Biologie · Klasse 5–8 · aktualisiert
Pubertät: Körper, Gefühle und Hormone verstehen
Welche Veränderungen in der Pubertät möglich sind und warum Körper, Gefühle und Identität verschieden verlaufen.
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Kurz gesagt
Pubertät ist eine mehrjährige Entwicklungsphase. Hormone stoßen die Reifung der Geschlechtsorgane sowie Veränderungen von Haut und Stimme an; zugleich entwickeln sich Gehirn, Gefühle und Beziehungen. Beginn, Reihenfolge und Stärke der Veränderungen sind individuell.
Die Pubertät ist eine mehrjährige Entwicklungsphase auf dem Weg zum Erwachsensein. Hormone stoßen die Geschlechtsreifung und viele körperliche Veränderungen an. Gleichzeitig entwickeln sich Gehirn, Gefühle, Beziehungen und Identität weiter. Wann das geschieht und wie stark du die Veränderungen bemerkst, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
In der Pubertät reifen die Geschlechtsorgane. Eierstöcke können Eizellen heranreifen lassen, Hoden beginnen Spermien zu bilden. Eine Schwangerschaft wird biologisch möglich. Geschlechtsreife bedeutet jedoch nicht, dass ein Mensch schon erwachsen ist oder Verantwortung für eine Schwangerschaft tragen kann.
Beginn, Dauer, Reihenfolge und Stärke der Veränderungen sind verschieden. Im Durchschnitt setzen manche Veränderungen bei Mädchen früher ein als bei Jungen; feste Altersgrenzen gibt es nicht.
Primäre Geschlechtsmerkmale sind bereits bei der Geburt vorhandene Geschlechtsorgane, etwa Penis, Hoden, Vulva und Scheide. Sie wachsen und reifen weiter. Während der Pubertät können ein Wachstumsschub, neue Körperproportionen, Achsel- und Intimbehaarung, mehr Schweiß und Talg, Pickel, eine tiefere Stimme, erste Monatsblutungen oder Samenergüsse auftreten. Die erste Regelblutung heißt Menarche. Körperform, Behaarung und Stimme bilden keine starren Gruppen. Auch Sport, Ernährung und genetische Veranlagung beeinflussen das Aussehen.
Merke: Pubertät ist kein Stundenplan. Unterschiede zwischen Gleichaltrigen sind normalerweise kein Zeichen dafür, dass mit jemandem etwas nicht stimmt.
Definition
Sekundäre Geschlechtsmerkmale
Sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickeln sich erst während der Pubertät. Dazu gehören zum Beispiel Brustentwicklung, Bartwuchs und Veränderungen der Körperbehaarung. Sie sind nicht unmittelbar für die Fortpflanzung notwendig.
Beispiel
- 1Bei Alex wachsen die Achselhaare, die Haut wird fettiger und die Stimme klingt manchmal hoch, manchmal tief.
- 2Diese Veränderungen können gleichzeitig auftreten, müssen es aber nicht.
- 3Sie zeigen verschiedene Teile derselben Entwicklungsphase: Körperbehaarung, erhöhte Talgproduktion und Kehlkopfwachstum.
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Hormone sind Botenstoffe zwischen Organen. Die Steuerung beginnt vereinfacht im Hypothalamus: Er gibt GnRH ab. GnRH regt die Hypophyse an, LH und FSH ins Blut abzugeben. Diese Hormone wirken auf Eierstöcke oder Hoden. Dort gebildete Geschlechtshormone unterstützen Geschlechtsreifung, Wachstum und sekundäre Geschlechtsmerkmale. LH und FSH sind Steuerhormone für die Keimdrüsen, keine gewöhnlichen Wachstumshormone. Zu den Geschlechtshormonen zählen Östrogene und Androgene wie Testosteron.
Was den Beginn der Pubertät letztlich auslöst, ist nicht vollständig geklärt. Biologische Entwicklung, Körperzusammensetzung, Umwelt und Lebensbedingungen können den Verlauf beeinflussen; ein einzelner Auslöser erklärt nicht alle Unterschiede.
Talgdrüsen können mehr Talg bilden. Verstopft Talg den Ausgang einer Drüse, kann ein Pickel entstehen. Treten Pickel oder Mitesser über längere Zeit auf, kann das Akne sein. Ausdrücken kann die Entzündung verschlimmern; milde Reinigung kann die Haut schonen. Bei schwerer Akne, Schmerzen oder Narbenbildung ist medizinischer Rat sinnvoll.
Auch der Kehlkopf wächst. Dadurch wird die Stimme meist tiefer. Während des Wachstums kann sie zwischen hohen und tiefen Tönen wechseln oder krächzend klingen: Das heißt Stimmbruch. Er kann bei allen auftreten, ist bei Jungen aber meist deutlicher.
Beispiel
- 1Eine tiefere Stimme entsteht nicht dadurch, dass jemand absichtlich tiefer spricht.
