Zum Inhalt springen
L

Biologie · Klasse 12–13 · aktualisiert

Aktionspotenzial: Ablauf, Phasen und Refraktärzeit

Verfolge ein Aktionspotenzial durch Schwelle, Anstieg, Abfall und Refraktärzeit und deute seine Messkurve.

0 von 10 Aufgaben gelöst

Aktionspotenzial: Ablauf, Phasen und Refraktärzeit

Kurz gesagt

Ein Aktionspotenzial ist eine kurze Änderung der Membranspannung einer erregbaren Zelle. Nach Erreichen der Schwelle lässt Na⁺-Einstrom die Spannung steigen; K⁺-Ausstrom senkt sie wieder. Eine anschließende Refraktärzeit begrenzt, wann das nächste Signal entstehen kann.

Ein Aktionspotenzial ist eine kurze Spannungsänderung an der Membran einer Nervenzelle. Nach Erreichen der Schwelle wechseln spannungsabhängige Na⁺- und K⁺-Kanäle nacheinander ihren Zustand: Das Potenzial steigt, fällt und unterschreitet den Ruhewert kurz, bevor es sich ihm wieder annähert. Eine Messkurve zeigt diesen zeitlichen Verlauf an einem Membranabschnitt. Sie bildet keine Wanderung einzelner Ionen über die gesamte Axonlänge ab.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Vor dem Signal besitzt die Nervenzelle ein Ruhepotenzial: Innen ist die Membran gegenüber außen negativ. Für eine typische Nervenzelle werden ungefähr −70 mV angegeben; je nach Zelle und Bedingungen kann der Wert abweichen, etwa auf −75 mV. Innen ist die K⁺-Konzentration hoch, außen die Na⁺-Konzentration. K⁺ diffundiert durch offene Kanäle nach außen, während große negative Teilchen innen bleiben. Die elektrische Anziehung bremst den weiteren K⁺-Ausstrom. Konzentrationsgefälle, selektive Durchlässigkeit und Ladungstrennung prägen so den Ruhewert.

Ein Reiz macht das Potenzial zunächst weniger negativ. Erreicht die Membran ihre Schwelle, öffnen viele spannungsabhängige Na⁺-Kanäle. Typische Lernwerte liegen ungefähr zwischen −55 mV und −50 mV; die genaue Schwelle hängt von Zelle und Bedingungen ab.

Definition

Membranpotenzial

Das Membranpotenzial vergleicht das elektrische Potenzial auf beiden Seiten einer Zellmembran. Ein negativer Messwert zeigt an, dass die Innenseite gegenüber der Außenseite auf niedrigerem Potenzial liegt.

Merke: Unterhalb der Schwelle entsteht kein Aktionspotenzial. Ab der Schwelle läuft es vollständig ab. Das heißt Alles-oder-Nichts-Prinzip.

Beispiel

  1. 1Eine Zelle startet bei −70 mV.
  2. 2Reiz A verändert das Potenzial nur bis −60 mV.
  3. 3Die Schwelle wird nicht erreicht, deshalb klingt die Änderung wieder ab.
  4. 4Reiz B hebt das Potenzial bis zur Schwelle von beispielsweise −55 mV.
  5. 5An der erreichten Schwelle öffnen weitere Na⁺-Kanäle: Ein vollständiges Aktionspotenzial setzt ein.

Teste dich

LeichtWelcher Reiz löst bei einer Schwelle von −55 mV sicher ein Aktionspotenzial aus?

Alles auf einen Blick

Aktionspotenzial

  • Voraussetzung

    Ruhepotenzial und Schwellenüberschreitung

  • Depolarisation

    Na⁺-Einstrom

  • Repolarisation

    K⁺-Ausstrom

  • Hyperpolarisation

    verzögertes Schließen der K⁺-Kanäle

  • Refraktärzeit

    vorübergehend keine oder geringere Erregbarkeit

  • Auswertung

    Kurvenabschnitt mit Kanalzustand und Ionenstrom verbinden

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Eine Messkurve am Axon deuten

  1. 1Die Kurve beginnt bei einem negativen Ruhewert und steigt nach der Schwelle steil an.
  2. 2Den Anstieg ordnest du geöffneten Na⁺-Kanälen und Na⁺-Einstrom zu.
  3. 3Beim Abfall werden Na⁺-Kanäle inaktiv; geöffnete K⁺-Kanäle lassen K⁺ ausströmen.
  4. 4Das kurze Tal unter dem Ruhewert zeigt verzögert schließende K⁺-Kanäle.

Fehler finden

Zwei überschwellige Reize vergleichen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Beim Aufstrich strömt in die Zelle. Bei der Repolarisation strömt aus der Zelle. Das kurze Unterschreiten des Ruhewerts heißt . Die Natrium-Kalium-ATPase transportiert pro Arbeitszyklus 3 Na⁺ nach außen und 2 K⁺ nach innen.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Aktionspotenzial

LeichtWelche Reihenfolge beschreibt den Kernverlauf richtig?
MittelEin Reiz ist stärker als zuvor, überschreitet aber in beiden Fällen die Schwelle. Welche Aussage folgt aus dem Alles-oder-Nichts-Prinzip?
SchwerEine Kurve liegt nach der Repolarisation noch unter dem Ruhewert. Ein normal starker Reiz bleibt wirkungslos, ein stärkerer Reiz löst aber ein Aktionspotenzial aus. Welche Deutung passt?

Weiterlesen in Biologie