Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Reptilien: Merkmale, Lebensweise und Entwicklung
Erkenne Reptilien und erkläre, wie Hornschuppen, Lungen und Wärme ihre Lebensweise prägen.
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Kurz gesagt
Reptilien sind wechselwarme Wirbeltiere, die lebenslang mit Lungen atmen. Ihre meist trockene Haut trägt Hornschuppen oder einen Panzer. Viele legen geschützte Eier an Land; ihre Jungen durchlaufen keine Metamorphose wie Froschlarven.
Reptilien sind Wirbeltiere mit Lungen. Typisch sind eine trockene, von Hornschuppen geschützte Haut, innere Befruchtung und eine starke Abhängigkeit der Körpertemperatur von der Umgebung. Viele Arten legen an Land Eier. Ihre Jungen durchlaufen keine Metamorphose wie Kaulquappen. Auf dieser Seite lernst du, Reptilien sicher zu erkennen und ihre Merkmale als funktionale Angepasstheiten zu erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Reptilien heißen auch Kriechtiere. Sie besitzen eine Wirbelsäule und ein knöchernes Skelett. Zur klassischen Einteilung gehören vier Gruppen: Schildkröten, Krokodile, Brückenechsen und Schuppenkriechtiere. Eidechsen und Schlangen sind Schuppenkriechtiere. Nicht jedes Reptil hat vier sichtbare Beine: Bei Schlangen sind die Gliedmaßen äußerlich nicht erkennbar. Schildkröten besitzen einen festen Panzer, der mit Teilen ihres Skeletts verbunden ist. Vergleiche deshalb mehrere Merkmale, bevor du ein Tier einordnest.
Definition
Reptilien
Reptilien sind wechselwarme Wirbeltiere, die ihr ganzes Leben mit Lungen atmen. Ihre meist trockene Körperoberfläche wird durch Hornschuppen oder einen Panzer geschützt.
Merke: Suche bei der Einordnung nach einer Kombination von Merkmalen. Ein Reptil ist nicht einfach jedes Tier mit Schuppen oder jedes Tier mit vier Beinen.
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Reptilien sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Umgebung ab. Sie erzeugen nicht dauerhaft genug eigene Wärme, um ihre Temperatur unabhängig von außen annähernd gleich zu halten. Oft gilt: Außentemperatur beeinflusst Körpertemperatur und damit die Aktivität. An einem kühlen Morgen bewegen sich viele Reptilien zunächst langsam. Ein sonniger Platz erwärmt ihren Körper. Danach können sie gewöhnlich schneller reagieren, jagen oder fliehen. Bei großer Kälte werden sie wieder träge.
Die Haut vieler Reptilien ist trocken und trägt Hornschuppen. Sie schützt vor mechanischen Einwirkungen und lässt wenig Wasser verdunsten. Das hilft in trockenen Lebensräumen. Hornschuppen wachsen nicht im gleichen Maß wie der Körper. Schlangen und viele Eidechsen stoßen daher ihre alte äußere Haut regelmäßig ab. Das heißt Häutung. Schildkröten schützt ein fester Panzer, der mit Teilen ihres Skeletts verwachsen ist. Eine Schildkröte kann ihn nicht verlassen. Eine trockene, wenig durchlässige Haut verringert den Wasserverlust. So können viele Reptilien länger an Land leben, ohne die Körperoberfläche ständig feucht zu halten.
Beispiel
- 1Eine Eidechse sitzt morgens auf einem besonnten Stein.
- 2Das Sonnen ist kein bloßes Ausruhen: Die Wärme der Umgebung erhöht ihre Körpertemperatur.
- 3Dadurch kann sie aktiver werden.
Merke: „Wechselwarm“ bedeutet nicht, dass ein Reptil seine Temperatur beliebig wechselt. Die Temperatur und Aktivität des Tieres werden wesentlich von der Umgebung beeinflusst.
Definition
Angepasstheit
Eine Angepasstheit ist ein Merkmal, das unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen eine nützliche Funktion erfüllt. Reptilien haben ihre Hornschuppen nicht absichtlich entwickelt; das Merkmal ist im Verlauf ihrer Stammesgeschichte entstanden.
Teste dich
Alle Reptilien atmen ihr ganzes Leben mit Lungen. Das gilt auch für Schildkröten und Krokodile, die viel Zeit im Wasser verbringen. Sie können lange tauchen, müssen zum Atmen aber auftauchen. Die Befruchtung findet bei fast allen Reptilien im Körper des Weibchens statt. Das nennt man innere Befruchtung. Die meisten Arten legen Eier an einem geschützten Ort an Land. Schildkröten und Krokodile besitzen eher harte Eischalen, während die Eier vieler Eidechsen und Schlangen weich und pergamentartig sind. Es gibt auch Arten, die lebende Junge zur Welt bringen. Junge Reptilien ähneln nach dem Schlüpfen oder der Geburt bereits den erwachsenen Tieren. Sie wachsen noch, durchlaufen aber keinen grundlegenden Gestaltwandel wie eine Kaulquappe auf dem Weg zum Frosch. Die Tabelle vergleicht Reptilien und Amphibien.
| Merkmal | Reptilien | Amphibien |
|---|---|---|
| Körperoberfläche | meist trocken, mit Hornschuppen oder Panzer | meist feucht und durchlässiger |
| Atmung | lebenslang mit Lungen | bei vielen Arten Larven mit Kiemen; später unter anderem Lungen- und Hautatmung |
| Fortpflanzung | meist innere Befruchtung und Eiablage an Land | häufig Fortpflanzung im Wasser |
| Entwicklung | keine Metamorphose wie beim Frosch | häufig Metamorphose von der Larve zum erwachsenen Tier |
Beispiel
- 1Ein Tier besitzt eine trockene, beschuppte Haut, atmet mit Lungen und legt an Land Eier. Die Jungtiere sehen den Erwachsenen bereits ähnlich. Die Kombination spricht für ein Reptil.
- 2Ein Tier schlüpft dagegen als wasserlebende Larve mit Kiemen und verändert später seine Körperform grundlegend. Diese Metamorphose spricht für ein Amphibium.
Teste dich
Kälte stellt wechselwarme und frostempfindliche Tiere vor ein Problem. Sinkt die Umgebungstemperatur, sinken Körpertemperatur und Aktivität. Reptilien suchen deshalb weitgehend frostfreie Winterquartiere auf, senken ihren Energieumsatz und leben von zuvor aufgebauten Reserven. Geeignete Quartiere können im Boden, in Felsspalten, Höhlen, Baumstrünken sowie unter Laub-, Stein-, Holz- oder Komposthaufen liegen. Entscheidend ist vor allem der Schutz vor Frost. Im Quartier sind die Körperfunktionen stark reduziert. Die Tiere fressen normalerweise nicht, weil ihre Verdauung bei den niedrigen Temperaturen nicht ausreichend arbeitet. Stattdessen werden Fettreserven langsam abgebaut. Die Tiere sind dabei träge, aber nicht im wörtlichen Sinn unbeweglich „erstarrt“. Schon bei wenigen Grad über dem Gefrierpunkt können sie sich bewegen und Reize wahrnehmen. An milden, sonnigen Wintertagen verlassen manche Arten kurzzeitig ihr Quartier.
Beispiel
- 1Eine Eidechse findet im Herbst eine frostgeschützte Bodenspalte.
- 2Dort sinken Aktivität und Energieverbrauch.
- 3Weil sie nicht frisst, nutzt sie langsam ihre Fettreserven.
- 4Diese drei Bedingungen wirken zusammen: geschütztes Quartier, geringer Energiebedarf und gespeicherte Reserven.
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Alles auf einen Blick
Reptilien
Einordnung
Wirbeltiere mit knöchernem Skelett; Schildkröten, Krokodile, Brückenechsen und Schuppenkriechtiere
Körper
trockene Hornschuppen oder Panzer; Lungenatmung
Temperatur
wechselwarm; Sonnen erhöht die Aktivität; Kälte senkt die Aktivität
Fortpflanzung
meist innere Befruchtung; meist Eier an Land; keine Metamorphose wie beim Frosch
Angepasstheiten an Land
geringer Wasserverlust; geschützte Entwicklung der Jungen
Winter
frostfreies Quartier; verringerter Energieverbrauch; Nutzung von Fettreserven
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Warum häutet sich eine Schlange?
- 1Die äußere Haut einer Schlange trägt Hornschuppen.
- 2Diese Schuppen wachsen nicht im gleichen Maß wie der Körper.
- 3Die Schlange stößt deshalb ihre alte äußere Haut ab.
- 4Ihre trockene Körperoberfläche begrenzt weiterhin den Wasserverlust.
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Junge Schildkröte einordnen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Hier wurde die Entwicklung von Amphibien auf Reptilien übertragen. Richtig: Auch die junge Schildkröte atmet mit Lungen und besitzt keine kiemenatmende Larvenphase.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Reptilien atmen ihr Leben lang mit . Viele besitzen trockene . Ihre Körpertemperatur hängt stark von der ab.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback