Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Blüte: Aufbau, Bestäubung und Befruchtung
Entdecke die Teile einer Blüte und ihre Aufgaben – vom Kelchblatt bis zum Fruchtknoten.
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Kurz gesagt
Die Blüte ist das Fortpflanzungsorgan der Bedecktsamer. Kelch- und Kronblätter bilden die Blütenhülle; Staubblätter erzeugen Pollen, und Fruchtblätter schließen die Samenanlagen ein. Eine typische Tulpe zeigt diese Teile besonders deutlich.
Die Blüte ist bei Bedecktsamern das Organ der sexuellen Fortpflanzung. Ihre Teile bilden Pollen und Samenanlagen, ermöglichen Bestäubung und Befruchtung und tragen so zur Entstehung von Samen und Früchten bei. Auf dieser Seite lernst du das Grundmodell einer Blüte kennen. Du erfährst außerdem, warum Bestäubung und Befruchtung zwei verschiedene Vorgänge sind.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine typische vollständige Blüte der Bedecktsamer besteht aus mehreren Organen. Sie sitzen am Blütenboden. Von außen nach innen findest du meist Kelchblätter, Kronblätter, Staubblätter und Fruchtblätter. Kelchblätter sind häufig grün. Sie schützen vor allem die junge Blüte in der Knospe. Kronblätter sind oft auffällig gefärbt. Bei tierbestäubten Blüten können sie Bestäuber anlocken. Staubblätter sind die männlichen Blütenorgane. In ihren Staubbeuteln entsteht Pollen. Fruchtblätter sind die weiblichen Blütenorgane. Sie schließen bei Bedecktsamern die Samenanlagen ein. Ein Staubblatt besteht aus Staubfaden und Staubbeutel. Der Staubfaden trägt den Staubbeutel. In dessen Pollensäcken entsteht der Pollen, auch Blütenstaub genannt. Ein Fruchtblatt umfasst den Bereich mit den Samenanlagen. Mehrere verwachsene Fruchtblätter können einen Stempel bilden. An ihm unterscheidest du meist drei Teile: Die Narbe nimmt Pollen auf. Der Griffel verbindet Narbe und Fruchtknoten. Durch ihn kann der Pollenschlauch wachsen. Der Fruchtknoten enthält die Samenanlagen. In jeder Samenanlage befindet sich eine Eizelle.
Definition
Blütenhülle
Kelch und Krone bilden zusammen die Blütenhülle. Sind die Blätter der Blütenhülle gleichartig gestaltet, nennt man sie Perigon, wie etwa bei der Tulpe.
Merke: Von außen nach innen liegen meist Kelch, Krone, Staubblätter und Fruchtblätter. Anzahl und Form unterscheiden sich zwischen Pflanzenarten.
Beispiel: Die Mitte einer Tulpenblüte
- 1Im Staubbeutel entsteht Pollen.
- 2Die Narbe nimmt passende Pollenkörner auf.
- 3Die Narbe sitzt über dem Fruchtknoten, der Samenanlagen enthält.
Teste dich
Bestäubung und Befruchtung bezeichnen nicht dasselbe. Bestäubung ist zunächst nur die Übertragung von Pollen. Bei Bedecktsamern muss der Pollen auf die Narbe gelangen. Pollen kann auf unterschiedliche Weise übertragen werden: Bei der Selbstbestäubung stammt er von derselben Pflanze. Bei der Fremdbestäubung stammt er von einer anderen Pflanze derselben Art. Wind oder Tiere können den Pollen transportieren. Tierbestäubte Blüten locken ihre Besucher häufig mit Farbe, Duft oder Nektar an.
Merke: Bestäubung bringt Pollen zur Narbe. Befruchtung vereinigt eine männliche Geschlechtszelle mit der Eizelle. Dazwischen wächst der Pollenschlauch.
Beispiel: Danach folgt eine Kette weiterer Schritte
- 1Ein Pollenkorn landet auf der Narbe.
- 2Das Pollenkorn keimt und bildet einen Pollenschlauch.
- 3Der Pollenschlauch wächst durch den Griffel zu einer Samenanlage.
