Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Menstruationszyklus: Phasen und Hormone erklärt
Zyklusbeginn, Eisprung und Menstruation: So greifen Vorgänge in Eierstock und Gebärmutter ineinander.
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Kurz gesagt
Der Menstruationszyklus beginnt am ersten Tag der Blutung. FSH unterstützt die Follikelreifung, ein LH-Anstieg löst den Eisprung aus, und Progesteron bereitet danach die Gebärmutterschleimhaut vor. Ohne Schwangerschaft sinkt die hormonelle Unterstützung; eine neue Blutung beginnt.
Der Menstruationszyklus ist ein wiederkehrender, hormonell gesteuerter Vorgang: Eine Eizelle reift heran, die Gebärmutterschleimhaut wird für eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet, und ohne Schwangerschaft beginnt mit der nächsten Menstruation ein neuer Zyklus. Tag 1 ist der erste Blutungstag. Die Vorgänge in Eierstock und Gebärmutter laufen abgestimmt ab. Zeitangaben wie 28 Tage sind Modellwerte und können im einzelnen Zyklus abweichen.
Deine Lernziele
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3 Abschnitte
Ein Zyklus reicht vom ersten Tag einer Menstruation bis zum Tag vor der nächsten. Mit der nächsten Blutung beginnt wieder Tag 1. Ein Modell zeigt oft einen Zyklus von ungefähr 28 Tagen. Die Länge und der Zeitpunkt des Eisprungs unterscheiden sich jedoch von Mensch zu Mensch und von Zyklus zu Zyklus.
Bei vielen Menschen dauert die Blutung etwa 3 bis 7 Tage. Als Orientierungswert werden für den gesamten Blutverlust ungefähr 20 bis 60 ml genannt. Dauer, Stärke und Regelmäßigkeit können abweichen.
Definition
Menstruation
Die Menstruation, auch Periode oder Regelblutung genannt, ist die Abstoßung der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut zusammen mit etwas Blut durch die Scheide.
Merke: Der erste Blutungstag ist Tag 1 des neuen Zyklus. „28 Tage“ ist ein häufig verwendetes Modell, keine feste Regel.
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Zu Beginn laufen zwei Vorgänge gleichzeitig ab: In der Gebärmutter wird die bisherige Schleimhaut abgestoßen, während in einem Eierstock neue Follikel heranreifen. Während ein Follikel reift, wird die Gebärmutterschleimhaut erneut aufgebaut. Beim Eisprung, auch Ovulation genannt, verlässt eine Eizelle den reifen Follikel und gelangt in den Eileiter. Dort kann sie in den folgenden Stunden von einer Spermienzelle befruchtet werden. Aus den Resten des Follikels entsteht danach der Gelbkörper. Er produziert vor allem Progesteron. Dieses Hormon verändert und erhält die Gebärmutterschleimhaut so, dass eine befruchtete Eizelle sich einnisten könnte. Hormone sind körpereigene chemische Botenstoffe. Sie übertragen Signale und stimmen die Vorgänge in Eierstock und Gebärmutter aufeinander ab. Die Hormonsteuerung arbeitet mit Rückkopplungen: Ein gebildetes Hormon kann die weitere Ausschüttung anderer Hormone bremsen oder fördern. So hemmt Östrogen zunächst die FSH-Ausschüttung; hohe Östrogenwerte stehen zur Zyklusmitte wahrscheinlich mit einer positiven Rückkopplung und dem starken LH-Anstieg in Verbindung. Nach dem Eisprung kann die Basaltemperatur, also die Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen und vor körperlicher Aktivität, um etwa 0,2 bis 0,5 °C ansteigen. Das ist eine Folge der Progesteronwirkung und zeigt einen Verlauf im Nachhinein; ein einzelner Temperaturwert bestimmt nicht sicher den Eisprung.
Definition
Follikel
Ein Follikel ist ein flüssigkeitsgefülltes Bläschen im Eierstock. Er enthält eine heranreifende Eizelle.
Beispiel: Vorgänge im 28-Tage-Modell
- 1An Tag 1 beginnt die Blutung. Gleichzeitig reifen Follikel heran.
- 2In der ersten Zyklushälfte wird die Gebärmutterschleimhaut wieder aufgebaut.
- 3Ungefähr zur Zyklusmitte erfolgt der Eisprung.
- 4Danach bildet sich der Gelbkörper und unterstützt die vorbereitete Schleimhaut.
- 5Ohne Schwangerschaft bildet sich der Gelbkörper zurück. Die hormonelle Unterstützung sinkt, die Schleimhaut wird abgestoßen und der nächste Tag 1 beginnt.
- 6Der entscheidende Gedanke: Eierstock und Gebärmutter arbeiten nicht nacheinander wie getrennte Stationen. Ihre Veränderungen laufen zeitlich aufeinander abgestimmt ab.
Beispiel: So gehst du vor
- 1FSH, das follikelstimulierende Hormon, fördert die Reifung eines Follikels.
- 2Der reifende Follikel bildet Östrogen. Östrogen unterstützt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
- 3Zur Zyklusmitte steigt die Konzentration von LH, dem luteinisierenden Hormon, steil an. Dieser LH-Anstieg löst den Eisprung aus.
- 4Aus dem Follikelrest entsteht der Gelbkörper. Er bildet vor allem Progesteron und außerdem Östrogen.
- 5Progesteron bereitet die aufgebaute Schleimhaut weiter auf eine mögliche Einnistung vor und hemmt vorübergehend die Reifung eines weiteren Follikels.
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Nach dem Eisprung sind zwei Verläufe möglich. Ohne Schwangerschaft bildet sich der Gelbkörper zurück. Die Progesteronproduktion sinkt, die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut löst sich, und mit der Menstruation beginnt ein neuer Zyklus. Bei einer Einnistung sorgen hormonelle Signale dafür, dass Östrogen und Progesteron zunächst weiter gebildet werden. Die Menstruation bleibt während einer Schwangerschaft meistens aus.
Phasen helfen beim Ordnen, doch ihre Grenzen sind individuell. „Eisprung an Tag 14“ ist nur ein Modell für einen ungefähr 28-tägigen Zyklus. Kalender und Apps können den tatsächlichen Eisprung nicht sicher vorhersagen und reichen allein zur Verhütung nicht verlässlich aus. Temperaturmessung und Ovulationstests liefern Beobachtungen, aber ein einzelner Wert beweist den Eisprung nicht.
Hormonelle Verhütungsmittel verändern den Ablauf. Die Pille kann den Eisprung verhindern und den Aufbau der Schleimhaut vermindern. Eine Blutung in der Pillenpause ist eine Abbruchblutung, keine Menstruation eines natürlichen Zyklus. Aus dem Zyklus folgen keine Geschlechterrollen oder Eigenschaften einer Person.
Merke: Nicht die Eizelle selbst wird als Menstruationsblutung ausgeschieden. Die Blutung besteht vor allem aus abgestoßenem Gewebe der Gebärmutterschleimhaut und etwas Blut.
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Alles auf einen Blick
Menstruationszyklus
Zählung
Tag 1 ist der erste Blutungstag; 28 Tage sind ein Modell
Eierstock
FSH fördert die Follikelreifung; der LH-Anstieg löst den Eisprung aus; der Gelbkörper bildet Progesteron
Gebärmutter
Die Schleimhaut wird aufgebaut, weiter vorbereitet und ohne Schwangerschaft abgestoßen
Einordnung
Zykluszeiten sind individuell; Biologie bestimmt keine Geschlechterrolle
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ein Zyklus mit abweichendem Eisprung
- 1Eine Person trägt den ersten Blutungstag als Tag 1 ein.
- 2Ein 28-Tage-Modell würde den Eisprung ungefähr zur Zyklusmitte einordnen.
- 3Im tatsächlichen Zyklus kann der Eisprung früher oder später liegen.
- 4Die Kalenderzahl allein belegt den Zeitpunkt daher nicht.
Fehler finden
Was zeigt der Kalender? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Tag 14 ist nur eine Modellschätzung; der tatsächliche Eisprung kann abweichen. Die dritte Zeile macht aus einem Modell einen Beweis.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Das Hormon fördert zunächst die Follikelreifung. Der starke Anstieg von löst den Eisprung aus. Danach bildet der Gelbkörper vor allem .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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