Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Bestäubung einfach erklärt: Arten und Ablauf
Erkenne, wie Pollen durch Tiere, Wind oder Wasser zur Narbe gelangt und woher er stammt.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Bestäubung ist die Übertragung von Pollen auf die Narbe einer passenden Blüte. Der Pollen kann durch Tiere, Wind oder selten Wasser dorthin gelangen. Stammt er von derselben Pflanze, ist es Selbstbestäubung; bei einer anderen Pflanze derselben Art heißt es Fremdbestäubung.
Bei der Bestäubung wird Pollen von einem Staubbeutel auf die Narbe einer passenden Blüte übertragen. Erst danach kann die Befruchtung folgen. Auf dieser Seite lernst du, die beteiligten Blütenteile zuzuordnen, Bestäubungswege zu erkennen und Bestäubung sicher von Befruchtung zu unterscheiden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Für die Bestäubung brauchst du zunächst zwei Blütenteile: Die Staubblätter bilden den Pollen. Die Narbe nimmt Pollenkörner auf. Die Narbe gehört zum Fruchtblatt, dem weiblichen Blütenorgan. Unter der Narbe liegt der Griffel. Er verbindet sie mit dem Fruchtknoten, in dem sich die Samenanlagen mit den Eizellen befinden.
Definition
Pollen
Pollen besteht aus vielen Pollenkörnern. Diese entstehen in den Staubbeuteln und tragen die männlichen Geschlechtszellen.
Merke: Staubbeutel geben Pollen ab. Die Narbe nimmt Pollen auf.
Teste dich
Ein Pollenkorn muss von einem Staubbeutel auf die Narbe einer passenden Blüte derselben Pflanzenart gelangen. Dieser Vorgang heißt Bestäubung. Dabei verschmelzen noch keine Geschlechtszellen. Pollen kann durch Tiere, Wind oder in seltenen Fällen durch Wasser übertragen werden. Diese Transporthilfen heißen Bestäubungsvektoren.
Bei der Bestäubung durch Tiere locken viele Blüten Besucher durch Farbe, Duft oder Nektar an. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer können beim Blütenbesuch Pollen aufnehmen und zur nächsten Blüte tragen. Auch Vögel und Fledermäuse können Blüten bestäuben.
Bei der Bestäubung durch Wind geben Pflanzen große Mengen leichten Pollens ab. Der Transport ist wenig zielgerichtet, sodass viele Pollenkörner keine passende Narbe erreichen. Gräser sowie Bäume wie Birke und Hasel sind typische Beispiele. Ihre Blüten sind oft unscheinbar, weil sie keine Tiere anlocken müssen.
Bei der Bestäubung durch Wasser trägt bei einigen Wasserpflanzen das Wasser den Pollen zwischen Blüten. Dieser Bestäubungsweg kommt seltener vor.
Definition
Bestäubung
Bestäubung ist die Übertragung von Pollen auf die Narbe einer passenden Blüte.
Beispiel: Wind trägt Haselpollen
- 1Eine Haselblüte gibt leichten Pollen an die Luft ab.
- 2Der Wind trägt Pollenkörner zu einer passenden Haselblüte.
- 3Ein Pollenkorn landet auf der Narbe; damit ist die Blüte bestäubt.
Teste dich
Die Einteilung richtet sich danach, woher der Pollen stammt. Bei der Selbstbestäubung gelangt Pollen auf die Narbe derselben Blüte oder einer anderen Blüte derselben Pflanze. Bei der Fremdbestäubung stammt der Pollen von einer anderen Pflanze derselben Art. Manche Darstellungen nennen die Übertragung zwischen zwei Blüten derselben Pflanze gesondert Nachbarbestäubung. Die Grundfrage bleibt gleich: Stammt der Pollen von derselben Pflanze oder von einer anderen Pflanze? Fremdbestäubung verbindet Erbanlagen verschiedener Pflanzen. Dadurch können genetisch unterschiedliche Nachkommen entstehen. Selbstbestäubung kann auch dann Samenbildung ermöglichen, wenn kein Pollen einer anderen Pflanze ankommt; die genetische Vielfalt ist dabei geringer.
Bestäubung schafft die Voraussetzung für die Befruchtung, ist aber nicht mit ihr gleichzusetzen. Nach erfolgreicher Bestäubung keimt ein geeignetes Pollenkorn auf der Narbe. Es bildet einen Pollenschlauch, der durch den Griffel zu einer Samenanlage im Fruchtknoten wächst. Durch diesen Schlauch gelangen männliche Geschlechtszellen zur Samenanlage. Bei der Befruchtung verschmilzt eine männliche Geschlechtszelle mit der Eizelle. Aus der befruchteten Eizelle entsteht der Pflanzenembryo. Die Samenanlage entwickelt sich zum Samen; der Fruchtknoten entwickelt sich zur Frucht.
Beispiel: Zwei Merkmale des Pollenwegs
- 1Wind trägt Pollen zwischen zwei Blüten derselben Haselpflanze: Selbstbestäubung durch Wind.
- 2Gelangen Pollenkörner zu einer anderen Haselpflanze, ist es Fremdbestäubung durch Wind.
- 3Pollen einer Erbsenblüte landet auf der Narbe derselben Blüte: ebenfalls Selbstbestäubung.
- 4Wind trägt Maispollen zu einer anderen Maispflanze: Fremdbestäubung durch Wind.
Merke: Bestäubung bedeutet Pollenübertragung. Befruchtung bedeutet Verschmelzung von männlicher Geschlechtszelle und Eizelle.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Bestäubung
Beteiligte Teile
Staubbeutel bildet Pollen; Narbe nimmt Pollen auf
Transportwege
Tiere; Wind; Wasser
Herkunft des Pollens
Selbstbestäubung; Fremdbestäubung
Weitere Entwicklung
Pollenschlauch; Befruchtung; Samen und Frucht
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ordne den Pollenflug bei Hasel ein
- 1Die unscheinbaren Haselblüten geben leichten Pollen ab.
- 2Wind trägt Pollen zu einer Blüte auf einer anderen Haselpflanze.
- 3Er erreicht dort eine passende Narbe: Die Blüte ist bestäubt.
- 4Weil der Pollen von einer anderen Pflanze stammt, ist es Fremdbestäubung durch Wind.
Fehler finden
Woher kam der Haselpollen? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Richtig: Der Pollen stammt von derselben Pflanze. Nach der hier verwendeten Einteilung ist das Selbstbestäubung; Wind beschreibt nur den Transportweg. Zwischen zwei Blüten derselben Pflanze heißt es auch Nachbarbestäubung.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Zuerst gelangt ein Pollenkorn auf die . Danach wächst ein durch den Griffel. Eine männliche Geschlechtszelle verschmilzt mit der . Dieser letzte Vorgang heißt Befruchtung.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback