Biologie · Klasse 5–8 · aktualisiert
Schwangerschaft: Entwicklung, Versorgung und Geburt
Von der Befruchtung bis zur Geburt: Lerne Entwicklung, Versorgung, Schutz und Zeitrechnung der Schwangerschaft kennen.
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Kurz gesagt
Bei einer Schwangerschaft kann sich eine befruchtete Eizelle nach der Einnistung in der Gebärmutter bis zur Geburt entwickeln. Plazenta und Nabelschnur versorgen das ungeborene Kind; Fruchtblase und Fruchtwasser schützen es. Medizinisch zählt man ab der letzten Monatsblutung.
Bei einer Schwangerschaft entwickelt sich eine befruchtete Eizelle durch Zellteilung, Einnistung, Organanlage und Wachstum bis zur Geburt. Dabei versorgen Plazenta und Nabelschnur das ungeborene Kind, während Fruchtblase und Fruchtwasser es schützen. Die medizinische Zählung beginnt schon am ersten Tag der letzten Monatsblutung – deshalb spricht man meist von 40 Schwangerschaftswochen.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Was geschieht in den ersten Tagen? Nach dem Eisprung kann eine Eizelle im Eileiter, der Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter, auf ein Spermium treffen. Verschmelzen beide, entsteht eine einzige befruchtete Zelle. Während die Zygote zur Gebärmutter wandert, teilt sie sich. Die neuen Zellen bleiben zunächst zusammen. Ungefähr nach 30 Stunden sind es zwei Zellen, nach weiteren 15 Stunden etwa vier und nach etwa drei Tagen ungefähr 16. Aus dem Zellverband entsteht die Blastozyste: eine Hohlkugel mit einer äußeren Zellschicht und einer inneren Zellgruppe. Aus der inneren Zellgruppe entwickelt sich der Embryo. Die äußere Schicht beteiligt sich später an der Bildung der Plazenta. Etwa sechs bis sieben Tage nach der Befruchtung verbindet sich die Blastozyste mit der gut durchbluteten Schleimhaut der Gebärmutter. Dieser Vorgang heißt Einnistung.
Definition
Zygote
Die Zygote ist die Zelle, die durch die Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht.
Beispiel: Der Weg zur Einnistung
- 1Eine Eizelle trifft im Eileiter auf ein Spermium; beide verschmelzen zur Zygote.
- 2Die Zygote teilt sich auf dem Weg zur Gebärmutter wiederholt.
- 3Aus dem Zellverband entsteht die Blastozyste.
- 4Diese verbindet sich nach etwa sechs bis sieben Tagen mit der Gebärmutterschleimhaut: Sie nistet sich ein.
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In den ersten acht Entwicklungswochen seit der Befruchtung entstehen die grundlegende Körperform und die Anlagen der Organe. Das ungeborene Kind heißt in dieser Zeit Embryo. Ab der neunten Entwicklungswoche heißt es Fetus oder Fötus. Dann wachsen Körper und bereits angelegte Organe weiter und reifen. Bewegungen und Sinne entwickeln sich ebenfalls weiter. Entwicklungswochen werden ab der Befruchtung gezählt; medizinische Schwangerschaftswochen beginnen früher. Darum können Angaben zur Grenze unterschiedlich aussehen.
Nach der Einnistung entwickelt sich an der Gebärmutterwand die Plazenta. Sie tauscht Sauerstoff, Nährstoffe und bestimmte Abwehrstoffe gegen Kohlenstoffdioxid und andere Stoffwechselprodukte aus. Das mütterliche und das kindliche Blut mischen sich dabei normalerweise nicht direkt. Die Nabelschnur verbindet den kindlichen Körper mit der Plazenta. Die Fruchtblase umgibt das Kind und schützt es vor vielen Krankheitserregern. Ihr Fruchtwasser dämpft Stöße.
Definition
Embryo
Als Embryo wird das ungeborene Kind in den ersten acht Wochen der Entwicklung bezeichnet. In dieser Zeit werden die Organe angelegt und die grundlegende Körperform entsteht.
Merke: Embryonalzeit: Organe werden angelegt. Fetalzeit: Organe reifen weiter und der Körper wächst. Angelegt bedeutet nicht vollständig ausgereift.
Beispiel
- 1Weg eines Sauerstoffteilchens: mütterliches Blut → Austausch an der Plazenta → Blutgefäße der Nabelschnur → kindlicher Körper.
- 2Dabei wechseln Stoffe die Seite, nicht aber das gesamte Blut. Deshalb bedeutet „verbunden“ nicht „ein gemeinsamer Blutkreislauf“.
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Die medizinische Zählung beginnt am ersten Tag der letzten Monatsblutung. Der genaue Tag der Befruchtung ist oft unbekannt; gewöhnlich liegt er ungefähr zwei Wochen später. 40 × 7 = 280 Tage. Die 40 Schwangerschaftswochen enthalten also ungefähr zwei Wochen vor der Befruchtung. Von der Befruchtung bis zur Geburt sind es im Durchschnitt etwa 38 Wochen. Ein Kalendermonat dauert länger als vier Wochen. 40 Wochen entsprechen deshalb ungefähr neun Kalendermonaten, nicht genau zehn.
Die Plazenta lässt lebenswichtige Stoffe passieren, hält aber nicht alle Schadstoffe zurück. Die Entgiftungsorgane des Embryos und Fetus sind zudem noch nicht ausgereift. Alkohol kann die Entwicklung des Gehirns und anderer Organe schädigen. Nikotin und weitere Stoffe aus Tabakrauch können die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen und das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten erhöhen. Drogen können je nach Stoff zum Beispiel Fehlbildungen, Abhängigkeit oder Frühgeburten verursachen. Medikamente wirken je nach Wirkstoff unterschiedlich und sollten in der Schwangerschaft medizinisch abgeklärt werden. Eine ausreichende Versorgung der Schwangeren mit Nährstoffen ist auch für das Kind wichtig.
Beispiel
- 1Eine Angabe „10. Schwangerschaftswoche“ bedeutet bei medizinischer Zählung nicht, dass die Befruchtung zehn Wochen zurückliegt.
- 2Sie liegt meist ungefähr acht Wochen zurück, weil die Zählung rund zwei Wochen früher beginnt.
Merke: Die Plazenta ist eine Austauschfläche mit Barrierefunktion, aber kein lückenloser Filter. Was in den mütterlichen Blutkreislauf gelangt, kann unter Umständen auch das ungeborene Kind erreichen.
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Gegen Ende der Schwangerschaft liegt das Kind häufig mit dem Kopf zum Geburtskanal. Regelmäßige Wehen sind wiederholte Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur. Sie werden stärker und helfen, den Muttermund zu öffnen und das Kind durch den Geburtskanal zu bewegen. Die Schädelknochen des Kindes sind noch nicht vollständig miteinander verwachsen. Dadurch können sie sich bei der Passage etwas gegeneinander verschieben und der Kopf passt sich vorübergehend an. Nach der Geburt des Kindes lösen weitere Wehen die Plazenta von der Gebärmutterwand. Plazenta und Eihäute werden als Nachgeburt ausgestoßen. Mit dem ersten Atemzug entfaltet sich die Lunge; anschließend wird die Nabelschnur durchtrennt.
Beispiel
- 1Ablauf in Grundzügen: regelmäßige Wehen → Öffnung des Muttermunds → Geburt des Kindes → erster Atemzug → Nachgeburt.
- 2Die Nachgeburt ist also nicht die Geburt eines weiteren Kindes, sondern das Ablösen und Ausstoßen von Plazenta und Eihäuten.
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Alles auf einen Blick
Schwangerschaft
Frühe Entwicklung
Befruchtung → Zygote → Blastozyste → Einnistung
Embryonalzeit
Körperform und Organe werden angelegt
Fetalzeit
Wachstum, Reifung, Bewegung und Sinne
Versorgung
Plazenta und Nabelschnur
Schutz
Fruchtblase, Fruchtwasser und Plazentaschranke
Zeitrechnung
etwa 38 Wochen ab Befruchtung, 40 Wochen ab letzter Monatsblutung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Embryo oder Fetus?
- 1Ein Bericht nennt die siebte Entwicklungswoche seit der Befruchtung.
- 2In den ersten acht Entwicklungswochen werden die Organe angelegt; die Bezeichnung ist Embryo.
- 3Ein zweiter Bericht nennt die zehnte Entwicklungswoche seit der Befruchtung.
- 4Ab der neunten Entwicklungswoche heißt das ungeborene Kind Fetus; Wachstum und Reifung stehen im Vordergrund.
Fehler finden
Was bedeutet die Plazentaschranke? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Manche Schadstoffe können die Plazenta passieren, obwohl sich die Blutkreisläufe nicht direkt mischen. Die Schranke ist kein vollständiger Filter.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Durch die Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht die . Nach mehreren Zellteilungen bildet sich die . In der werden die Organe angelegt. In der Fetalzeit wachsen Körper und Organe weiter.
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