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Biologie · Klasse 12–13 · aktualisiert

Neuronale Plastizität: Lernen im Gehirn

Wie Erfahrung Synapsen und Netzwerke verändert: funktionelle und strukturelle Plastizität, LTP und Grenzen der Erholung.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Neuronale Plastizität: Lernen im Gehirn

Kurz gesagt

Neuronale Plastizität ist die Fähigkeit des Nervensystems, Verbindungen durch Aktivität, Erfahrung oder Schädigung zu verändern. Synapsen können stärker oder schwächer übertragen; Verbindungen können sich auch umbauen. Das ermöglicht Lernen und manchmal Teilkompensation.

Neuronale Plastizität bedeutet: Nervenzellen und ihre Verbindungen können sich durch Erfahrung, Übung, veränderte Umweltbedingungen oder Verletzungen verändern. Dadurch werden Lernen und Gedächtnis möglich; nach einer Schädigung kann Plastizität außerdem eine teilweise funktionelle Erholung unterstützen. Auf dieser Seite lernst du, funktionelle und strukturelle Veränderungen zu unterscheiden, Langzeitpotenzierung als Modell synaptischen Lernens zu erklären und die Möglichkeiten der Plastizität realistisch zu begrenzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Neuronale Netzwerke sind veränderbar. Wenn Nervenzellen wiederholt oder gleichzeitig aktiv sind, kann sich die Übertragung an ihren Kontaktstellen verändern. Auch neue Kontakte oder Axonäste können entstehen.

Synaptische Plastizität ist ein Teil der neuronalen Plastizität. Sie betrifft Synapsen, also Kontaktstellen zwischen Nervenzellen. Dort kann ein Signal nach Erfahrung stärker oder schwächer übertragen werden.

Definition

Neuronale Plastizität

Neuronale Plastizität ist die Fähigkeit des Nervensystems, die Funktion oder Struktur neuronaler Verbindungen als Reaktion auf Aktivität, Erfahrung, Umweltbedingungen oder Schädigung anzupassen.

Beispiel: Eine neue Sprache üben

  1. 1Du übst Wörter und Satzmuster einer neuen Sprache wiederholt.
  2. 2Beteiligte Verbindungen können Signale mit der Zeit anders übertragen.
  3. 3Es entsteht keine einzelne „Vokabelstelle“; mehrere Netzwerke sind an der Verarbeitung beteiligt.

Teste dich

LeichtWas kennzeichnet neuronale Plastizität?

Alles auf einen Blick

Neuronale Plastizität

  • Formen

    funktionell verändert die Übertragungsstärke; strukturell verändert den Aufbau

  • Lernen

    wiederholte oder gleichzeitige Aktivität sowie LTP und LTD

  • Bedingungen

    Entwicklungsalter, Myelin und sensible oder kritische Phasen

  • Reorganisation

    Aussprossen und parallele Wege ermöglichen Teilkompensation

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Was zeigt die LTP-Messung?

  1. 1Vor einer starken Aktivierung wird die Antwort auf einen festgelegten Testreiz gemessen.
  2. 2Nach der Aktivierung führt derselbe Testreiz zu einer größeren Antwort.
  3. 3Daraus folgt eine erhöhte synaptische Übertragungseffizienz, aber kein Nachweis eines vollständigen Gedächtnisses.

Fehler finden

Welche Folgerung aus dem Rattenversuch ist falsch? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Wenn sich die Übertragungsstärke einer Synapse ändert, ist die Wirkung zunächst . Ein neuer Axonast ist eine Veränderung. Eine länger anhaltende Verstärkung der Übertragung heißt .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Neuronale Plastizität

LeichtWelches Beispiel zeigt vor allem funktionelle Plastizität?
MittelEin Auge erhält während einer sensiblen Entwicklungsphase zu wenig Sehreize. Wie heißt diese Bedingung?
SchwerWie beurteilst du die Aussage „Jede Hirnschädigung lässt sich wegtrainieren“?

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