Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Samenpflanzen: Aufbau, Fortpflanzung und Keimung
Begleite eine Samenpflanze durch Aufnahme, Blüte, Samenbildung, Verbreitung und Keimung.
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Kurz gesagt
Samenpflanzen bilden geschützte Embryonen in Samen. Wurzel, Sprossachse und Blätter versorgen die Pflanze. Bei Bedecktsamern führt die Befruchtung in einer Blüte zu Samen und Frucht; bei Nacktsamern liegen die Samenanlagen offen. Samen können sich verbreiten und unter passenden Bedingungen keimen.
Samenpflanzen bilden Samen, in denen die Anlage einer neuen Pflanze geschützt ist. Wurzeln, Sprossachse, Blätter und Fortpflanzungsorgane arbeiten zusammen, damit die Pflanze wachsen und sich vermehren kann. Auf dieser Seite verfolgst du den Weg von den Pflanzenorganen über Bestäubung und Befruchtung bis zur Keimung eines neuen Samens.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Samenpflanze besitzt mehrere Organe. Jedes übernimmt eine besondere Aufgabe: Wurzeln verankern die Pflanze im Boden. Wurzelhaare nehmen Wasser und Mineralstoffe auf. Die Sprossachse, oft Stängel genannt, hält die Pflanze aufrecht. Durch Leitungsbahnen gelangen Wasser und Mineralstoffe bis zu den Blättern. Laubblätter stellen bei der Fotosynthese Zucker her. Blüten dienen bei Bedecktsamern der Fortpflanzung. Für die Fotosynthese benötigen die Blätter Wasser, Kohlenstoffdioxid, Licht und den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll. Dabei lässt sich der Stoffumsatz vereinfacht so ausdrücken: Kohlenstoffdioxid + Wasser → Zucker + Sauerstoff. Licht liefert die dafür benötigte Energie. Chlorophyll nimmt das Licht auf. Der gebildete Zucker kann zu Früchten, Spross oder Wurzeln transportiert und dort genutzt oder gespeichert werden.
Beispiel: Eine Ahornpflanze versorgt ihre Blätter
- 1Wurzelhaare nehmen Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden auf.
- 2Die Sprossachse trägt die Blätter und leitet Wasser zu ihnen.
- 3Grüne Blätter nutzen Licht und Kohlenstoffdioxid, um Zucker herzustellen.
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Bei einer typischen Blüte schützen Kelchblätter die inneren Teile. Kronblätter können durch Farbe oder Duft Tiere anlocken. Die Fortpflanzungsorgane sind Staubblätter und Fruchtblätter. Bestäubung bedeutet, dass Pollen auf die Narbe eines Fruchtblatts gelangt. Das kann beispielsweise durch Insekten oder Wind geschehen. Bestäubung ist noch keine Befruchtung. Nach der Bestäubung wächst aus einem Pollenkorn ein Pollenschlauch durch den Griffel zur Samenanlage. Erst wenn dort eine männliche Samenzelle mit einer Eizelle verschmilzt, findet die Befruchtung statt. Fruchtblatt: Das Fruchtblatt ist ein weibliches Blütenorgan. Es besteht aus Narbe, Griffel und Fruchtknoten. Im Fruchtknoten liegen die Samenanlagen.
Definition
Staubblatt
Das Staubblatt ist ein männliches Blütenorgan. Sein Staubbeutel trägt Pollenkörner, also Blütenstaub.
Merke: Bestäubung ist der Transport des Pollens zur Narbe. Befruchtung ist die Verschmelzung von männlicher Samenzelle und Eizelle in der Samenanlage.
Beispiel: Vom Ahornpollen zum Samen
- 1Passender Pollen gelangt auf die Narbe einer Ahornblüte: Sie ist bestäubt.
- 2Ein Pollenschlauch wächst durch den Griffel bis zur Samenanlage.
- 3Nach der Verschmelzung von Geschlechtszellen kann aus der Samenanlage ein Samen entstehen.
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Nach der Befruchtung entwickelt sich bei Bedecktsamern die Samenanlage zum Samen. Der Fruchtknoten entwickelt sich zur Frucht. Die Frucht schützt die Samen und kann ihre Verbreitung unterstützen. Ein Samen enthält eine Samenschale als Schutz und den Embryo, die Anlage der neuen Pflanze. Zu ihm gehören Keimwurzel, Keimstängel, Blattanlage und ein oder mehrere Keimblätter. Keimblätter oder anderes Speichergewebe enthalten Reservestoffe. Früchte sind unterschiedlich gebaut. Häufig besitzen sie eine äußere Fruchtschale. Manche haben saftiges Fruchtfleisch und eine innere Fruchtschale um den Samen. Nicht jede Frucht ist jedoch süß oder saftig.
Bei der Keimung beginnt der Embryo im Samen zu wachsen. Dafür sind drei Bedingungen besonders wichtig: Wasser lässt den Samen aufquellen und setzt Vorgänge im Samen in Gang. Eine geeignete Temperatur ermöglicht die notwendigen chemischen Prozesse. Sauerstoff wird für die Zellatmung benötigt, durch die Energie verfügbar wird. Licht ist keine allgemeine Keimbedingung für alle Samen. Einige Samen können im Dunkeln keimen. Für das weitere gesunde Wachstum vieler Pflanzen wird Licht jedoch wichtig, weil die jungen Laubblätter damit Fotosynthese betreiben. Auch Bodennährstoffe, Bodenart und pH-Wert beeinflussen das spätere Wachstum. Sie sind deshalb nicht mit den drei grundlegenden Keimbedingungen gleichzusetzen. Bei einem Keimversuch darfst du immer nur eine Bedingung gezielt verändern. Wenn du den Einfluss von Wasser prüfst, müssen Samenart, Samenmenge, Temperatur und übrige Bedingungen möglichst gleich bleiben. Ein Gefäß erhält Wasser, das Vergleichsgefäß nicht. So kannst du einen Unterschied sinnvoll auf die Wasserversorgung zurückführen.
Beispiel: Ein Samen wird zum Keimling
- 1Die Samenschale schützt den Embryo des Samens.
- 2Mit Wasser quillt der keimfähige Samen auf.
- 3Bei passender Temperatur und Sauerstoff beginnt der Embryo zu wachsen.
Beispiel: Keimblätter der Gartenbohne
- 1Die Gartenbohne hat zwei Keimblätter im Samen.
- 2Sie versorgen den jungen Keimling zunächst mit gespeicherten Stoffen.
- 3Darüber entwickeln sich später die Laubblätter.
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Nach der Reifung müssen Samen an geeignete neue Standorte gelangen. Verschiedene Merkmale unterstützen unterschiedliche Verbreitungswege. Insekten können Blüten bestäuben und dadurch die Samenbildung ermöglichen. Das ist von der späteren Verbreitung fertiger Samen zu unterscheiden. Samenpflanzen lassen sich in zwei große Gruppen einordnen: Bei Nacktsamern liegen die Samenanlagen offen. Koniferen gehören zu dieser Gruppe und bilden Zapfen. Bei Bedecktsamern sind die Samenanlagen in einem Fruchtknoten eingeschlossen. Bedecktsamer können außerdem nach der Zahl ihrer Keimblätter unterschieden werden. Einkeimblättrige besitzen ein Keimblatt und häufig parallele Blattnerven. Zweikeimblättrige besitzen zwei Keimblätter und häufig netzförmige Blattnerven. „Häufig“ bedeutet: Das Blattnervmuster ist eine Orientierung, aber keine ausnahmslose Regel.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Wind | Leichte oder flugfähige Früchte und Samen können fortgetragen werden, etwa beim Löwenzahn oder Ahorn. |
| Tiere | Samen können nach dem Fressen einer Frucht ausgeschieden oder außen im Fell transportiert werden. |
| Wasser | Schwimmfähige Samen oder Früchte können über Wasser verbreitet werden. |
| Selbstausbreitung | Manche Früchte schleudern ihre Samen aktiv heraus, etwa das Springkraut. |
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Alles auf einen Blick
Samenpflanzen
Pflanzenorgane
Wurzel, Sprossachse, Blatt und Fortpflanzungsorgan
Stoffversorgung
Aufnahme, Transport und Fotosynthese
Fortpflanzung
Bestäubung, Pollenschlauch und Befruchtung
Entwicklung
Samen, Keimung, Keimling und Jungpflanze
Verbreitung
Wind, Tiere, Wasser und Selbstausbreitung
Einordnung
Nacktsamer und Bedecktsamer
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Verfolge den Weg eines Ahornsamens
- 1Bei einem Ahorn als Bedecktsamer entstehen Samen aus befruchteten Samenanlagen.
- 2Der Fruchtknoten entwickelt sich zur Frucht, die den Samen trägt.
- 3Die flugfähige Frucht kann durch Wind an einen anderen Standort gelangen.
- 4Findet der keimfähige Samen dort Wasser, Sauerstoff und passende Wärme, kann der Embryo wachsen.
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Fehler in Zeile 4Richtig: Der Wind verbreitet hier eine reife Frucht mit Samen. Bestäubung bedeutet dagegen, dass Pollen auf die Narbe einer passenden Blüte gelangt.
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Nach der Befruchtung entwickelt sich die zum Samen. Der Samen wird durch die geschützt. Die Anlage der neuen Pflanze heißt . Bei Bedecktsamern entwickelt sich der Fruchtknoten zur Frucht.
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