Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Amphibien: Atmung, Entwicklung und Lebensraum
Entdecke, wie feuchte Haut, mehrere Atemwege und Metamorphose das Leben der Amphibien prägen.
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Kurz gesagt
Amphibien sind wechselwarme Wirbeltiere mit meist dünner, feuchter Haut. Viele beginnen als kiemenatmende Wasserlarven und verändern sich bei der Metamorphose. Auch an Land brauchen viele Arten feuchte Orte.
Amphibien sind Wirbeltiere, deren Leben meist eng mit Wasser und feuchten Lebensräumen an Land verbunden ist. Ihre dünne Haut, ihre Atmung und die Entwicklung vom Ei über eine Larve zum erwachsenen Tier hängen dabei zusammen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Frösche, Kröten, Unken, Salamander und Molche sind Amphibien. Ein anderer Name für Amphibien ist Lurche. Sie gehören als eigene Klasse zu den Wirbeltieren. Drei Gruppen werden unterschieden: Froschlurche wie Frösche, Kröten und Unken besitzen als erwachsene Tiere keinen Schwanz. Schwanzlurche wie Salamander und Molche behalten ihren Schwanz. Blindwühlen sind lang gestreckte, beinlose Amphibien der Tropen. Typische Amphibien besitzen eine schuppenlose, drüsenreiche Haut. Viele Arten leben als Larven im Wasser und später zumindest teilweise an Land. Erwachsene heimische Amphibien haben vier Gliedmaßen; bei Blindwühlen sind die Gliedmaßen zurückgebildet.
Definition
Amphibien
Amphibien sind wechselwarme Wirbeltiere mit meist dünner, drüsenreicher Haut. Ihre Entwicklung umfasst gewöhnlich eine wasserlebende Larve und eine Metamorphose.
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Die Haut vieler Amphibien ist dünn, gut durchblutet und feucht. Durch sie können Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid ausgetauscht werden. Das heißt Hautatmung. Schleimdrüsen halten die Haut feucht. Andere Drüsen können Stoffe gegen Bakterien, Pilze oder Fressfeinde abgeben. Manche Arten warnen durch auffällige Farben; andere sind gut getarnt. Durch die durchlässige Haut verlieren Amphibien an trockener Luft leicht Wasser. Sie trinken nicht wie Menschen, sondern nehmen Wasser über die Haut auf. Viele Arten brauchen deshalb Gewässer, feuchten Boden oder feuchte Verstecke. Erwachsene Amphibien atmen über Lunge, Haut und Mundschleimhaut. Beim Atmen bewegt sich der Mundboden: Luft gelangt erst in den Mundraum und dann in die einfach gebaute Lunge.
Die meisten Amphibien brauchen Wasser zur Fortpflanzung. Ihre Eier haben eine Gallerthülle und heißen Laich. Bei den meisten Froschlurchen werden die Eier außerhalb des Körpers im Wasser befruchtet. Aus dem Laich schlüpfen Larven. Eine Froschlurchlarve heißt Kaulquappe und atmet zuerst mit Kiemen. Beim Frosch entstehen zuerst Hinterbeine, dann Vorderbeine. Die Lunge entwickelt sich, die Kiemen bilden sich zurück. Der Schwanz wird abgebaut und dient dabei als Energiereserve. Der Jungfrosch kann an Land gehen, braucht aber weiterhin feuchte Orte. Bei Schwanzlurchlarven sind äußere Kiemenbüschel sichtbar und die Vorderbeine entstehen zuerst. Es gibt Ausnahmen vom Froschmodell: Molche werden im Körper des Weibchens befruchtet. Der Alpensalamander bringt fertig entwickelte Junge zur Welt.
Beispiel
- 1Ein Frosch sitzt an einem feuchten Teichufer.
- 2Seine Lunge nimmt Sauerstoff aus der Luft auf.
- 3Gleichzeitig findet durch seine feuchte, gut durchblutete Haut ein Gasaustausch statt.
- 4Trocknet die Haut aus, werden Hautatmung und Wasserhaushalt beeinträchtigt.
- 5Deshalb ist ein feuchter Aufenthaltsort für ihn funktional wichtig.
Merke: Dünne, feuchte Haut ermöglicht Hautatmung und Wasseraufnahme, erhöht aber zugleich das Risiko der Austrocknung.
Definition
Metamorphose
Die Metamorphose ist die Umgestaltung einer Larve zum erwachsenen Tier. Dabei verändern sich Körperbau, Atmung und häufig auch Lebensraum und Ernährung.
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Amphibien sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Umgebungstemperatur ab. Sie können sie beeinflussen, indem sie wärmere oder kühlere Orte aufsuchen, erzeugen aber keine gleichbleibende eigene Körperwärme. Im Winter sinken Aktivität, Stoffwechsel und Herzschlag stark. Die Tiere ziehen sich an frostfreie Orte zurück, zum Beispiel unter Wurzeln, in Erdlöcher, unter Laub oder ins Wasser. Diese stark verminderte Winteraktivität wird häufig Kälte- oder Winterstarre genannt. Sie ist jedoch nicht bei allen Tieren eine völlige Bewegungsunfähigkeit: Unter Wasser überwinternde Amphibien können sich teilweise noch bewegen. Auch Körpermerkmale unterstützen bestimmte Lebensweisen: Lange, kräftige Hinterbeine helfen Fröschen beim Springen und Schwimmen. Schwimmhäute vergrößern die Fläche, mit der Wasser nach hinten gedrückt wird. Tarnfärbung erschwert Fressfeinden das Erkennen. Warnfärbung kann auf Abwehrstoffe der Haut hinweisen. Eine Angepasstheit ist ein Merkmal, das unter bestimmten Umweltbedingungen eine nützliche Funktion erfüllt. Amphibien haben solche Merkmale nicht entwickelt, weil sie sich bewusst anpassen wollten. Die Merkmale sind historisch entstanden und heute unter passenden Bedingungen vorteilhaft.
Beispiel
- 1Die feuchte Haut ist keine vollkommene Lösung für jedes Umfeld.
- 2An einem feuchten Ort ermöglicht sie Hautatmung und Wasseraufnahme.
- 3In trockener Luft führt dieselbe Durchlässigkeit zu starkem Wasserverlust.
- 4Ob ein Merkmal vorteilhaft ist, hängt also von der Umwelt ab.
Teste dich
Viele Amphibien wechseln im Jahreslauf zwischen Winterquartieren, Landlebensräumen und Laichgewässern. Werden Kleingewässer zerstört oder Wege durch Straßen zerschnitten, fehlen Fortpflanzungsorte oder die Tiere sterben während ihrer Wanderung. Schutzmaßnahmen setzen an diesen Gefahren an: Kleingewässer erhalten oder wiederherstellen, Amphibienzäune mit betreuten Fangeimern an Straßen einsetzen, Straßen während starker Wanderungen zeitweise sperren, dauerhafte Amphibientunnel bauen. Auch die Wasserqualität eines Winterquartiers ist wichtig. Unter einer geschlossenen Eisdecke kann der Abbau von Pflanzenmaterial Sauerstoff verbrauchen. In einem stehenden Teich kann dadurch für überwinternde Amphibien Sauerstoffmangel entstehen.
Beispiel
- 1Zwischen einem Wald als Winterquartier und einem Teich als Laichgewässer verläuft eine stark befahrene Straße.
- 2Ein Zaun allein beendet die Wanderung am Straßenrand.
- 3Erst betreute Fangeimer und das sichere Hinüberbringen oder ein Tunnel ermöglichen den Tieren, das Laichgewässer zu erreichen.
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Alles auf einen Blick
Amphibien
Körper
Wirbeltiere; dünne, drüsenreiche Haut; Frosch- oder Schwanzkörper
Atmung
Larven meist mit Kiemen; Erwachsene mit Lunge, Haut und Mundschleimhaut
Entwicklung
Laich und Wasserlarve; Metamorphose; teilweise Leben an Land
Angepasstheiten
Wechselwärme; feuchtigkeitsabhängige Haut; Fortbewegung, Tarnung und Warnung
Gefährdung und Schutz
Verlust und Trennung von Lebensräumen; Gewässerschutz und sichere Wanderwege
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Vom Laich zum Jungfrosch
- 1In einem Laichgewässer entwickeln sich befruchtete Eier.
- 2Daraus schlüpfen Kaulquappen, die zuerst mit Kiemen atmen.
- 3Hinterbeine und später Vorderbeine entstehen; Lunge und Haut übernehmen die Atmung.
- 4Der Schwanz bildet sich zurück. Der Jungfrosch bleibt auf feuchte Orte angewiesen.
Fehler finden
Entwicklung einer Kaulquappe prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Kaulquappe ist zunächst eine kiemenatmende Wasserlarve. Richtig: Erst während der Metamorphose entstehen Beine und Lunge für das spätere Leben an Land.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Aus dem schlüpft eine Larve. Die Kaulquappe atmet zunächst mit . Während der entwickeln sich unter anderem Gliedmaßen und Lunge. Der erwachsene Frosch atmet mit Lunge, Mundschleimhaut und Haut.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback