Biologie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Fossilien erkennen: Entstehung und Alter verstehen
Erkenne Körper- und Spurenfossilien, verfolge ihre Entstehung und deute Alter und Aussagekraft eines Fundes.
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Kurz gesagt
Fossilien sind erhaltene Reste, Abdrücke oder Spuren früheren Lebens. Sie entstehen oft, wenn Reste rasch eingebettet und später mineralisch erhalten werden. Schichten und geeignete Datierungsmethoden ordnen sie zeitlich ein; ein Fund allein beweist keine direkte Abstammung.
Fossilien sind erhaltene Reste, Abdrücke oder Spuren früherer Lebewesen. Sie zeigen, welche Organismen früher existierten, wie sie lebten und wie sich Leben und Umwelt im Lauf der Erdgeschichte veränderten. Auf dieser Seite untersuchst du, wie Fossilien entstehen, wie du wichtige Fossilformen unterscheidest und welche Aussagen über Alter und Evolution möglich sind.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Fossil ist ein erhaltenes Zeugnis des Lebens aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Es kann aus ursprünglichem Material bestehen oder nur die Form eines Körpers oder einer Lebensspur bewahren. Die Wissenschaft, die Fossilien und das Leben vergangener Erdzeitalter erforscht, heißt Paläontologie. Paläontologinnen und Paläontologen untersuchen nicht nur das Fundstück selbst. Sie beachten auch seine Lage im Gestein und vergleichen es mit anderen Funden.
Definition
Fossil
Ein Fossil ist ein sehr alter erhaltener Körperrest, Abdruck oder eine andere Spur eines früheren Lebewesens. Dazu gehören beispielsweise Knochen, Zähne, Schalen, Pflanzenabdrücke und versteinerte Fußspuren.
Merke: Ein Fossil muss nicht der versteinerte Körper eines Lebewesens sein. Auch eine hinterlassene Spur kann zum Fossil werden.
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Tote Lebewesen werden meist durch Kleinstlebewesen, Aasfresser und Witterung zersetzt. Eine schnelle Bedeckung durch Sediment, also abgelagerten Sand oder Schlamm, erhöht die Chance auf Erhaltung und kann Sauerstoff und äußere Einwirkungen abschirmen. Weichteile zersetzen sich meist zuerst; Knochen, Zähne und Schalen halten oft länger. Weitere Sedimente lagern sich ab. Wasser bringt gelöste Stoffe in die Überreste; Minerale füllen Hohlräume oder ersetzen ursprüngliches Material. Gleichzeitig können sich die Sedimente unter Druck verfestigen. Druck allein macht keinen Stein aus einem Knochen. Erdbewegungen können die Schichten heben; Wind, Wasser und Eis tragen Gestein ab. Diese Erosion legt das Fossil wieder frei.
Körperfossil und Spurenfossil beschreiben, was erhalten ist. Eine Schale oder ein Blattabdruck bewahrt Körpermaterial oder dessen Form; eine Fährte oder Fraßspur bewahrt Spuren einer Tätigkeit. Die Erhaltungsform beschreibt dagegen, wie ein Zeugnis erhalten blieb. Ein Abdruck entsteht im weichen Untergrund. Beim Steinkern füllt Sediment einen Schaleninnenraum, versteinert, und die Schale löst sich später auf. Kleine Organismen oder Pflanzenteile können in Baumharz eingeschlossen werden, das zu Bernstein wird. Kälte oder Trockenheit können ausnahmsweise empfindliche Teile bewahren. Fossiler Kot heißt Koprolith. Die genaue Einteilung kann je nach Darstellung variieren.
Beispiel: Ein vereinfachtes, fiktives Beispiel
- 1Eine tote Muschel sinkt auf einen schlammigen Meeresboden und wird schnell von Sediment bedeckt. Ihre Weichteile zersetzen sich, während die Schale länger bestehen bleibt. Mineralstoffe und Sediment bewahren ihre Form. Später werden die Gesteinsschichten angehoben und durch Erosion freigelegt. Dort kann das Fossil gefunden werden.
- 2Der entscheidende Gedanke lautet: Nicht das hohe Alter allein erzeugt ein Fossil. Zuerst müssen Überreste oder Spuren lange genug vor vollständiger Zerstörung geschützt sein.
Definition
Körperfossil
Ein Körperfossil bewahrt einen Körper oder Körperteil, etwa als ursprünglichen Rest, mineralisch veränderten Rest oder erhaltene Körperform. Typische Beispiele sind Knochen, Zähne, Schalen und Blattabdrücke. Weichteile bleiben deutlich seltener erhalten.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Abdruck | Ein Körperteil oder eine Spur hinterlässt seine Form im weichen Untergrund. Das Material verfestigt sich später zu Gestein. |
| Steinkern | Sediment füllt den Innenraum einer Schale. Der Inhalt versteinert, während sich die ursprüngliche Schale später auflöst. Zurück bleibt die Form ihres Innenraums. |
| Einschluss in Bernstein | Ein kleines Tier oder Pflanzenteil gerät in klebriges Baumharz und wird eingeschlossen. Über sehr lange Zeit wird das Harz zu Bernstein. |
| Erhaltung durch Kälte oder Trockenheit | Einfrieren oder rascher Wasserentzug kann die Zersetzung stark hemmen und ausnahmsweise auch empfindliche Teile bewahren. |
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Relative Altersbestimmung ordnet Funde als älter oder jünger ein. In ungestörten Sedimentschichten liegen jüngere Schichten gewöhnlich über älteren; die Lage gibt noch keine Jahreszahl. Ein Leitfossil stammt aus einer weit verbreiteten Art oder engen Gruppe, die nur geologisch kurze Zeit vorkam. Bestimmte Ammonitenarten eignen sich dafür; diese Meerestiere hatten meist spiralig gerollte Schalen.
Absolute Altersbestimmung liefert eine zahlenmäßige Schätzung mit Unsicherheit. Radiometrische Verfahren nutzen den Zerfall instabiler Atomkerne mit bekannter Rate. Die Radiokarbonmethode untersucht erhaltenen ursprünglichen Kohlenstoff in vergleichsweise jungen, ehemals lebenden Resten. Für Millionen Jahre alte Fossilien ist dafür zu wenig radioaktiver Kohlenstoff vorhanden. Ihr Alter wird häufig indirekt über geeignete Minerale in vulkanischen Schichten über oder unter dem Fund eingegrenzt.
Beide Wege haben Bedingungen: Schichten dürfen nicht umgekippt sein, und ein älteres Fossil darf nicht aus seiner alten Schicht ausgewaschen und später erneut abgelagert worden sein. Für jede Zahlenangabe braucht man eine geeignete Probe und Methode.
Definition
Relative Altersbestimmung
Die relative Altersbestimmung klärt, ob ein Fund älter oder jünger als ein anderer ist. In einer ungestörten Folge von Sedimentschichten liegen jüngere Schichten in der Regel über älteren.
Definition
Leitfossil
Ein Leitfossil gehört zu einer Art oder engeren Organismengruppe, die nur während eines geologisch kurzen Zeitraums vorkam, aber weit verbreitet war. Findet man es in einer Gesteinsschicht, lässt sich diese Schicht diesem Zeitraum zuordnen. Bestimmte Ammonitenarten eignen sich dafür besonders gut. Ammoniten waren Meerestiere mit einer meist spiralig aufgerollten Schale.
Beispiel: Fiktives Beispiel
- 1In einer ungestörten Gesteinsfolge liegt Fossil A unter Fossil B. Beide stammen aus der Zeit, in der ihre jeweilige Schicht entstand.
- 2Die untere Schicht wurde zuerst abgelagert.
- 3Fossil A gehört zu dieser älteren Schicht, Fossil B zur jüngeren darüber. Daher ist A älter als B.
- 4Wie viele Jahre zwischen beiden liegen, verrät die Reihenfolge nicht. Für eine zahlenmäßige Altersschätzung wäre ein geeignetes absolutes Datierungsverfahren nötig.
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Ein Fossil liefert Hinweise, aber keine vollständige Lebensgeschichte. Körperreste können früheres Vorkommen und Körperbau zeigen; der Fundort und begleitendes Gestein geben Hinweise auf die Umwelt. Zeitlich geordnete Folgen können Veränderungen von Merkmalen, Auftreten und Verschwinden von Gruppen zeigen. Spuren können Bewegung oder Verhalten nahelegen. So lässt sich untersuchen, wie Leben und Umwelt sich in der Erdgeschichte wandelten.
Evolution verändert erbliche Merkmale von Populationen über Generationen. Eine Population umfasst Lebewesen derselben Art in einem Gebiet. Fossilfolgen stützen die Evolution, weil sie zeitliche Veränderungen dokumentieren. Einzelne Funde belegen aber keine direkte Ahnenreihe. Dazu müssen Alter, Merkmale und weitere Belege verglichen werden.
Beispiel: Fiktives Beispiel
- 1Du untersuchst eine Fährte aus mehreren ähnlich geformten Fußabdrücken. Erhaltene Details können Hinweise auf die Form des Fußes geben. Abstände und Anordnung helfen, die Bewegung des Tieres zu untersuchen. Allerdings beeinflussen auch der Untergrund und die Erhaltung die Form der Abdrücke.
- 2Nicht belegt wären allein durch die Fährte Aussagen über Hautfarbe, genaue Laute oder sämtliche Lebensgewohnheiten. Eine gute Deutung bleibt bei dem, was der Fund tatsächlich stützt.
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Alles auf einen Blick
Fossilien
Fossil
Erhaltener Rest, Abdruck oder Lebensspur aus früherer Zeit.
Entstehung
Schnelle Einbettung schützt; Minerale können Material ersetzen oder füllen.
Formen
Körperfossilien bewahren Körper, Spurenfossilien eine Tätigkeit.
Schichten
Ungestörte Lagen geben eine relative Altersfolge.
Datierung
Geeignete Proben erlauben Zahlenangaben mit Unsicherheit.
Deutung
Fossilien zeigen Wandel, aber selten eine sichere direkte Ahnenreihe.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Einen Blattabdruck deuten
- 1In feinem Sediment findest du einen Abdruck mit Blattadern.
- 2Die erhaltene Form spricht für einen Pflanzenteil: einen Körperabdruck, nicht für eine Bewegungsspur.
- 3Eine ungestörte Schicht darüber ist jünger als die Fundschicht.
- 4Aus dem Blattabdruck allein lässt sich weder die Farbe der Pflanze noch ihr genaues Alter in Jahren bestimmen.
Fehler finden
Ein sehr altes Fossil datieren In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Richtig: Radiokarbon ist für Millionen Jahre alte versteinerte Knochen ungeeignet. Geeignete vulkanische Schichten ober- und unterhalb können das Alter indirekt eingrenzen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein versteinerter Zahn ist ein . Eine versteinerte Fährte ist ein . Füllt Sediment ein Schneckenhaus aus und löst sich die Schale später auf, bleibt ein zurück.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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