- 2Der Kehlkopf und die Strukturen zur Stimmbildung verändern sich.
- 3Das zeitweilige Schwanken der Stimme ist daher eine normale körperliche Übergangserscheinung.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Der Hypothalamus, ein Bereich im Zwischenhirn, gibt das Signalhormon GnRH ab.
- 2GnRH regt die Hypophyse an. Diese Drüse liegt an der Unterseite des Gehirns.
- 3Die Hypophyse gibt die Hormone LH und FSH ins Blut ab.
- 4LH und FSH wirken auf Eierstöcke beziehungsweise Hoden.
- 5Dort werden Geschlechtshormone gebildet. Sie unterstützen unter anderem Geschlechtsreifung, Wachstum und die Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale.
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Während der Pubertät wird auch das Gehirn umgebaut. Verbindungen zwischen Nervenzellen entstehen neu oder werden verändert. Bereiche, die an Entscheidungen und der Verarbeitung von Gefühlen beteiligt sind, entwickeln sich weiter. Das kann mit starken Gefühlen, Unsicherheit, spontanen Entscheidungen oder Stimmungsschwankungen zusammenhängen. Die Zusammenhänge sind komplex: Nicht jede Stimmung entsteht nur durch Hormone, und nicht jeder Jugendliche erlebt dieselben Schwierigkeiten. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten. Interessen verändern sich, Freundschaften werden wichtiger und erste romantische oder sexuelle Gefühle können auftreten. Jugendliche setzen sich häufiger mit eigenen Werten, Zukunftsvorstellungen, Geschlecht und sexueller Orientierung auseinander.
Merke: Starke Gefühle sind real, auch wenn sie sich schnell verändern. Du darfst dir Zeit nehmen und mit einer vertrauten Person sprechen, wenn dich etwas belastet.
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Biologische Merkmale beschreiben körperliche Eigenschaften. Sie legen nicht fest, welche Kleidung, Interessen, Berufe oder Verhaltensweisen zu einem Menschen passen. Solche Erwartungen sind Geschlechterrollen und werden gesellschaftlich geprägt. Die Geschlechtsidentität beschreibt, welchem Geschlecht sich ein Mensch zugehörig fühlt. Bei trans Personen stimmt die Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugeordneten Geschlecht überein. Manche Menschen sind intergeschlechtlich: Ihre körperlichen Geschlechtsmerkmale lassen sich nicht eindeutig in die üblichen Kategorien männlich oder weiblich einordnen. Das kann bereits bei der Geburt oder erst während der Pubertät auffallen. Auch sexuelle oder romantische Gefühle entwickeln sich unterschiedlich. Manche Menschen verlieben sich in Personen eines anderen Geschlechts, manche in Personen des gleichen oder mehrerer Geschlechter. Manche möchten zunächst oder dauerhaft keine Partnerschaft. Gefühle, Identität und Körpermerkmale sind verwandte Themen, aber nicht dasselbe. Wenn Körperveränderungen, Gefühle oder die eigene Identität dich stark verunsichern, kannst du dich an eine vertraute erwachsene Person, eine Beratungsstelle oder medizinisches Fachpersonal wenden. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche.
Beispiel
- 1Zwei Jugendliche entwickeln beide breite Schultern.
- 2Daraus folgt weder, welche Kleidung sie mögen, noch welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen oder in wen sie sich verlieben.
- 3Eine körperliche Beobachtung erlaubt keine sichere Aussage über Rolle, Identität oder Orientierung.
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Alles auf einen Blick
Pubertät
Körper
Wachstum, Haut, Stimme und Geschlechtsreifung
Hormone
Signale zwischen Gehirn, Hypophyse und Keimdrüsen
Gehirn
veränderte Verbindungen, Gefühle und Entscheidungen
Beziehungen
Freundschaften, Nähe und neue Erwartungen
Identität
Werte, Geschlecht und sexuelle Orientierung
Vielfalt
unterschiedlicher Beginn und unterschiedliche Ausprägung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine Veränderung einordnen
- 1Während der Pubertät wird die Haut bei einer Person fettiger.
- 2Hormone können die Talgproduktion erhöhen; das kann Pickel begünstigen.
- 3Ob und wann solche Veränderungen auftreten, ist individuell.
- 4Aus der Haut lässt sich weder die Identität noch der Charakter einer Person ableiten.
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Fehler in Zeile 3Richtig: Eine tiefere Stimme erlaubt keine Aussage über die Interessen einer Person. Die dritte Zeile macht aus einem Körpermerkmal eine unbegründete Aussage über Persönlichkeit.
Lückentext
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Geschlechtsorgane gehören zu den Geschlechtsmerkmalen. Brustentwicklung und Bartwuchs sind Geschlechtsmerkmale. Die erste Regelblutung heißt . Unterschiede im zeitlichen Verlauf sind meist normal.
Karteikasten
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Übung mit Feedback