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Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert

Erdöl: Entstehung, Destillation und Cracken

Erdöl ist ein Gemisch vieler Kohlenwasserstoffe. Du lernst seine Entstehung, die fraktionierte Destillation, das Cracken und die Bewertung der Nutzung.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Erdöl: Entstehung, Destillation und Cracken

Kurz gesagt

Erdöl ist ein fossiles Stoffgemisch, vor allem aus Kohlenwasserstoffen, das meist aus abgestorbenen Algen entstand. In der Raffinerie trennt die fraktionierte Destillation es physikalisch nach Siedebereichen in Fraktionen. Beim Cracken werden lange Kohlenwasserstoffmoleküle chemisch in kürzere gespalten.

Erdöl ist kein einzelner Stoff, sondern ein komplexes Gemisch. In einer Raffinerie werden Stoffgruppen zunächst nach ihren Siedebereichen getrennt. Anschließend können lange Kohlenwasserstoffmoleküle beim Cracken in kürzere umgewandelt werden. So entstehen Treibstoffe, Brennstoffe und Ausgangsstoffe für chemische Produkte.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Rohöl ist unbehandeltes, gefördertes Erdöl. Es besteht hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen. Das sind Stoffe, deren Moleküle nur Kohlenstoff- und Wasserstoffatome enthalten. Die Moleküle unterscheiden sich unter anderem in Kettenlänge und Aufbau. Außerdem enthält Rohöl kleinere Anteile an Schwefel-, Stickstoff- und Sauerstoffverbindungen, Wasser, Verunreinigungen und teils Metallen.

Je nach Herkunft kann Rohöl gelblich bis schwarz, dünnflüssig bis sehr zäh sein. Viskosität bezeichnet die Zähflüssigkeit: Eine Flüssigkeit mit hoher Viskosität fließt schwerer als eine mit niedriger Viskosität. Auch Benzin ist kein Reinstoff. Es ist eine Fraktion beziehungsweise ein weiterverarbeitetes Gemisch aus mehreren Stoffen mit ähnlichem Siedeverhalten. Der Name nennt also eine Produktgruppe, keine einzelne Molekülart.

Das meiste geförderte Erdöl geht auf abgestorbene Biomasse zurück, vor allem auf Algen. Seine Bildung dauert Millionen Jahre. Deshalb ist Erdöl im menschlichen Zeitmaßstab nicht erneuerbar. In einer typischen Lagerstätte liegt wegen der unterschiedlichen Dichten oben eine Gaskappe, darunter Erdöl und darunter überwiegend Lagerstättenwasser.

Definition

Stoffgemisch

Ein Stoffgemisch enthält mehrere Stoffe. Deshalb besitzt Erdöl keine einzige chemische Formel und keinen einzelnen Siedepunkt.

Beispiel: Vom Algenrest zur Erdöllagerstätte

  1. 1Organisches Material sinkt mit mineralischen Teilchen zum Meeresboden.
  2. 2In sauerstoffarmem Wasser wird es nicht vollständig zersetzt. Es entsteht Faulschlamm mit viel organischem Material.
  3. 3Weitere Sedimente bedecken das Material. Druck und Temperatur steigen.
  4. 4Die organische Substanz wird zunächst zu Kerogen, einem festen organischen Material im Muttergestein, also in dem Gestein, in dem Erdöl entsteht.
  5. 5Bei weiterer Erwärmung entstehen daraus flüssige und gasförmige Kohlenwasserstoffe.
  6. 6Diese beweglichen Stoffe wandern aus dem Muttergestein in poröses Speichergestein.
  7. 7Undurchlässiges Deckgestein und eine geologische Falle können die Wanderung stoppen. So bildet sich eine Lagerstätte.

Merke: Nicht das feste Kerogen wandert als fertiges Erdöl. Erst die daraus gebildeten beweglichen Kohlenwasserstoffe verlassen das Muttergestein.

Teste dich

LeichtWarum besitzt Erdöl keine einzige chemische Formel?
MittelWelche Aussage über Kerogen stimmt?

Alles auf einen Blick

Erdöl

  • Entstehung

    Biomasse, Kerogen, Migration und Lagerstätte

  • Zusammensetzung

    viele Kohlenwasserstoffe und weitere Bestandteile

  • Destillation

    physikalische Trennung nach Siedebereichen

  • Cracken

    chemische Umwandlung langer in kürzere Moleküle

  • Produkte

    Treibstoffe, Brennstoffe und chemische Rohstoffe

  • Bewertung

    Zweck, Folgen, Risiken, Endlichkeit und Alternativen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Drei Dämpfe in der Kolonne zuordnen

  1. 1Gegeben: Nach dem Ofen strömen drei Bestandteile als Dampf in die Kolonne: ein Gas wie Propan, ein Benzinbestandteil und ein Bestandteil von schwerem Öl.
  2. 2Idee: Unten ist die Kolonne heiß, oben kühler. Ein Dampf kondensiert erst dort, wo es kühl genug für ihn ist. Sehr leicht siedende Stoffe bleiben bis ganz oben gasförmig.
  3. 3Der Bestandteil des schweren Öls hat den höchsten Siedebereich. Er kondensiert schon weit unten.
  4. 4Der Benzinbestandteil siedet niedriger. Er steigt höher und kondensiert im oberen Bereich, unterhalb der Gase.
  5. 5Propan siedet am niedrigsten. Es bleibt gasförmig und wird ganz oben als Gas abgezogen.
  6. 6Ergebnis: Die Reihenfolge von unten nach oben folgt dem Siedeverhalten, nicht allein der Dichte.

Fehler finden

Einen Vorgang in der Raffinerie einordnen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

In der Destillationskolonne kondensieren Stoffe mit Siedebereich schon weiter unten. Dabei werden vorhandene Stoffe getrennt. Beim Cracken werden lange Kohlenwasserstoffmoleküle dagegen in gespalten.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Erdöl

LeichtWas ist der wichtigste Unterschied zwischen Rohöl und einer Fraktion?
MittelWarum destilliert man schwerflüchtige Rückstände unter vermindertem Druck?
SchwerEine Gemeinde kann für einen Zweck ein Erdölprodukt oder eine geeignete Alternative einsetzen. Welches Vorgehen ist am besten begründet?

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