LeichtWelche Beobachtung zeigt sicher, dass Sprache auf neue Gegenstände reagiert?
MittelWelcher Bereich ist bei der Konkurrenz von „buk“ und „backte“ betroffen?

Alles auf einen Blick

Sprachwandel

  • Begriff

    Veränderung einer Sprache im Verlauf der Zeit

  • Bereiche

    Wortschatz, Bedeutung, Wortform, Satzbau, Laut

  • Mögliche Kräfte

    Benennungsbedarf, Sprachkontakt, Analogie, Neubewertung, Medien

  • Nachweis

    Zeitvergleich, Wiederholung, Kontext, Verbreitung

  • Beurteilung

    Befund beschreiben, Maßstab nennen, Kontext prüfen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Untersuche: In einem alten Kochbuch steht „Sie buk einen Kuchen“, in einer heutigen Nachricht „Oma backte einen Kuchen“.

  1. 1Beobachten: Die Vergangenheitsform von „backen“ unterscheidet sich – eine Wortform, also ein Fall für den morphologischen Bereich.
  2. 2Vergleichen: Das ältere Material zeigt die starke Form „buk“, das neuere die schwache Form „backte“.
  3. 3Verbreitung prüfen: Zwei Belege reichen nicht. Du brauchst viele vergleichbare Texte aus verschiedenen Zeiten.
  4. 4Deuten: Mögliche Erklärungen sind Regularisierung oder eine Analogie zu „packen“. Ohne weitere Belege bleibt das eine Hypothese.

Fehler finden

Ben untersucht, warum das Wort „Walkman“ heute kaum noch vorkommt. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Neue Geräte erzeugen oft . Die Übernahme aus dem Englischen ist ein Fall von . Die Angleichung an ein bekanntes Muster heißt . Kurze Chatäußerungen können durch den gemeinsamen Kontext verständlich bleiben.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Sprachwandel

LeichtWas ist Sprachwandel?
MittelDas Wort „geil“ wird je nach Kontext mit „toll“ oder mit sexueller Bedeutung gebraucht. Welche Analyse passt?
SchwerEine Person behauptet: „Verkürzte Chatsätze zerstören die Grammatik.“ Wie prüfst du diese Aussage am besten?

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