Biologie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Gene: Aufbau, Funktion und Bedeutung verstehen
Was ist ein Gen? Verstehe Genprodukte, Allele und den Einfluss von Regulation und Umwelt auf Merkmale.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein Gen ist ein Abschnitt des Erbguts, meist der DNA, mit Information für ein Protein oder eine funktionelle RNA. Varianten eines Gens heißen Allele. Ob und wie ein Merkmal entsteht, hängt oft auch von anderen Genen, Regulation und Umwelt ab.
Ein Gen ist ein bestimmter Abschnitt des Erbguts, meist der DNA. Seine Basenfolge enthält Information für ein Protein beziehungsweise eine Polypeptidkette oder für ein funktionelles RNA-Molekül. Gene wirken jedoch nicht allein: Ihre Aktivität wird reguliert, und viele Merkmale hängen von mehreren Genen und der Umwelt ab. Auf dieser Seite ordnest du Gene in das Erbgut ein, verfolgst den Weg zum Genprodukt und unterscheidest Gen, Allel, Genotyp und Phänotyp.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Die DNA enthält die Basen A, T, G und C. Ein Gen ist ein Abschnitt mit biologisch nutzbarer Information; das DNA-Molekül enthält viele Gene und weitere Bereiche. Bei Eukaryoten, etwa Tieren und Pflanzen, liegt ein großer Teil der DNA auf Chromosomen im Zellkern, verpackt mit Proteinen. Auf einem Chromosom liegen viele Gene. DNA kommt außerdem in Mitochondrien vor; Pflanzen besitzen sie auch in weiteren Zellbestandteilen. Der feste Platz eines Gens auf einem Chromosom heißt Genort oder Genlocus.
Wenn ein Gen genutzt wird, heißt das Genexpression. Ihr Ergebnis, das Genprodukt, kann eine Polypeptidkette beziehungsweise ein Protein oder eine funktionelle RNA sein. Bei einem proteinbezogenen Gen wird zuerst der DNA-Abschnitt durch Transkription in RNA, meist mRNA, umgeschrieben. Danach liest ein Ribosom die mRNA bei der Translation und baut eine Aminosäurekette, aus der ein Protein hervorgehen kann: DNA → RNA → Protein. Manche Gene liefern stattdessen funktionelle RNA; diese wird nicht übersetzt. Das Gen wird nicht selbst zum Protein.
Definition
Genom
Das Genom ist die Gesamtheit der Erbinformation eines Organismus beziehungsweise einer Zelle. Es umfasst Gene, regulatorische Bereiche und weitere DNA-Abschnitte.
Merke: Teil-Ganzes-Beziehung: Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA. DNA ist in Chromosomen organisiert. Das Genom umfasst die gesamte Erbinformation.
Beispiel
- 1Ein proteinbezogenes Gen wird abgelesen. Zuerst entsteht durch Transkription eine mRNA-Kopie. Anschließend übersetzt ein Ribosom die Baseninformation der mRNA in eine Aminosäurekette. Das Protein kann danach beispielsweise einen Vorgang im Zellstoffwechsel beeinflussen.
- 2Der entscheidende Gedanke: Das Gen wird nicht selbst zum Protein. Seine Information dient als Vorlage für die Herstellung des Genprodukts.
Teste dich
Ein Gen enthält Bereiche mit Information für sein Produkt. Kontrollelemente beeinflussen, wann und wie stark es abgelesen wird. Ein Promotor dient als Startbereich der Transkription. Zellen können Gene verschieden aktivieren oder hemmen, obwohl sie weitgehend dieselbe Erbinformation besitzen; sie brauchen nicht jederzeit jedes Genprodukt. Bei eukaryotischen Genen können Exons und Introns vorkommen. Beide gelangen zunächst in die RNA-Kopie. Beim Spleißen werden Introns entfernt und Exons verbunden. Verschiedene Verarbeitungen können aus der Information eines Gens unterschiedliche Proteinformen hervorbringen. Manche Gene liefern funktionelle RNA statt Protein.
Ein Allel ist eine Variante eines Gens mit möglicherweise anderer DNA-Sequenz. Genotyp bedeutet die genetische Ausstattung oder eine Allelkombination für ein Merkmal. Phänotyp heißt die beobachtbare Ausprägung. Genprodukte, andere Gene, Regulation und Umweltbedingungen können sie beeinflussen.
Beispiel: Die Augenfarbe zeigt die Grenze eines einfachen Modells
- 1Verschiedene Allele können an ihrer Ausprägung beteiligt sein, doch es gibt nicht einfach ein einziges „Gen für blaue Augen“. Mehrere Gene wirken zusammen, und die Ausprägung kann zusätzlich vom biologischen Kontext beeinflusst werden.
- 2Darum gilt: Ein Allel ist eine Genvariante. Die beobachtete Augenfarbe ist ein Phänotyp. Beides darfst du nicht gleichsetzen.
Merke: Gen nennt den Informationsabschnitt, Allel eine Variante dieses Abschnitts, Genotyp die genetische Ausstattung und Phänotyp die beobachtbare Merkmalsausprägung.
Teste dich
Eine Genmutation verändert die Nukleotidsequenz eines Gens. Sie kann spontan beim Kopieren der DNA oder durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung entstehen und ein neues Allel hervorbringen. Trifft sie einen wichtigen Abschnitt, kann sich das Genprodukt verändern. Das hängt vom betroffenen Abschnitt und davon ab, wie die Zelle die Information nutzt. Die mögliche Folge lautet: Mutation → veränderte DNA-Sequenz → möglicherweise verändertes Genprodukt → mögliche Merkmalsfolge.
Auch Rekombination erzeugt Vielfalt. Bei der Bildung von Keimzellen werden vorhandene elterliche Erbanlagen neu kombiniert. Anders als eine Mutation muss Rekombination keine neue DNA-Variante erzeugen; sie stellt vorhandene Allele neu zusammen.
Beispiel
- 1Nach einer DNA-Veränderung bleibt ein Genprodukt möglicherweise unverändert, verändert sich oder fällt aus.
- 2Deshalb wäre die Aussage „Jede Mutation verursacht eine Krankheit“ falsch.
- 3Mutationen können ohne erkennbare Folge bleiben oder biologische Auswirkungen haben.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Gene
Einordnung
Abschnitte der DNA auf Chromosomen
Produkt
Protein, Polypeptid oder funktionelle RNA
Expression
Transkription und gegebenenfalls Translation
Regulation
Kontrolle von Zeitpunkt und Stärke der Aktivität
Varianten
Allele durch unterschiedliche DNA-Sequenzen
Vielfalt
Mutation kann neue Varianten schaffen, Rekombination vorhandene neu kombinieren
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Genvariante und Merkmal unterscheiden
- 1Eine Pflanze trägt eine bestimmte Variante eines Gens, also ein Allel.
- 2Diese Variante gehört zu ihrem Genotyp für das betrachtete Merkmal.
- 3Die beobachtete Blütenfarbe ist dagegen Teil des Phänotyps.
- 4Aus einer Genvariante allein folgt bei komplexen Merkmalen keine sichere Vorhersage.
Fehler finden
Genvariante und Ausprägung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Der Phänotyp ist die beobachtbare Ausprägung eines Merkmals. Die falsche Zeile verwechselt genetische Information mit dem Merkmal.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei der entsteht eine RNA-Kopie eines DNA-Abschnitts. Bei der wird die Information der mRNA in eine Aminosäurekette übersetzt. Das Ergebnis der Genexpression heißt . Manche Gene liefern statt eines Proteins eine funktionelle RNA.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback