Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Weichtiere: Bau, Gruppen und Lebensweisen
Vergleiche Schnecken, Muscheln und Kopffüßer: Ein Grundbauplan ermöglicht ganz verschiedene Lebensweisen.
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Kurz gesagt
Weichtiere haben einen weichen Körper mit Fuß, Mantel und Eingeweidesack. Bei Schnecken dient der Fuß oft als Kriechsohle, Muscheln filtern Nahrung aus Wasser, und bei Kopffüßern ist der Fuß zu Armen umgestaltet. Eine sichtbare Schale ist kein Pflichtmerkmal.
Weichtiere sind wirbellose Tiere mit einem weichen Körper. Trotz ihres unterschiedlichen Aussehens besitzen Schnecken, Muscheln und Kopffüßer denselben Grundbauplan: Fuß, Mantel und Eingeweidesack. Form und Aufgabe dieser Körperteile sind an die jeweilige Lebensweise angepasst. Auf dieser Seite lernst du, die drei Gruppen an ihren Merkmalen zu erkennen und die Funktion wichtiger Körperteile zu erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine kriechende Schnecke, eine sitzende Muschel und ein schwimmender Kalmar sehen verschieden aus. Dennoch teilen sie einen Grundbauplan. Der Fuß kann als Kriechsohle, Grabfuß oder Arm ausgebildet sein. Der Mantel umgibt den Eingeweidesack, begrenzt den Mantelraum und kann Kalk für eine Schale absondern. Im Eingeweidesack liegen innere Organe.
Schnecken und Kopffüßer haben einen erkennbaren Kopf mit Mund und Sinnesorganen. Bei Muscheln ist der Kopf stark zurückgebildet. Viele Weichtiere besitzen eine Kalkschale: Bei Schnecken kann sie außen liegen, bei Muscheln bildet sie zwei Klappen, bei Sepien liegt sie als Schulp innen. Beim Kraken ist sie stark zurückgebildet.
Definition
Weichtiere
Weichtiere, auch Mollusken genannt, sind wirbellose Tiere mit einem weichen, wenig gegliederten Körper. Zu ihren bekanntesten Gruppen gehören Schnecken, Muscheln und Kopffüßer.
Merke: Nicht die Schale allein macht ein Tier zum Weichtier. Entscheidend ist der gemeinsame Grundbauplan aus Fuß, Mantel und Eingeweidesack.
Teste dich
Bei einer Weinbergschnecke siehst du Kopf, Fuß und Gehäuse. Sie hat zwei Fühlerpaare. Die längeren hinteren Fühler tragen die Augen und nehmen Berührungen wahr. Muskelwellen bewegen die Kriechsohle. Schleim erleichtert das Gleiten und schützt vor Austrocknung.
Der Mantel bildet das Gehäuse. Es schützt vor Feinden und Austrocknung. Zur Überwinterung zieht sich die Weinbergschnecke hinein und verschließt die Öffnung mit einer dünnen Kalkplatte. Sie atmet über eine lungenartig umgebildete Mantelhöhle: Luft gelangt durch ein Atemloch hinein, Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid werden an feinen Blutgefäßen ausgetauscht.
Schnecken leben im Meer, in Süßwasser und an Land. Nacktschnecken haben nur eine innere Kalkplatte oder gar kein Gehäuse. Auch die Nahrung ist verschieden: Schnecken können Pflanzen, Pilze, tote Tiere oder andere Schnecken fressen.
Definition
Radula
Die Radula ist eine bewegliche Raspelzunge mit vielen kleinen Chitinzähnchen. Eine pflanzenfressende Weinbergschnecke schabt damit Nahrung von Oberflächen ab.
Beispiel
- 1Beobachtung: Eine Schnecke kriecht über eine Glasscheibe. Von unten siehst du Wellen in ihrer Kriechsohle und eine Schleimspur.
- 2Erklärung: Die Muskelwellen des Fußes erzeugen die Bewegung. Der Schleim erleichtert das Gleiten und schützt die empfindliche Körperoberfläche. Körperbau und Fortbewegung greifen also direkt ineinander.
Teste dich
Muscheln leben im Meer oder in Süßwasser. Ihr seitlich abgeflachter Körper liegt zwischen zwei Schalenklappen. Schließmuskeln können diese bei Gefahr schließen. Ein ausgeprägter Kopf fehlt. Manche Muscheln sitzen fest oder bewegen sich langsam. Der muskulöse Fuß kann im Boden Halt finden und den Körper nachziehen; andere Arten befestigen sich mit festen Fäden.
Muscheln leiten Wasser an ihren Kiemen vorbei. Sie filtern Plankton, Bakterien und Detritus heraus. Detritus ist tote organische Substanz. Die Teilchen dienen als Nahrung. Dadurch können Muscheln Schwebstoffe aus dem Wasser entfernen und zur biologischen Selbstreinigung beitragen.
Ein kleiner Fremdkörper kann wiederholt mit Perlmutt überzogen werden. Über längere Zeit kann daraus eine Perle entstehen.
Beispiel
- 1Eine Miesmuschel sitzt mit festen Fäden an einem Pfahl. Ständig strömt Wasser durch ihren Körper.
- 2Dabei erfüllt ihr Körperbau mehrere Aufgaben:
- 3Die Fäden halten sie am Untergrund fest.
- 4Die Schalenklappen schützen den weichen Körper.
- 5Die Kiemen dienen der Atmung und helfen beim Filtern von Nahrungsteilchen.
- 6Durch die Filtration entfernen Muscheln Schwebstoffe aus dem Wasser und können so zur biologischen Selbstreinigung eines Gewässers beitragen.
Merke: Eine Muschel raspelt ihre Nahrung nicht mit einer Radula ab. Sie filtert kleine Nahrungsteilchen aus dem Wasser.
Teste dich
Kopffüßer wie Kraken, Sepien und Kalmare leben im Meer. Ihr Fuß ist zu Armen am Kopf umgestaltet. Kraken haben acht Arme; Sepien und Kalmare haben acht kürzere Arme und zwei längere Fangarme. Saugnäpfe helfen beim Fühlen und Festhalten. Schnabel und Radula zerkleinern Nahrung.
Durch einen Trichter stoßen Kopffüßer Wasser aus der Mantelhöhle. Der Rückstoß bewegt sie in die Gegenrichtung. Sepien und Kalmare nutzen auch Flossen. Viele können mit Pigmentzellen, den Chromatophoren, ihre Hautfarbe ändern; dies kann Tarnung oder Verständigung dienen. Manche geben bei Gefahr dunkles Sekret aus einem Tintenbeutel ab. Der Schulp liegt bei Sepien innen; beim Kraken ist die Schale stark reduziert, sodass er sich durch enge Spalten zwängen kann.
Zum Bestimmen zählen mehrere Merkmale. Zwei Klappen und ein kaum erkennbarer Kopf sprechen für eine Muschel. Arme direkt am Kopf sprechen für einen Kopffüßer. Ein Kopf mit Kriechsohle spricht für eine Schnecke. „Wirbellos“ allein zeigt keine enge Verwandtschaft zu anderen wirbellosen Tiergruppen.
| Gruppe | Körperbau | Nahrung |
|---|---|---|
| Schnecken | Kopf, Kriechsohle; Schale verschieden | oft Radula zum Raspeln |
| Muscheln | zwei Klappen; Kopf zurückgebildet | filtern Teilchen aus Wasser |
| Kopffüßer | Arme am Kopf; Schale oft innen | fangen Beute mit Armen |
Beispiel
- 1Unbekanntes Tier: Es lebt im Meer, besitzt einen Kopf, zehn Arme, Saugnäpfe und eine innere Schale.
- 2Bestimmung: Das Tier ist ein Kopffüßer. Die Arme am Kopf sind das entscheidende Merkmal. Zehn Arme und eine innere Schale passen beispielsweise zu einer Sepia. Der Lebensraum Meer unterstützt die Bestimmung, reicht aber allein nicht aus.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Liegt der Körper zwischen zwei Schalenklappen und fehlt ein ausgeprägter Kopf? Dann handelt es sich um eine Muschel.
- 2Sitzen mehrere saugnapfbesetzte Arme direkt am Kopf? Dann ist das Tier ein Kopffüßer.
- 3Besitzt es einen erkennbaren Kopf und einen Fuß als Kriechsohle? Dann ist es eine Schnecke.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Weichtiere
Grundbauplan
Fuß, Mantel und Eingeweidesack
Schnecken
Kriechsohle, Schleim und Radula
Muscheln
zwei Klappen und Filtration
Kopffüßer
Arme, Beutefang und Wasserrückstoß
Bestimmung
mehrere Merkmale begründet verbinden
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bewegung und Beutefang eines Kalmars
- 1Ein Kalmar stößt Wasser aus seiner Mantelhöhle durch einen Trichter nach hinten.
- 2Der Rückstoß bewegt den Kalmar in die Gegenrichtung nach vorn.
- 3Mit seinen Fangarmen und Saugnäpfen hält er Beute fest.
- 4Ein Schnabel und eine Radula zerkleinern danach die Nahrung.
Fehler finden
Nahrungsaufnahme einer Muschel prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile schreibt der Muschel eine Radula zu. Richtig: Muscheln besitzen keine Radula; sie filtern Nahrungsteilchen aus dem Wasser.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei Weichtieren umgibt der den Eingeweidesack. Muscheln nehmen Nahrung meist durch auf. Der Fuß eines Kopffüßers ist zu umgebildet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback