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Wind River Range
„Wind-Fluss-Bergkette“), kurz Winds, ist ein Gebirgszug der Rocky Mountains. Die Bergkette verläuft im Westen des US-Bundesstaates Wyoming von Nordwest in …
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Kern und Bedeutung
Die Wind River Range, kurz Winds, ist ein Gebirgszug der Rocky Mountains im Westen des US-Bundesstaates Wyoming. Sie verläuft von Nordwesten nach Südosten, ist rund 190 km lang und umfasst 7.300 km². Mit dem Gannett Peak (4207 m) enthält sie den höchsten Berg Wyomings. Außerdem liegen – mit Ausnahme des Grand Teton in der Teton Range – die zwanzig höchsten Berge des Bundesstaates in dieser Gebirgskette.
Die Wind River Range bildet einen Teil der kontinentalen Wasserscheide Nordamerikas. Diese Wasserscheide trennt Einzugsgebiete, deren Wasser letztlich entweder über den Wind River und Yellowstone River in den Missouri oder über den Green River in den Colorado River gelangt. Die Kammregion ist fast vollständig als Wildnis-Schutzgebiet ausgewiesen und gehört damit zu einem wichtigen Teil des Größeren-Yellowstone-Ökosystems, einem der letzten beinahe intakten Ökosysteme der Nordhalbkugel.
Lage, Grenzen und Gipfel
Die Gebirgskette erstreckt sich vom Togwotee Pass über nahezu 200 km nach Südosten bis in das Great Divide Basin. Die Angaben von rund 190 km und nahezu 200 km stammen aus unterschiedlichen Beschreibungen des Artikels. Die Wind River Range ist eine der längsten, höchsten und zerklüftetsten Bergketten der Rocky Mountains, das einzige Gebirge Wyomings mit mehreren Gipfeln über 4000 m und das höchste Gebirge der Rocky Mountains außerhalb Colorados. Die Koordinaten werden mit 43° 1′ N, 109° 30′ W angegeben.
Im Nordosten bildet der Wind River die Grenze zur Absaroka Range sowie zur Washakie Range und zu den Owl Creek Mountains. Im Nordwesten grenzt die Wind River Range an die Gros Ventre Range. Im Osten und Nordosten liegen das Wind River Basin, im Süden das Great Divide Basin und im Westen das Hoback Basin. Im Südosten schließen sich die Granite Mountains und Ferris Mountains an. Die kontinentale Wasserscheide erreicht das Gebirge am Two Ocean Pass, verläuft durch die Kette nach Süden und führt hinter dem South Pass um das Great Divide Basin.
Die Bergkette wird nicht durch Straßen erschlossen. Entlang ihrer Flanken verlaufen die US-Highways 26 und 191; der Wyoming Highway 28 überquert am South Pass die kontinentale Wasserscheide. Der Wyoming Highway 131 und einige kleinere Forststraßen reichen weiter in das Gebirge hinein.
Eine Tabelle des Artikels führt die 25 höchsten Berge mit mindestens 100 m Schartenhöhe auf. Der Gannett Peak ist 4207 m hoch und besitzt eine Schartenhöhe von 2156 m sowie eine Dominanz von 467,3 km zum Longs Peak. Es folgen Fremont Peak (4189 m), Mount Warren (4182 m), Mount Helen (4151 m), Turret Peak (4147 m), Mount Sacagawea (4136 m), Jackson Peak (4120 m), Mount Woodrow Wilson (4115 m), Bastion Peak (4113 m), Mount Febbas (4105 m), Flagstone Peak (4100 m), Sunbeam Peak (4099 m), Downs Mountain (4069 m), Mount Koven (4043 m), American Legion Peak (4025 m), Brown Cliffs North (4023 m), Wind River Peak (4021 m), Twin Peaks (4019 m), Desolation Peak und Split Mountain (je 4010 m), Henderson Peak und Klondike Peak (je 3997 m), South Downs Mountain (3981 m), Harrower Peak (3978 m), Bow Mountain und Mount Whitecap (je 3968 m). Die Tabelle enthält dabei durch ihre Darstellung mehrere gleich hohe beziehungsweise zusätzlich aufgeführte Gipfel.
Geologischer Aufbau und Gletscher
Die Wind River Range besteht hauptsächlich aus einem granitischen Batholith. Dabei handelt es sich um einen großen Körper aus Granitgestein, der vor über einer Milliarde Jahren tief unter der Erdoberfläche entstand. Die darüberliegenden Gesteine wurden über Hunderte von Millionen Jahren durch Erosion abgetragen. Während der Laramischen Gebirgsbildung hob sich das Land weiter, wodurch die Erosion fortgesetzt wurde und schließlich vor allem die Granitfelsen übrig blieben.
Die Eiszeiten vor 500.000 Jahren formten die Felsen in ihre heutige Gestalt. Gletscher schufen zahlreiche Seen und höhlten Talkessel beziehungsweise kreisförmige Täler aus. Ein bekanntes Beispiel ist der Cirque of the Towers im südlichen Teil des Gebirges.
Nach Angaben des Shoshone National Forest gibt es allein auf der Ostseite 16 benannte und 140 unbenannte Gletscher. Der Bridger-Teton National Forest meldet zusätzlich 27 Gletscher an den Westhängen. Einige davon gehören zu den größten Gletschern der US-amerikanischen Rocky Mountains. Der Gannett-Gletscher am Nordhang des Gannett Peak ist der größte einzelne Gletscher dieser Gebirgskette beziehungsweise der US-amerikanischen Rocky Mountains. Er liegt in der Fitzpatrick Wilderness im Shoshone National Forest.
Besiedlung, Erforschung und Schutzgeschichte
Völker aus dem Great Basin, darunter Shoshone und Absaroka sowie ihre Vorfahren, lebten bereits vor 7000 bis 9000 Jahren in der Region. Archäologen untersuchten in den 2010er Jahren Dörfer in Höhen bis zu 3.000 m, die zwischen 700 und 2000 v. Chr. entstanden. Diese Dörfer wurden von den Sheepeatern gegründet. Das Dorf High Rise umfasst 60 Bauten auf 26 Hektar und wurde 2013 in das National Register of Historic Places aufgenommen. 2016 entdeckten Todd Guenther und Studierende des Central Wyoming College am Mount Woodrow Wilson einen Buffalo Jump. Diese Anlage könnte eine Nahrungsquelle gewesen sein, die einen ganzjährigen Aufenthalt in den Bergen ermöglichte.
John Colter, Teilnehmer der Lewis-und-Clark-Expedition, gilt als der erste europäisch-amerikanische Mensch, der das Gebiet um 1807 sah; über seine Reisen dort ist jedoch wenig bekannt. 1812 überquerte eine von Wilson Price Hunt geführte Gruppe erstmals den South Pass. Dieser Pass über die kontinentale Wasserscheide und die Rocky Mountains wurde später für den Oregon Trail bedeutend.
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts erkundeten Männer wie John C. Fremont das Gebirge auch durch Klettern. In den 1920er Jahren begannen Besteigungen, bei denen das Erreichen der Gipfel selbst im Mittelpunkt stand. Arthur Tate und Floyd Stahlnaker bestiegen den Gannett Peak 1922 erstmals. Frühe Besteigungen konzentrierten sich besonders auf das Titcomb Basin.
Zwischen 1931 und 1932 erhielt ein großer Teil der Wind River Range als sogenannte primitive National-Forest-Gebiete bundesstaatlichen Schutz. Heute schützen vor allem drei Wildnisgebiete zusammen 294.620 ha: die Bridger Wilderness am Westhang, ausgewiesen 1964, sowie die Fitzpatrick Wilderness von 1976 und die Popo Agie Wilderness von 1984 am Osthang. Dadurch gehört die Wind River Range zu den größten straßenfreien Gebieten der kontinentalen Vereinigten Staaten. Teile des Osthangs liegen außerdem in der Wind River Indian Reservation der Östlichen Shoshone und Arapaho.
Schutzgebiete, Wasser und Tierwelt
Zu den Schutzgebieten, die vollständig oder teilweise in der Wind River Range liegen, gehören der Bridger-Teton National Forest, die Bridger Wilderness, der Shoshone National Forest, die Popo Agie Wilderness, die Fitzpatrick Wilderness, der Sinks Canyon State Park und die South Pass City Historic Site.
Auf beiden Seiten des Gebirges entspringen zahlreiche Flüsse. Der Wind River, der Oberlauf des Bighorn Rivers, hat seine Quelle im nördlichen Teil der Kette. Der Green River entspringt inmitten der Wind River Range und fließt durch den Südwesten Wyomings nach Colorado und Utah. Weitere größere Flüsse westlich der kontinentalen Wasserscheide sind New Fork River und Big Sandy River; östlich liegen neben dem Green River der Popo Agie River und der Little Wind River. Mehrere Flüsse haben besonders an der Ostseite tiefe Schluchten und Canyons wie den Sinks Canyon geschaffen.
In der gesamten Wind River Range gibt es Tausende Seen, allein in der Bridger Wilderness über 1300. Die größten liegen in der Nähe von Pinedale auf der Westseite. Der Fremont Lake ist neben Boulder Lake, Half Moon Lake und Willow Lake der größte See der Gebirgsgruppe. Er ist fast 20 km lang, bis zu 185 m tief, gehört zu den größten Seen Wyomings und zu den 20 tiefsten Seen der Vereinigten Staaten.
Vor allem in den nördlichsten Gebieten leben Grizzlys. Weitere Säugetiere sind Schwarzbär, Wapiti, Elch, Maultierhirsch, Gabelbock, Dickhornschaf, Puma und Vielfraß. Mehr als 300 Vogelarten sind bekannt, darunter Weißkopfseeadler und Falken. In Bächen und Seen kommen Yellowstone-Cutthroat-, Regenbogen-, Bach-, See- und Goldforellen vor. Während der Weltwirtschaftskrise setzten Finis Mitchell und seine Frau etwa 2,5 Millionen Forellen aus. In den Wäldern dominieren Küsten-Kiefer, Weißstämmige Kiefer, Felsengebirgs-Tanne und Engelmann-Fichte.
Erholung und Nutzung
Die Wind River Range ist ein bedeutendes Ziel für Wandern, Klettern und Skifahren. Trotz der abgelegenen Ausgangspunkte und langen Zugänge werden einige Gebiete stark besucht. Zu den beliebtesten Zielen für Rucksacktouristen gehören das Titcomb Basin, das üblicherweise über den Elkhart Park Trailhead erreicht wird, und der Cirque of the Towers, der meist über den Big Sandy Trailhead zugänglich ist.
Der freiliegende Granit in den höheren Lagen ist für Kletterer besonders attraktiv. Im Cirque of the Towers führte die starke Nutzung deshalb zu Problemen der Übernutzung. Der Continental Divide Trail folgt der kontinentalen Wasserscheide und durchquert die gesamte Wind River Range von Südosten nach Nordwesten.
Mit dem White Pine Ski Resort besitzt die Bergkette ein Skigebiet mit den einzigen durch einen Skilift erreichbaren Pisten der Wind River Range. Es liegt in der Nähe von Pinedale und ist das älteste Skigebiet Wyomings.