Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Sexualität: Körper, Vielfalt und Fortpflanzung
Sexualität umfasst Körper, Gefühle, Identität und Beziehungen. Lerne die Begriffe sachlich und respektvoll zu unterscheiden.
0 von 12 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Sexualität umfasst körperliche Vorgänge, Gefühle, Nähe, Lust, Identität und Orientierung. Fortpflanzung kann ein Teil davon sein, muss es aber nicht. Menschen entscheiden selbst über ihre Grenzen; körperliche Merkmale legen Identität oder Orientierung nicht fest.
Sexualität umfasst mehr als Fortpflanzung. Dazu gehören körperliche Vorgänge, Gefühle, Lust, Nähe, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und der respektvolle Umgang mit Grenzen. Diese Bereiche hängen teilweise zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
In der Biologie bezeichnet Sexualität körperliche Vorgänge und Merkmale, die mit Geschlechtlichkeit verbunden sind. Beim Menschen gehören auch Gefühle, Lust, Nähe, Beziehungen, Identität und Orientierung dazu. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung vereinigen sich Eizelle und Spermium; dabei wird Erbgut neu kombiniert. Sexualität kann jedoch auch ohne Fortpflanzung erlebt werden. Ob und wie jemand Sexualität leben möchte, ist eine persönliche Entscheidung.
Die Pubertät dauert mehrere Jahre. Hormone tragen zu körperlichen Veränderungen und zur Entwicklung funktionsfähiger Fortpflanzungsorgane bei. Gefühle und das Erleben des eigenen Körpers können sich verändern. Hormone wirken an Zellen mit passenden Bindungsstellen, ähnlich wie ein Schlüssel zu einem Schloss passt. Primäre Geschlechtsmerkmale sind bereits vor der Geburt angelegte Organe, die unmittelbar an der Fortpflanzung beteiligt sind. Sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickeln sich verstärkt in der Pubertät. Dazu können Brustentwicklung, Bartwuchs, tiefere Stimme, breitere Schultern oder Becken sowie Achsel- und Schambehaarung gehören. Zeitpunkt und Ausprägung sind verschieden. Körperliche Merkmale schreiben niemandem Interessen oder Rollen vor.
Merke: Sexualität, Fortpflanzung und Geschlecht hängen zusammen, sind aber keine austauschbaren Begriffe.
Definition
Hormon
Ein Hormon ist ein körpereigener Botenstoff. Es wird an einem Ort gebildet, übermittelt ein Signal und wirkt nur an Zellen mit passenden Bindungsstellen.
Teste dich
Menschen können unterschiedliche Kombinationen von Fortpflanzungsorganen besitzen. Diese Organe bestimmen nicht die Geschlechtsidentität einer Person. Eierstöcke lassen Eizellen reifen und bilden Hormone. Der Eileiter transportiert eine Eizelle in Richtung Gebärmutter. Im Eileiter kann sie auf ein Spermium treffen. Die Gebärmutterschleimhaut kann einen frühen Keim aufnehmen. Die Scheide verbindet innere und äußere Geschlechtsorgane. Klitoris und Schamlippen gehören zu den äußeren Organen; die Klitoris ist besonders berührungsempfindlich.
Hoden bilden Spermien und Hormone. In den Nebenhoden reifen Spermien; Samenleiter transportieren sie weiter. Prostata und Bläschendrüse geben Flüssigkeiten hinzu, sodass Sperma entsteht. Durch die Harnröhre des Penis kann Sperma bei der Ejakulation nach außen gelangen. Eizelle und Spermium sind Keimzellen. Die Eizelle ist groß und unbeweglich, das Spermium klein und beweglich. Vereinigen sie sich im Eileiter, entsteht eine befruchtete Eizelle. Sie kann sich teilen und später in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Eierstöcke | In ihnen reifen Eizellen; außerdem bilden sie Geschlechtshormone. |
| Eileiter | Sie transportieren eine reife Eizelle in Richtung Gebärmutter. Hier kann eine Befruchtung stattfinden. |
| Gebärmutter | Ihre Schleimhaut kann einen frühen Keim aufnehmen. |
| Scheide oder Vagina | Sie verbindet innere und äußere Geschlechtsorgane. |
| Klitoris und Schamlippen | Sie gehören zu den äußeren Geschlechtsorganen; die Klitoris ist besonders berührungsempfindlich. |
Definition
Keimzellen
Eizelle und Spermium sind Keimzellen. Die Eizelle ist groß und unbeweglich. Das Spermium ist klein und beweglich. Bei einer Befruchtung vereinigen sich beide Zellen.
Beispiel: Welchen Weg nehmen Spermien?
- 1In den Hoden entstehen Spermien.
- 2In den Nebenhoden reifen sie; Samenleiter transportieren sie weiter.
- 3Flüssigkeiten aus Prostata und Bläschendrüse kommen hinzu.
- 4Beim Samenerguss kann Sperma durch die Harnröhre des Penis nach außen gelangen.
Teste dich
Ein Signalweg beginnt im Gehirn: Der Hypothalamus setzt GnRH frei. Dieses Hormon regt die Hypophyse an, FSH und LH ins Blut abzugeben. Beide wirken je nach Körper an Eierstöcken oder Hoden.
In den Hoden fördert FSH die Bildung und Reifung von Spermien. LH regt die Bildung von Androgenen an. Testosteron ist ein bekanntes Androgen und wirkt an der Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale mit. In den Eierstöcken unterstützt FSH die Reifung eines Follikels mit einer Eizelle. Der Follikel bildet Östrogene, besonders Östradiol; diese fördern unter anderem den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Ein starker LH-Anstieg löst den Eisprung aus. Der leere Follikel wird zum Gelbkörper. Er bildet vor allem Progesteron. Dieses bereitet die Schleimhaut auf eine mögliche Einnistung vor und hemmt FSH und LH. Ohne Befruchtung bildet sich der Gelbkörper zurück, Progesteron sinkt und die Schleimhaut wird bei der Menstruation abgestoßen. Ablauf und Dauer variieren zwischen Menschen und Zyklen.
Merke: FSH unterstützt die Reifung von Keimzellen. LH fördert im Eierstock den Eisprung und im Hoden die Bildung von Androgenen.
Beispiel: Eine gemeinsame Steuerkette beginnt im Gehirn
- 1Der Hypothalamus setzt das Hormon GnRH frei.
- 2GnRH regt die Hypophyse an.
- 3Die Hypophyse gibt FSH und LH ins Blut ab.
- 4FSH und LH wirken an Eierstöcken oder Hoden.
Teste dich
Mehrere Begriffe beschreiben verschiedene Seiten eines Menschen. Sie dürfen nicht gleichgesetzt werden. XX und XY sind häufige Kombinationen von Geschlechtschromosomen. Daneben kommen weitere Kombinationen und Entwicklungsvarianten vor. Wenn körperliche Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig in die üblichen Kategorien männlich oder weiblich passen, spricht man von intergeschlechtlichen Varianten. Die Geschlechtsidentität beschreibt, welchem Geschlecht sich ein Mensch selbst zuordnet. Bei trans Menschen unterscheidet sie sich von dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das soziale Geschlecht betrifft gesellschaftliche Rollen und Erwartungen. Solche Rollen sind keine zwingende Folge von Organen, Chromosomen oder Hormonen. Die sexuelle Orientierung beschreibt, zu wem sich ein Mensch sexuell hingezogen fühlt oder ob eine solche Anziehung kaum beziehungsweise nicht erlebt wird. Zu den genannten Orientierungen gehören Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität und Asexualität. Respektvolle Sexualität setzt Selbstbestimmung voraus. Persönliche Grenzen gelten unabhängig von Beziehung, Identität oder Orientierung. Einvernehmlich ist eine Handlung nur, wenn die beteiligten Personen freiwillig zustimmen und ihre Zustimmung auch zurücknehmen können.
Definition
Körperliche Geschlechtsmerkmale
Dazu gehören unter anderem Chromosomen, Keimdrüsen, Hormone, innere und äußere Geschlechtsorgane sowie sekundäre Geschlechtsmerkmale. Diese Merkmale können unterschiedlich kombiniert sein.
Merke: Körperliche Merkmale bestimmen nicht automatisch Geschlechtsidentität, Rollenverhalten oder sexuelle Orientierung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Sexualität
Sexualität
Körperliche Vorgänge, Gefühle, Nähe und persönliche Entscheidungen gehören dazu.
Pubertät
Hormone begleiten körperliche Veränderungen; ihr Verlauf ist verschieden.
Fortpflanzungsorgane
Eizellen reifen in Eierstöcken, Spermien entstehen in Hoden.
Hormonsteuerung
FSH und LH wirken an Eierstöcken oder Hoden.
Geschlechtsidentität
Sie beschreibt die eigene Geschlechtszuordnung.
Orientierung und Grenzen
Anziehung und freiwillige Zustimmung sind eigenständige Themen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wie werden persönliche Grenzen respektiert?
- 1Eine Person möchte eine Umarmung, die andere möchte das nicht.
- 2Die zweite Person sagt klar, dass sie keine Umarmung möchte.
- 3Die erste Person respektiert diese Grenze und verzichtet darauf.
- 4Einverständnis ist freiwillig und kann zurückgenommen werden; Grenzen gelten unabhängig von Beziehung oder Identität.
Fehler finden
Was lässt sich aus Körpermerkmalen folgern? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Aus einer tiefen Stimme lässt sich die sexuelle Orientierung nicht bestimmen. Körpermerkmal und Anziehung sind verschiedene Bereiche.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Hormone sind körpereigene . Geschlechtsorgane, die unmittelbar an der Fortpflanzung beteiligt sind, zählen zu den Geschlechtsmerkmalen. Merkmale, die sich verstärkt in der Pubertät entwickeln, heißen Geschlechtsmerkmale.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback