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Wilhelm Tell (1960)

Der Film ist die Geschichte des Schweizer Freiheitshelden Wilhelm Tell, der die Urschweiz von der Tyrannei der österreichischen Landvögte befreite. Der Film …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Film und Einordnung
  2. 2. Handlung
  3. 3. Herstellung und wirtschaftlicher Verlauf
  4. 4. Kritik, Preise und Erhalt

Film und Einordnung

Wilhelm Tell ist eine schweizerische Verfilmung von Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell aus dem Jahr 1960. Der Film ist 101 Minuten lang, in Schweizerdeutsch gedreht und ab FSK 6 freigegeben. Regie führten Michel Dickoff und Karl Hartl, produziert wurde er von Josef Richard Kaelin. Die deutsche Fassung wurde auch unter den Verleihtiteln Wilhelm Tell – Burgen in Flammen und Wilhelm Tell – Flammende Berge gezeigt.

Im Mittelpunkt steht Wilhelm Tell als Schweizer Freiheitsheld, der die Urschweiz von der Tyrannei österreichischer Landvögte befreit. Der zur Zeit des Kalten Krieges entstandene Film sollte als „Aufruf der freien Welt an alle Tyrannen zu jeder Zeit und an jedem Ort“ wirken. Robert Freitag spielt Wilhelm Tell, Trudy Moser dessen Frau Hedwig Tell; Wolfgang Rottsieper verkörpert Gessler.

Handlung

Der Film schildert den Freiheitskampf der einheimischen Bevölkerung in Uri, Schwyz und Unterwalden. Er beginnt mit Konrad Baumgartens Flucht: Er hat einen Burgvogt des Kaisers erschlagen, weil dieser sich an seiner Frau vergehen wollte.

Gezeigt werden zentrale Szenen der Befreiungssagen: der Rütlischwur, der Apfelschuss, die Fahrt über den Vierwaldstättersee und die Ermordung Gesslers in der Hohlen Gasse. Die Spielszenen werden durch Gespräche zwischen Ulrich von Rudenz und dem Landfräulein Berta von Bruneck unterbrochen. Am Schluss steht ein fiktiver Aufstand, bei dem die Burgen der Vögte gestürmt und niedergebrannt werden.

Herstellung und wirtschaftlicher Verlauf

Das Budget betrug 3,5 Millionen Schweizer Franken. Gedreht wurde auf Eastmancolor im Breitwandformat und vollständig an historischen Orten in den Kantonen Uri, Schwyz, Unterwalden und Tessin. Die Dreharbeiten dauerten zwölf Wochen, je sechs Wochen für Innen- und Außenaufnahmen.

Die Uraufführung fand im Dezember 1960 im Cinéma Corso in Zürich statt. Anwesend waren die Schweizer Regierung, vertreten durch Bundesrat Ludwig von Moos, sowie die Hauptdarsteller. Die geplante Vorführungszeit wurde um acht Wochen verlängert; der Film galt damals als einer der bedeutendsten Schweizer Filme seiner Zeit.

Trotzdem spielte Tell nur die Hälfte seiner Produktionskosten ein. Ein Angebot aus Moskau über eine halbe Million Franken für die Verwertung durch Sovexportfilm stieß in der Schweiz auf patriotischen Widerstand. Kaelins Antrag an das Parlament, das Defizit von 1,5 Millionen Franken zu übernehmen, scheiterte; er verkaufte den Film dennoch in die Sowjetunion. Nach Darstellung des Artikels konnte Kaelin sein Defizit später mit Erfindungen und dem Oberflächenbelüfter BSK (Belüftungs-System Kaelin) decken. Seine neu gegründete Firma NORM AMC AG erzielte in kurzer Zeit einen Jahresumsatz von 3,5 Mio. Franken.

Kritik, Preise und Erhalt

Die NZZ kritisierte, einige Rollen seien falsch besetzt. Das Lexikon der Schweizer Filmgeschichte erwähnte „gut gebügelte Kostüme“ und „hübsch fotografierte Landschaften“.

Der Film erhielt Auszeichnungen bei einem Filmfestival in Indien und beim Internationalen Filmfestival Moskau, dort den Preis für die beste Regie. Heute steht er unter Schweizerischem Kulturgüterschutz. Der Verkauf der DVD dient der Restauration des Werkes.

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