- 4Eine männliche Samenzelle erreicht die Eizelle.
- 5Beide Keimzellen verschmelzen. Das ist die Befruchtung.
- 6Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich der Embryo, aus der Samenanlage ein Samen und aus dem Fruchtknoten die Frucht.
Teste dich
Eine zwittrige Blüte enthält Staubblätter und Fruchtblätter. Eine eingeschlechtliche Blüte besitzt dagegen nur männliche oder nur weibliche Fortpflanzungsorgane. Bei Arten mit getrennten männlichen und weiblichen Blüten ist zusätzlich wichtig, wie sie auf die Pflanzen verteilt sind.
Die Begriffe beschreiben zwei verschiedene Ebenen: zwittrig oder eingeschlechtlich bezieht sich auf eine einzelne Blüte. Einhäusig oder zweihäusig bezieht sich auf die Verteilung eingeschlechtlicher Blüten auf Pflanzen.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Einhäusig | Männliche und weibliche Blüten wachsen auf derselben Pflanze. Die Hasel ist ein Beispiel. |
| Zweihäusig | Männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die Weide ist ein Beispiel. |
Teste dich
Verlasse dich nicht nur auf Farbe oder Größe. Auch Gräser, Bäume und Sträucher können unscheinbare Blüten besitzen. Untersuche stattdessen die sichtbaren Organe.
Beispiel: Untersuche eine unbekannte Blüte
- 1Außen siehst du grüne, innen auffällig gefärbte Blütenhüllblätter.
- 2Die äußeren sind Kelchblätter, die inneren Kronblätter.
- 3Staubblätter und ein Stempel zeigen: Diese Blüte ist zwittrig.
- 4Die farbige Krone kann auf Tierbestäubung hinweisen. Sie beweist sie nicht.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Suche den Blütenboden als Ansatzstelle der Organe.
- 2Prüfe die Blütenhülle: Gibt es verschiedene Kelch- und Kronblätter oder ein einheitliches Perigon?
- 3Suche Staubfäden und Staubbeutel. Sie zeigen Staubblätter an.
- 4Suche Narbe, Griffel und Fruchtknoten. Sie gehören zum weiblichen Bereich.
- 5Entscheide, ob die Blüte zwittrig oder eingeschlechtlich ist.
- 6Beschreibe nur begründete Hinweise auf eine Bestäubungsweise. Auffällige Farbe kann Tierbestäubung unterstützen, beweist sie allein aber nicht.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Blüte
Aufbau
Blütenboden → Kelch und Krone → Staub- und Fruchtblätter
Männlicher Teil
Staubblatt → Staubbeutel → Pollen
Weiblicher Teil
Narbe → Griffel → Fruchtknoten mit Samenanlagen
Fortpflanzungsweg
Bestäubung → Pollenschlauch → Befruchtung
Ergebnis
befruchtete Eizelle → Embryo; Samenanlage → Samen; Fruchtknoten → Frucht
Geschlechtlichkeit
zwittrige oder eingeschlechtliche Blüte; einhäusige oder zweihäusige Pflanze
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Untersuche eine Tulpenblüte
- 1Suche zuerst den Blütenboden, an dem die Blütenteile sitzen.
- 2Die ähnlich gestalteten Blütenhüllblätter bilden ein Perigon.
- 3Staubfäden mit Staubbeuteln zeigen die männlichen Organe.
- 4Narbe und Fruchtknoten zeigen den weiblichen Bereich. Ein Griffel kann bei Tulpen sehr kurz sein oder fehlen. Staub- und Fruchtblätter machen die Blüte zwittrig.
Fehler finden
Was zeigt die Blütenhülle? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Eine auffällige Blütenhülle kann auf Tierbestäubung hinweisen, beweist den Bestäubungsweg allein aber nicht.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im entsteht der Pollen. Bei der Bestäubung gelangt er auf die . Aus dem Pollenkorn wächst ein durch den Griffel. In der Samenanlage kann eine männliche Samenzelle mit der Eizelle verschmelzen. Nach der Befruchtung entwickelt sich die Samenanlage zum Samen.
Karteikasten
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Übung mit Feedback