Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Spinnen: Körperbau, Jagd und Netz verstehen
Erkenne Spinnen an ihrem Bau und verfolge, wie Sinnesorgane, Gift, Seide und Verdauung beim Jagen zusammenspielen.
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Kurz gesagt
Spinnen sind achtbeinige Gliederfüßer mit Vorderkörper und Hinterleib. Viele spüren Beute über Schwingungen, lähmen sie mit Gift und saugen nach der Außenverdauung flüssige Nahrung ein. Spinnseide dient mehr als nur dem Netzbau.
Spinnen sind Gliederfüßer, aber keine Insekten. Typisch sind ein Vorder- und ein Hinterkörper, ein Außenskelett und vier Laufbeinpaare. Du erfährst hier, wie du Spinnen einordnest und wie Körperbau, Sinne, Seide und Verdauung beim Beutefang zusammenwirken.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Webspinnen gehören zu den Spinnentieren. Auch Skorpione, Weberknechte, Milben und Zecken sind Spinnentiere. Insekten und Spinnentiere gehören beide zu den Gliederfüßern, bilden aber verschiedene Tierklassen.
Eine erwachsene Spinne hat vier Laufbeinpaare, also acht Beine. Ihr Körper besteht aus Vorderkörper und Hinterleib. Ein Außenskelett aus Chitin stützt ihn. Kiefertaster und Kieferklauen gehören zu den Mundwerkzeugen. Mehrere einfache Punktaugen unterscheiden sich von den Facettenaugen vieler Insekten. Insekten haben drei Beinpaare. Für eine Bestimmung prüfst du neben der Beinzahl weitere Merkmale.
Definition
Gliederfüßer
Gliederfüßer besitzen gegliederte Beine und ein stützendes Außenskelett. Zu ihnen gehören unter anderem Spinnentiere und Insekten.
Merke: Acht Beine sprechen für eine erwachsene Spinne, sechs Beine für ein Insekt. Ein einzelnes Merkmal genügt aber nicht für jede Tierbestimmung: Auch Körpergliederung und weitere Merkmale gehören dazu.
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Das Außenskelett schützt und stützt Spinnen. Weil es nicht mitwächst, häuten sich Jungspinnen. Am Vorderkörper sitzen vier gegliederte Laufbeinpaare. Haare und Sinnesorgane an Körper und Beinen nehmen Berührung, Luftbewegung und Schwingungen von Boden oder Netz wahr. Netzfangende Arten orientieren sich stark an Schwingungen. Aktiv jagende Springspinnen nutzen ihren Sehsinn stärker.
Im Hinterleib liegen unter anderem Herz, Darm, Geschlechtsorgane und Spinndrüsen. Spinnwarzen formen deren flüssige Sekrete zu Fäden. Spinnen atmen je nach Art durch Röhrentracheen oder Fächerlungen. Ihr Kreislauf ist offen: Körperflüssigkeit umspült auch die Organe.
Definition
Punktauge
Ein Punktauge ist ein einfach gebautes Auge. Spinnen besitzen mehrere solcher Augen. Wie gut sie damit sehen, hängt von ihrer Lebensweise und Art ab.
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Viele Spinnen leben räuberisch. Einige bauen Fangnetze, andere lauern oder suchen aktiv nach Beute. Ein Netz ist deshalb kein Merkmal, das jede Spinne erfüllen muss. Für Menschen sind Spinnenbisse meist harmlos. Daraus folgt jedoch nicht, dass man unbekannte Spinnen anfassen sollte. Das Gift dient vor allem dem Beutefang; seine Wirkung unterscheidet sich je nach Art und betroffenem Lebewesen.
Definition
Außenverdauung
Bei der Außenverdauung wird Nahrung bereits außerhalb des Körpers durch Verdauungssäfte verflüssigt. Erst danach saugt die Spinne die Nahrung ein.
Beispiel
- 1Eine Fliege zappelt im Radnetz.
- 2Die Kreuzspinne „hört“ sie nicht wie ein Mensch.
- 3Sie registriert vielmehr die Schwingungen des Netzes.
- 4Nach dem Giftbiss gibt sie Verdauungssäfte ab und saugt später die verflüssigte Nahrung ein.
- 5Wahrnehmung, Lähmung und Außenverdauung bilden also eine zusammenhängende Handlungskette.
Beispiel: Bei einer netzbauenden Kreuzspinne kann der Beutefang so ablaufen
- 1Ein Insekt gerät ins Netz und erzeugt Schwingungen.
- 2Die Spinne nimmt die Schwingungen mit Sinnesorganen an den Beinen wahr.
- 3Sie läuft zur Beute und prüft sie mit den Kiefertastern.
- 4Mit den Kieferklauen bringt sie Gift ein und lähmt die Beute.
- 5Sie kann die Beute mit Seide fixieren.
- 6Verdauungssäfte verflüssigen verwertbare Teile außerhalb des Spinnenkörpers.
- 7Der Saugmagen zieht die flüssige Nahrung durch die schmale Mundöffnung ein.
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Spinnseide besteht aus Proteinen. Spinndrüsen bilden sie, Spinnwarzen formen Fäden, die an der Luft fest werden. Verschiedene Seiden dienen verschiedenen Aufgaben: feste Rahmen und Radien, elastische Fäden zum Abfedern eines Aufpralls, Fangfäden, Sicherungs- und Fesselfäden sowie Seide für Eikokons.
Der Netzbau folgt artspezifischen, angeborenen Verhaltensabläufen. Krabbenspinnen lauern auf Beute; Springspinnen jagen aktiv. Beide brauchen dafür kein Fangnetz. Die Gartenkreuzspinne in Mitteleuropa liefert ein Artenbeispiel: Ihr Radnetz, die Kreuzzeichnung und ihr dort etwa zweijähriger Entwicklungszyklus gelten nicht für jede Spinne.
Definition
Radnetz
Ein Radnetz besteht aus einem Rahmen, strahlenförmigen Radialfäden und einer Fangspirale. In der Mitte liegt die Nabe.
Merke: Vier Laufbeinpaare sind ein allgemeines Merkmal erwachsener Spinnen. Der etwa zweijährige Zyklus der Gartenkreuzspinne in Mitteleuropa ist ein Artenbeispiel.
Beispiel: Entwicklung der Gartenkreuzspinne in Mitteleuropa
- 1Im Herbst findet die Paarung statt.
- 2Das Weibchen legt Eier in schützende Seidenkokons.
- 3Die Eier überwintern im Kokon.
- 4Im Frühjahr, zum Beispiel im Mai, schlüpfen die Jungspinnen.
- 5Bis zum Sommer häuten sie sich mehrfach.
- 6Die Jungspinnen überwintern in geschützten Ritzen oder Spalten.
- 7Im folgenden Jahr werden sie geschlechtsreif und pflanzen sich im Herbst fort.
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Alles auf einen Blick
Spinnen
Einordnung
Spinnentiere innerhalb der Gliederfüßer
Erkennen
acht Beine, Vorderkörper und Hinterleib, Außenskelett
Wahrnehmen
Punktaugen und mechanische Sinnesorgane
Jagen
Netzfang, Lauern oder aktive Suche
Beute nutzen
Gift, Verdauungssäfte und Saugmagen
Seide verwenden
Netz, Sicherung, Fesselung und Kokon
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Jagdweise einer Krabbenspinne erklären
- 1Eine Krabbenspinne lauert auf Beute und baut dafür kein Fangnetz.
- 2Sie gehört dennoch zu den Webspinnen und besitzt Spinndrüsen.
- 3Seide kann sie auch zum Sichern oder für einen Eikokon verwenden.
- 4Der Fangnetzbau ist eine Jagdweise, kein allgemeines Spinnenmerkmal.
Fehler finden
Beutefang einer Kreuzspinne prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile verwechselt Fangfäden mit Verdauungssäften. Richtig: Verdauungssäfte verflüssigen verwertbare Teile der Beute außerhalb des Körpers; Seide kann die Beute festhalten.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine erwachsene Spinne besitzt Laufbeinpaare. Schwingungen eines Netzes nimmt sie mit wahr. Bei der Außenverdauung verflüssigen Teile der Beute.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback