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Wilhelm Tell (1923)
Wilhelm Tell ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahre 1923 mit Conrad Veidt als Landvogt Gessler und Hans Marr in der Titelrolle.
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Gegenstand und Bedeutung
Wilhelm Tell ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1923 in deutscher Originalsprache. Der 126 Minuten lange Film wurde von der AAFA produziert und unter der Regie von Rudolf Walther-Fein und Rudolf Dworsky nach Friedrich Schillers gleichnamigem Drama gedreht. Hans Marr spielt Wilhelm Tell, Conrad Veidt den Landvogt Gessler. Im Mittelpunkt steht der Widerstand der Schweizer Eidgenossen gegen die gewaltsame Herrschaft habsburgischer Landvögte und die daraus entstehende Befreiung ihres Landes.
Unterdrückung und Widerstand
Kaiser Albrecht entsendet die Präfekten Wolfenschiessen, Landenberger und Gessler in die unruhigen westlichen Provinzen seines Reichs. Sie erhalten weitreichende Befugnisse, sollen das Land ausbeuten und hohe Steuern eintreiben. Heinrich von Melchthal verweigert zusätzliche Zahlungen. Als die kaiserlichen Steuerknechte seinen Sohn Arnold ergreifen, kann dieser fliehen; als Strafe werden der zurückgelassene Ochse und der Pflug beschlagnahmt.
Der Widerstand verschärft sich, als Wolfenschiessen Armgard Baumgarten bedrängt und ihr Mann Konrad ihn mit einer Axt erschlägt. Wilhelm Tell hilft Baumgarten während eines schweren Sturms bei der Flucht über den See. Landenberger lässt den alten Heinrich von Melchthal blenden und dessen Gehöft niederbrennen, weil dessen Sohn nicht gefasst wurde. Gertrud Stauffacher nimmt den Erblindeten auf. Kaiserliche Soldaten beschimpfen sie; in einem Handgemenge wird sie getötet. Ihr Mann Werner Stauffacher findet sie anschließend tot vor.
Daraufhin beschließen die Anführer der kaiserlichen Westprovinzen den militärischen Aufstand. Gessler versucht zugleich, Gehorsam zu erzwingen: Jeder Schweizer soll sich vor einem auf einer Stange befestigten Vogtshut verbeugen. Tell verweigert den Gruß. Gessler setzt daraufhin Tells Sohn Walter einen Apfel auf den Kopf und zwingt den Vater, ihn mit der Armbrust herunterzuschießen. Tell trifft den Apfel. Er erklärt jedoch, einen zweiten Pfeil für Gessler bereitgehalten zu haben, falls er seinen Sohn verfehlt hätte. Deshalb lässt Gessler ihn verhaften und einkerkern.
Gefangenschaft und Befreiung
Gessler lässt außerdem seinen Konkurrenten Ulrich von Rudenz festnehmen. Er will Bertha von Bruneck, eine wohlhabende Witwe, dadurch zur Heirat zwingen: Sie soll Rudenz’ Freiheit erhalten, wenn sie sich auf die Ehe einlässt. Bertha stimmt widerwillig zu, Rudenz wird freigelassen und flieht zum Besitz seines Onkels Attinghausen.
Tell soll zum Kaiser gebracht werden, damit dieser über sein Schicksal entscheidet. Während der Fahrt über den See zieht erneut ein schwerer Sturm auf. Weil Tell ein erfahrener Bootslenker ist, nimmt man ihm die Fesseln ab, damit er das Boot rettet. Nach der Landung entkommt er seinen Wachen. Er legt sich auf die Lauer und erschießt Gessler mit dem zweiten Pfeil vom Apfelschuss. Dieser Tod wird zum Signal für die Schweizer, ihre Heimat endgültig von der habsburgischen Herrschaft zu befreien.
Herstellung und zeitgenössische Bewertung
Der Film entstand im Frühling 1923. Er passierte am 22. Juni 1923 die Filmzensur. Der Siebenakter war 2885 Meter lang, wurde für die Jugend freigegeben und erhielt am 11. November 1924 das Prädikat „volksbildend“. Danach wurde er an Schulen als Lehrfilm eingesetzt. Die Uraufführung fand am 23. August 1923 im Berliner Marmorhaus statt.
Walther-Fein übernahm auch die Produktionsleitung. Ernst Stern entwarf Bauten und Kostüme, Rudi Feld führte sie aus. Fritz Feld war Aufnahmeleiter; Rudolf Dworsky hatte als Co-Regisseur die künstlerische Oberleitung.
Variety lobte den Film am 20. Mai 1925 als interessant, gut gemacht, hervorragend inszeniert und sehr gut geschnitten. Oskar Kalbus bewertete die Verfilmung dagegen als misslungen, weil zentrale bildliche Höhepunkte des Dramas – Rütlischwur, Apfelschuss und Tellsprung – der Liebesgeschichte zwischen Rudenz und Bertha von Bruneck untergeordnet würden. Hervé Dumont berichtet von Aufruhr in der Schweizer Presse, hebt aber die sorgfältige Bearbeitung durch Mitarbeiter aus dem Umfeld Max Reinhardts sowie die überzeugende Darstellung von Tell und Gessler hervor.
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