Biologie · Klasse 11–12 · aktualisiert
Zellmembran: Aufbau, Funktion und Transport
Die Zellmembran begrenzt die Zelle und steuert ihren Austausch. Du lernst ihre Bausteine, Transportproteine und Rezeptoren kennen.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Die Zellmembran ist die flexible, selektiv durchlässige Grenze zwischen Zellinnerem und Umgebung. Ihre Lipiddoppelschicht bremst viele geladene Stoffe; Kanäle, Carrier und Pumpen ermöglichen gezielten Transport. Rezeptoren nehmen passende Signale auf.
Die Zellmembran bildet die flexible Grenze zwischen Zellinnerem und Umgebung. Ihre Phospholipiddoppelschicht und ihre Proteine lassen ausgewählte Stoffe passieren und ermöglichen den Austausch von Informationen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Zelle braucht andere Bedingungen als ihre Umgebung. Die Zellmembran bildet deshalb eine dünne, flexible Grenze zwischen dem Cytoplasma im Zellinneren und dem Extrazellulärraum außerhalb der Zelle. Sie ist etwa 6 bis 10 nm dick. Die Membran ist selektiv permeabel: Manche Stoffe können sie passieren, andere werden zurückgehalten oder benötigen ein Transportprotein. „Selektiv“ bedeutet ausgewählt, „permeabel“ bedeutet durchlässig. Der wichtigste Grundbaustein der Zellmembran ist das Phospholipid. Ein Phospholipid besitzt zwei unterschiedlich reagierende Bereiche: einen hydrophilen Kopf, der sich dem Wasser zuwendet; zwei hydrophobe Schwänze, die Wasser meiden. Ein Molekül mit einem hydrophilen und einem hydrophoben Bereich heißt amphiphil. Da sich sowohl außerhalb als auch innerhalb der Zelle eine wässrige Flüssigkeit befindet, ordnen sich Phospholipide in zwei Schichten an. Die Köpfe zeigen zum Wasser. Die Schwänze liegen einander zugewandt im Inneren der Membran. Das hydrophobe Membraninnere bremst besonders geladene Teilchen und große wasserlösliche Moleküle. Kleine, ungeladene und eher fettlösliche Stoffe können die Lipidschicht dagegen leichter direkt passieren. Bei Pflanzenzellen liegt außen zusätzlich eine feste Zellwand; die Zellmembran bleibt die selektive Grenze für den Stoffaustausch.
Definition
Zellmembran
Die Zellmembran, auch Plasmamembran oder Plasmalemma genannt, umschließt die Zelle. Sie schützt das Zellinnere und kontrolliert den Stoff- und Informationsaustausch mit der Umgebung.
Merke: Die Zellmembran ist keine undurchlässige Mauer. Sie ist eine kontrollierbare Grenze.
Beispiel
- 1Stell dir Phospholipide in Wasser vor.
- 2Würden ihre hydrophoben Schwänze nach außen zeigen, kämen diese direkt mit Wasser in Kontakt.
- 3In einer Doppelschicht können die Köpfe das Wasser berühren, während die Schwänze im wasserarmen Inneren liegen.
- 4Aus dem amphiphilen Bau folgt somit die typische Anordnung.
Teste dich
In und auf der Phospholipiddoppelschicht befinden sich Proteine. Die Membran ist daher kein reiner Lipidfilm. Membranproteine erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Kanalproteine bilden hydrophile Durchgänge, beispielsweise für Ionen oder Wasser. Carrier besitzen Bindungsstellen für bestimmte Stoffe. Nach der Bindung verändern sie ihre Form und befördern den Stoff auf die andere Seite. Pumpen transportieren Stoffe unter Energieverbrauch gegen ein Konzentrationsgefälle. Rezeptoren binden passende Signalmoleküle und lösen eine Reaktion der Zelle aus. Weitere Proteine unterstützen Zellkontakte oder verankern die Membran am Cytoskelett.
Definition
Membranproteine
Periphere Proteine liegen auf der Innen- oder Außenseite der Membran. Integrale Proteine sind in die Membran eingebettet; manche durchspannen sie vollständig. Lipidverankerte Proteine sind über ein Lipid an der Membran befestigt.
Beispiel
- 1Ein Carrier besitzt eine Bindungsstelle, zu der ein bestimmtes Molekül passt.
- 2Nach der Bindung ändert der Carrier seine räumliche Form.
- 3Dadurch wird die Bindungsstelle auf der anderen Membranseite zugänglich und das Molekül kann freigesetzt werden.
- 4Spezifität, Formänderung und Transportfunktion hängen hier zusammen.
Teste dich
Ein Konzentrationsgradient ist ein Unterschied in der Konzentration eines Stoffes zwischen zwei Bereichen. Im einfachen Modell bewegen sich Teilchen beim passiven Transport netto von höherer zu niedrigerer Konzentration. Dafür wird kein ATP verbraucht. Bei Ionen beeinflusst auch die elektrische Spannung den Transport; die folgenden Richtungsaufgaben betrachten Fälle ohne entgegenwirkende elektrische Spannung.
Bei der erleichterten Diffusion gelangen Stoffe entlang des wirksamen Gradienten durch Kanäle oder Carrier. Dieser Weg bleibt passiv. Aktiver Transport bewegt Stoffe mithilfe eines passenden Proteins gegen den wirksamen Gradienten und benötigt Energie, häufig aus ATP.
| Transportweg | Protein | Richtung und Energie |
|---|---|---|
| Einfache Diffusion | keines | entlang des Gefälles; keine zusätzliche Energie |
| Erleichterte Diffusion | Kanal oder Carrier | entlang des Gefälles; keine zusätzliche Energie |
| Aktiver Transport | Pumpe oder aktiver Transporter | gegen das Gefälle; Energie nötig, oft aus ATP |
Definition
Einfache Diffusion
Bei der einfachen Diffusion passieren geeignete Teilchen die Lipiddoppelschicht ohne Transportprotein. Ihre ungeordnete Eigenbewegung führt insgesamt zum Konzentrationsausgleich.
Beispiel
- 1Außerhalb einer Zelle befinden sich viele Teilchen eines Stoffes, innerhalb nur wenige.
- 2Kann der Stoff die Lipidschicht direkt passieren, ist einfache Diffusion möglich.
- 3Ist er im vereinfachten Modell ohne elektrische Gegenspannung geladen und ein passender offener Kanal vorhanden, kann erleichterte Diffusion stattfinden.
- 4Soll er trotz bereits höherer Konzentration im Zellinneren weiter aufgenommen werden, ist ein aktiver Transport erforderlich.
- 5Entscheidend sind also Stoffeigenschaften, Konzentrationsrichtung, Proteinbeteiligung und Energiebedarf.
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An der Außenseite der Membran können kurze Kohlenhydratketten sitzen. Sind sie an Proteine gebunden, entstehen Glykoproteine; an Lipide gebundene Kohlenhydratanteile heißen Glykolipide. Gemeinsam können solche Strukturen zur Glykokalyx beitragen. Diese Oberflächenstrukturen unterstützen den Schutz, die Zellerkennung und den Kontakt zwischen Zellen. Rezeptorproteine ermöglichen zusätzlich Signalübertragung: Nur ein passendes Signalmolekül bindet an die jeweilige Bindungsstelle. Die Bindung kann eine Reaktion in der Zelle auslösen. Die Zellmembran ist außerdem beweglich. Lipide und viele Proteine können sich seitlich verschieben. Ein Membranmodell zeigt deshalb eine dynamische Anordnung verschiedener Bestandteile und keine starre, unveränderliche Platte. Das Modell erklärt wichtige Grundzüge, bildet aber nicht jedes Protein und jede Wechselwirkung im Einzelnen ab.
Beispiel
- 1Ein Hormon erreicht eine Zelle.
- 2Besitzt die Zellmembran keinen passenden Rezeptor, kann dieses Signal dort nicht auf die vorgesehene Weise gebunden werden.
- 3Besitzt sie den passenden Rezeptor, kann die Bindung eine Zellreaktion auslösen.
- 4Der Rezeptor transportiert das Hormon dabei nicht zwangsläufig durch die Membran; er übermittelt zunächst ein Signal.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Zellmembran
Aufbau
Phospholipiddoppelschicht, Membranproteine und Kohlenhydratstrukturen
Eigenschaften
flexibel, selektiv permeabel und dynamisch
Funktionen
Abgrenzung, Stofftransport, Signalaufnahme und Zellerkennung
Transportwege
einfache Diffusion, erleichterte Diffusion und aktiver Transport
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ein Stoff erreicht die Zellgrenze
- 1Ein großer, wasserlöslicher Stoff liegt außerhalb der Zelle in höherer Konzentration vor als innen.
- 2Durch das hydrophobe Membraninnere gelangt er kaum direkt; ein passender Carrier bindet ihn außen.
- 3Der Carrier ändert seine Form und gibt den Stoff innen ab. Der Transport entlang des Gefälles ist erleichterte Diffusion.
Fehler finden
Welche Aussage über die Zellgrenze stimmt nicht? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Die Zellmembran steuert den selektiven Stoffaustausch; die Zellwand ist eine zusätzliche, stabilere Hülle.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein bildet eine Pore durch die Zellmembran. Ein bindet einen Stoff und ändert seine Form beim Transport. Ein bindet ein passendes Signalmolekül und kann eine Zellreaktion auslösen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback