Biologie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Pflanzen: Angepasstheit an Wasser und Standort
Vergleiche Pflanzen an trockenen, feuchten und nassen Standorten und erkläre Blattmerkmale durch Selektion.
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Kurz gesagt
Pflanzen sind an bestimmte Standortbedingungen angepasst. Wasserpflanzen besitzen oft große luftgefüllte Räume; Trockenpflanzen begrenzen häufig die Verdunstung oder speichern Wasser. Erbliche Merkmale können sich über Generationen durch natürliche Selektion verbreiten.
Pflanzen besitzen Merkmale, die unter bestimmten Standortbedingungen nützlich sind. Bei Trockenheit begrenzen etwa eine dicke Cuticula und eingesenkte Spaltöffnungen den Wasserverlust. Im Wasser helfen dagegen große luftgefüllte Räume beim Gastransport und beim Auftrieb. Du lernst, solche Merkmale nicht nur aufzuzählen, sondern aus dem Standort zu erklären. Außerdem erfährst du, warum Angepasstheit über viele Generationen entsteht und nicht durch eine absichtliche Veränderung der einzelnen Pflanze.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Landpflanze muss Kohlenstoffdioxid aufnehmen und verliert dabei Wasser. Der Austausch erfolgt unter anderem über Spaltöffnungen. Diese regulierbaren Poren können sich bei starker Sonneneinstrahlung und hoher Verdunstung schließen. Unter Wasser ist Wasser vorhanden; dort werden innerer Gastransport und Auftrieb wichtig. Darum ist nicht derselbe Blattbau an jedem Standort günstig.
Die Epidermis schließt ein Blatt oben und unten ab. Auf ihr liegt die schützende Cuticula. Spaltöffnungen sind regulierbare Poren für den Gasaustausch. Das Mesophyll liegt zwischen den Epidermisschichten und umfasst Palisaden- und Schwammparenchym. Leitbündel aus Xylem und Phloem dienen dem Stofftransport. Interzellularräume sind Zwischenräume zwischen Zellen und am Gastransport beteiligt.
Ein bifaziales Flachblatt besitzt eine unterschiedlich gebaute Ober- und Unterseite; es ist im feuchten, gemäßigten Klima verbreitet. Beim äquifazialen Blatt sind beide Seiten ähnlich gebaut. Beim unifazialen Blatt, etwa bei Schwertlilie oder Lauch, ist die Blattoberseite weitgehend reduziert.
Definition
Angepasstheit
Angepasstheit bezeichnet die Ausprägung von Merkmalen, die unter bestimmten Umweltbedingungen das Überleben und den Fortpflanzungserfolg begünstigen. Sie ist immer auf eine bestimmte Umwelt bezogen.
Merke: Frage bei einem Merkmal nach der Herausforderung am Standort, seiner Wirkung und dem möglichen Vorteil.
Beispiel
- 1Du siehst in einem Blattquerschnitt eine obere und eine untere Epidermis, Mesophyll sowie Leitbündel.
- 2Damit kannst du zunächst die Gewebe benennen.
- 3Erst danach deutest du Besonderheiten wie eine besonders dicke Cuticula oder große luftgefüllte Räume.
- 4So trennst du Beobachtung und Deutung.
Teste dich
Die vier Typen beschreiben typische Kombinationen von Standort und Merkmalen; einzelne Arten können davon abweichen.
Hydrophyten leben im Wasser oder an seiner Oberfläche. Ihr Aerenchym enthält große luftgefüllte Räume und unterstützt inneren Gastransport sowie bei Schwimmblättern den Auftrieb. Untergetauchte Blätter können ohne Spaltöffnungen Stoffe über ihre Oberfläche austauschen. Schwimmblätter tragen Spaltöffnungen auf der Oberseite mit Luftkontakt.
Hygrophyten leben an feuchten Landstandorten. Große Blätter, dünne Cuticula und oft herausgehobene Spaltöffnungen fördern die Transpiration; die Pestwurz ist ein Beispiel. Mesophyten leben bei mittlerem Wasserangebot und zeigen weder typische Wasserpflanzenmerkmale noch durchgehend starken Verdunstungsschutz. Die Buche kann als Mesophyt gelten; ihr Blattabwurf ist zugleich eine tropophytische Strategie für eine ungünstige Jahreszeit. Tropophyten sind an wechselnde feuchte und trockene oder warme und kalte Zeiten angepasst.
Xerophyten wachsen an trockenen oder zeitweise wasserarmen Standorten. Eine dicke Cuticula, Wachs, eingesenkte Spaltöffnungen sowie eingerollte, gefaltete oder verkleinerte Blätter können den Wasserverlust mindern. Haare können eine windstille Luftschicht über dem Blatt schaffen. Tiefe Wurzeln erschließen Wasser; manche Arten speichern es in Blättern, Sprossen oder Wurzeln. Diese Speicherung heißt Sukkulenz. Mauerpfeffer speichert Wasser in verdickten Blättern. Kakteen sind Stammsukkulenten mit zu Dornen umgebildeten Blättern.
| Pflanzentyp | Typischer Standort | Häufig genannte Merkmale |
|---|---|---|
| Hydrophyt | im Wasser oder an der Wasseroberfläche | zarte Epidermis, schwache Cuticula, große Interzellularräume beziehungsweise Aerenchym |
| Hygrophyt | ständig feuchter Landstandort | große Blattfläche, dünne Cuticula, häufig herausgehobene Spaltöffnungen |
| Mesophyt | mäßig feuchter Standort | Mittelstellung ohne ausgeprägten dauerhaften Verdunstungsschutz |
| Xerophyt | trockener oder zeitweise wasserarmer Standort | dicke Cuticula, geschützte Spaltöffnungen, verkleinerte oder eingerollte Blattfläche, teilweise Wasserspeicherung |
Teste dich
Ein einzelnes Blattmerkmal genügt für eine sichere Zuordnung oft nicht. Eine große Blattfläche kann zu einem feuchten Standort passen; prüfe auch andere Merkmale und den Fundort. Beschreibe zuerst die Struktur, erkläre dann ihre Wirkung und beziehe beides auf die Standortbedingung.
Evolutionäre Angepasstheit entsteht in Populationen über viele Generationen. Individuen unterscheiden sich; ein Teil ihrer Unterschiede ist erblich. Unter bestimmten Umweltbedingungen können Träger einer erblichen Variante im Durchschnitt mehr fortpflanzungsfähige Nachkommen hinterlassen. Dann wird die Variante in späteren Generationen häufiger. Dieser Prozess heißt natürliche Selektion. Die Umwelt erzeugt das benötigte erbliche Merkmal nicht zielgerichtet, und eine einzelne Pflanze bildet es nicht absichtlich aus.
Beispiel
- 1Beobachtung: Ein Oleanderblatt besitzt eine dicke Cuticula, tief zurückgezogene Spaltöffnungen und eingerollte Bereiche.
- 2Deutung: Die Merkmale schützen die Austauschflächen und verringern den Kontakt mit bewegter Außenluft. Dadurch wird die Verdunstung begrenzt.
- 3Standortbezug: Diese Kombination passt zu einem trockenen, stark sonnigen Standort, an dem Wasserverlust gefährlich werden kann.
Beispiel
- 1In einer Pflanzenpopulation unterscheiden sich die Blätter etwas in der Dicke ihrer Cuticula. Wird der Standort über viele Generationen trockener, können Pflanzen mit stärkerem Verdunstungsschutz häufiger erfolgreich Nachkommen bilden. Dann kann der Anteil entsprechender erblicher Anlagen in der Population steigen.
- 2Das bedeutet nicht, dass eine einzelne Pflanze wegen der Trockenheit beschließt, eine dickere Cuticula zu vererben.
Beispiel: Eine gute biologische Erklärung besteht aus einer Kette
- 1Standortbedingung nennen: zum Beispiel Trockenheit.
- 2Problem ableiten: Die Pflanze kann verlorenes Wasser nur begrenzt ersetzen.
- 3Merkmal beschreiben: Die Spaltöffnungen liegen eingesenkt.
- 4Wirkung erklären: Der Luftaustausch direkt an den Öffnungen wird abgeschwächt.
- 5Vorteil einordnen: Der Wasserverlust kann sinken.
Teste dich
Vergleiche unbekannte Blätter Schritt für Schritt. Benenne zuerst Epidermis, Cuticula, Mesophyll, Leitbündel, Spaltöffnungen und erkennbare Interzellularräume. Beschreibe dann Unterschiede: etwa dicke oder dünne Cuticula, eingesenkte oder herausgehobene Spaltöffnungen sowie große oder kleine Lufträume.
Erkläre mögliche Wirkungen auf Verdunstungsschutz, Gasaustausch, Wasserspeicherung, Auftrieb oder Standfestigkeit. Beziehe sie auf einen trockenen, feuchten Land-, mäßig feuchten oder Wasserstandort. Fehlen Angaben, formuliere eine begründete Vermutung statt einer Gewissheit.
Beispiel
- 1Blatt A: dünne Cuticula, große Blattfläche, herausgehobene Spaltöffnungen.
- 2Blatt B: dicke Cuticula, eingesenkte Spaltöffnungen, eingerollte Blattbereiche.
- 3Blatt A passt eher zu einem Hygrophyten: Die Merkmale fördern den Gasaustausch und die Transpiration am feuchten Landstandort. Blatt B passt eher zu einem Xerophyten: Seine Merkmale begrenzen die Verdunstung an einem trockenen Standort.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Angepasstheit von Pflanzen
Wasserstandort
Hydrophyten mit Aerenchym und schwacher Cuticula
Feuchter Landstandort
Hygrophyten mit großen Blättern und dünner Cuticula
Mittleres Wasserangebot
Mesophyten als Mittelstellung
Trockenstandort
Xerophyten mit Verdunstungsschutz, Speicherung oder tiefen Wurzeln
Blattvergleich
Struktur beobachten, Wirkung erklären, Standort zuordnen
Evolution
erbliche Variation, Selektion und unterschiedlicher Fortpflanzungserfolg
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Zwei unbekannte Blätter vergleichen
- 1Aufgabe: Blatt A hat eine dünne Cuticula und große Blattfläche. Blatt B hat eine dicke Cuticula und eingesenkte Spaltöffnungen. Was lässt sich vermuten?
- 2Beschreibe erst die sichtbaren Unterschiede: Cuticula und Spaltöffnungen unterscheiden sich.
- 3Blatt A passt eher zu einem feuchten Landstandort, weil Verdunstungsschutz wenig ausgeprägt ist.
- 4Blatt B passt eher zu einem trockenen Standort, weil seine Merkmale den Wasserverlust begrenzen können. Ohne Fundort bleibt die Zuordnung eine Vermutung.
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Ein Blattquerschnitt In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Richtig: Eine dicke Cuticula ist ein Hinweis auf Verdunstungsschutz, beweist allein aber keinen trockenen Standort. Prüfe weitere Merkmale und den Fundort.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei Trockenheit kann eine Cuticula den Verdunstungsschutz unterstützen. Tief Spaltöffnungen passen häufig zu Xerophyten. Ein enthält große luftgefüllte Räume und unterstützt Wasserpflanzen beim Gastransport und Auftrieb.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback