Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Fische: Körperbau, Atmung und Anpassungen
Erkunde Flossen, Kiemen, Seitenlinie und Schwimmblase als Merkmale des Lebens im Wasser.
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Kurz gesagt
Fische sind Wirbeltiere und meist wechselwarm. Typischerweise nehmen sie mit Kiemen Sauerstoff aus dem Wasser auf. Flossen helfen bei Antrieb und Steuerung; die Seitenlinie spürt Wasserbewegungen. Viele Knochenfische halten mit einer Schwimmblase leichter die Tiefe.
Fische sind Wirbeltiere, deren Lebensraum grundsätzlich das Wasser ist. Kiemen ermöglichen den Gasaustausch, Flossen unterstützen das Schwimmen und verschiedene Sinnesorgane helfen bei der Orientierung. Auf dieser Seite untersuchst du, wie Körperbau und Funktion zusammenhängen. Dabei bedeutet Angepasstheit nicht, dass ein Fisch seinen Körper absichtlich für einen Zweck entwickelt hat.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Fische besitzen eine Wirbelsäule und gehören deshalb zu den Wirbeltieren. Typische Merkmale sind ein Körper mit Kopf, Rumpf und Schwanz, Flossen und Kiemen. Viele Fische haben außerdem Schuppen und eine Schleimschicht. Die meisten Fische sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Temperatur des umgebenden Wassers ab. Nicht jeder Fisch besitzt alle typischen Merkmale in derselben Form. So haben Knorpelfische wie Haie und Rochen keine Schwimmblase. Bei Knochenfischen besteht das Innenskelett dagegen weitgehend aus Knochen; zu ihnen gehören beispielsweise Forelle und Karpfen. Viele Fische haben eine Stromlinienform: Der Körper ist langgestreckt und läuft nach vorn und hinten schmaler zu. Dadurch bietet er dem Wasser beim Vorwärtsschwimmen vergleichsweise wenig Widerstand. Der Hauptantrieb entsteht meist durch wellenförmige Seitwärtsbewegungen von Körper und Schwanz. Die Flossen übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Die Schwanzflosse unterstützt den Antrieb. Brust- und Bauchflossen helfen beim Steuern. Rücken- und Afterflosse stabilisieren die Lage im Wasser. Manche Arten besitzen zusätzlich eine Fettflosse. Körperformen unterscheiden sich je nach Lebensweise. Der langgestreckte Hecht ist ein Raubfisch. Der Karpfen ist als Friedfisch gedrungener und hochrückiger. Eine Körperform allein beweist jedoch nicht jedes Detail der Lebensweise; sie liefert begründete Hinweise.
Definition
Angepasstheit
Eine Angepasstheit ist ein Merkmal, das unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen nützlich ist. Sie ist im Verlauf vieler Generationen entstanden und keine bewusste Veränderung durch das einzelne Tier.
Beispiel
- 1Ein Fisch beschleunigt, ändert anschließend die Richtung und hält sich danach wieder aufrecht.
- 2Für die Beschleunigung nutzt er vor allem Körper und Schwanzflosse.
- 3Brust- und Bauchflossen unterstützen den Richtungswechsel.
- 4Rücken- und Afterflosse wirken einem seitlichen Umkippen entgegen.
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Fische nutzen Augen, Geruchsorgane und weitere Sinne. Eine besondere Rolle spielt das Seitenlinienorgan. Es verläuft an den Körperseiten und nimmt Druckveränderungen und Wasserbewegungen wahr. Druckwellen biegen feine Sinneshärchen. Die zugehörigen Sinneszellen melden diese Bewegung. So kann ein Fisch beispielsweise eine Strömung, ein Hindernis oder ein vorbeischwimmendes Tier wahrnehmen, ohne es direkt zu berühren. Diese Leistung wird auch Ferntastsinn genannt. Karpfen und Welse besitzen außerdem Barteln. Das sind fadenförmige Hautorgane am Maul, die beim Tasten und Schmecken helfen. Wasser enthält gelösten Sauerstoff. Die Kiemen nehmen diesen Sauerstoff auf und geben Kohlenstoffdioxid an das Wasser ab. Ihre feinen, gut durchbluteten Kiemenblättchen bilden eine große Austauschfläche. Typische Fischkiemen funktionieren an Land nicht wie im Wasser. Ohne die stützende Wirkung des Wassers können die feinen Kiemenblättchen zusammenfallen und verkleben. Dadurch wird der Gasaustausch stark eingeschränkt. Es gibt allerdings Fischarten mit zusätzlichen oder anderen Möglichkeiten zur Luftatmung.
Beispiel
- 1In trübem Wasser schwimmt ein anderer Fisch vorbei.
- 2Seine Bewegung erzeugt Druckveränderungen.
- 3Das Seitenlinienorgan registriert sie, obwohl der vorbeischwimmende Fisch nicht gut zu sehen ist.
Merke: Maul- und Kiemendeckelbewegungen erzeugen einen gerichteten Wasserstrom über die Kiemen. Atmung bedeutet dabei nicht, dass der Fisch Wasser verbraucht, sondern dass er gelösten Sauerstoff daraus aufnimmt.
Beispiel: Der typische Ablauf bei einem Knochenfisch
- 1Der Fisch öffnet das Maul, und Wasser strömt hinein.
- 2Das Wasser fließt über die Kiemenblättchen.
- 3Sauerstoff gelangt aus dem Wasser ins Blut.
- 4Kohlenstoffdioxid gelangt aus dem Blut ins Wasser.
- 5Bei geschlossenem Maul wird das Wasser durch die geöffneten Kiemendeckel nach außen gedrückt.
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Die meisten Knochenfische besitzen eine gasgefüllte Schwimmblase. Sie beeinflusst den Auftrieb und ermöglicht es, eine Wassertiefe mit geringerem Bewegungsaufwand zu halten. Unter vergleichbaren Bedingungen gilt: Vergrößert sich das Gasvolumen, nimmt der Auftrieb zu. Wird es kleiner, nimmt der Auftrieb ab. Die Schwimmblase ist deshalb nicht nur zum Auf- und Absteigen da, sondern besonders für einen energiesparenden Schwebezustand. Nicht alle Fische besitzen eine Schwimmblase. Sie fehlt den Knorpelfischen und auch manchen Knochenfischen. Knorpelfische können ihren Schwebezustand unter anderem durch eine ölreiche Leber und durch Bewegung unterstützen.
Beispiel
- 1Ein Knochenfisch soll eine bestimmte Tiefe halten.
- 2Mit passend eingestellter Schwimmblase gleichen sich Auftrieb und Gewichtskraft weitgehend aus.
- 3Der Fisch muss dann nicht ständig kräftig nach oben oder unten schwimmen.
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Bei vielen Fischen findet eine äußere Befruchtung statt. Das Weibchen gibt Eier ins Wasser ab; dieser Vorgang heißt Laichen. Das Männchen gibt Samenzellen dazu. Eine Samenzelle kann mit einer Eizelle verschmelzen. Äußere Befruchtung und fehlende Brutpflege sind häufige Muster, aber keine ausnahmslosen Regeln. Manche Fischarten schützen ihren Nachwuchs; andere haben eine innere Befruchtung oder bringen lebende Jungfische zur Welt. Von Überfischung spricht man, wenn mehr Fische entnommen werden, als sich unter den gegebenen Bedingungen neu bilden können. Dann kann ein Bestand abnehmen. Auch Veränderungen von Lebensräumen gefährden Fische. Dazu gehören der Verlust von Laich- und Nahrungsgebieten, Umweltbelastungen, Staudämme und die Einführung fremder Arten, die heimische Arten verdrängen können. Mindestfanggrößen können dazu beitragen, dass Fische nicht schon vor einer möglichen Fortpflanzung gefangen werden. Eine solche Regel wirkt jedoch nur als Teil einer nachhaltigen Fangpraxis.
Beispiel
- 1Eine Bachforelle schlägt eine Laichgrube in den Gewässergrund und legt dort Eier ab.
- 2Nach der Befruchtung entwickeln sich Embryonen in den Eiern.
- 3Die geschlüpften Larven tragen zunächst einen Dottersack.
Beispiel
- 1Werden in einem Gewässer über längere Zeit viele noch nicht fortpflanzungsfähige Fische gefangen, erreichen weniger Tiere das Fortpflanzungsalter.
- 2Eine passende Mindestfanggröße kann dieses Problem verringern.
Beispiel: Die schulisch wichtige Entwicklungsfolge lautet
- 1Ei: Nach der Befruchtung entwickelt sich darin ein Embryo.
- 2Larve: Das Tier schlüpft; bei manchen Arten versorgt ein Dottersack die junge Larve zunächst mit Nährstoffen.
- 3Jungfisch: Körper und Lebensweise ähneln zunehmend dem erwachsenen Tier.
- 4Adulttier: Der ausgewachsene Fisch kann sich fortpflanzen.
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Alles auf einen Blick
Fische
Grundmerkmale
Wirbelsäule, Kiemen, Flossen und meist wechselwarme Körpertemperatur
Fortbewegung
Körper und Schwanz erzeugen Vortrieb; Flossen steuern und stabilisieren
Orientierung
Seitenlinienorgan erkennt Wasserbewegungen; Barteln helfen manchen Arten beim Tasten und Schmecken
Atmung
Wasser strömt über Kiemenblättchen; Sauerstoff gelangt hinein und Kohlenstoffdioxid hinaus
Schweben
Schwimmblase reguliert bei vielen Knochenfischen den Auftrieb; nicht alle Fische besitzen sie
Fortpflanzung
häufig äußere Befruchtung; Entwicklung über Ei, Larve, Jungfisch und Adulttier
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wasserweg an den Kiemen
- 1Ein Knochenfisch öffnet sein Maul; Wasser strömt hinein.
- 2Das Wasser fließt über die gut durchbluteten Kiemenblättchen.
- 3Sauerstoff gelangt ins Blut, Kohlenstoffdioxid ins Wasser.
- 4Das Wasser verlässt den Kopf durch die Kiemendeckel.
Fehler finden
Atmung einer Forelle prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Gase wurden verwechselt. Richtig: Kohlenstoffdioxid gelangt aus dem Blut in das Wasser.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Wasser strömt durch das ein und über die . Dabei gelangt ins Blut, während Kohlenstoffdioxid an das Wasser abgegeben wird. Das Wasser tritt im typischen Ablauf an den Kiemendeckeln aus.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback