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Wilfried Heller
Forschungstätigkeit sind Raumstrukturwandel und Migrationsforschung in Deutschland und Südosteuropa.
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Profil und Forschungsgebiete
Wilfried Heller (* 8. Mai 1942 in Littmitz, Landkreis Elbogen, Reichsgau Sudetenland) ist ein deutscher Geograph und emeritierter Professor für Sozial- und Kulturgeographie. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen beim Raumstrukturwandel und bei der Migrationsforschung in Deutschland und Südosteuropa. Raumstrukturwandel bezeichnet Veränderungen in der räumlichen Verteilung und Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft und Siedlungen. Migrationsforschung untersucht Wanderungen von Menschen sowie deren soziale und räumliche Folgen.
Heller veröffentlichte mehr als 200 wissenschaftliche Beiträge, darunter Monographien, Aufsätze, Rezensionen und Artikel; fast drei Viertel davon schrieb er allein. Seine Arbeiten behandeln unter anderem sozioökonomische Transformationen, also Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft, Migration, regionale Entwicklung, Ethnizität und Grenzräume.
Ausbildung und Hochschullaufbahn
Heller besuchte die Volksschule in Ramsau bei Berchtesgaden und anschließend das Gymnasium in Berchtesgaden. Von 1962 bis 1970 studierte er Geographie, Germanistik, Geschichte, Pädagogik und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Erlangen. Zwischen 1967 und 1970 war er Mitglied und Stipendiat eines interdisziplinären Doktorandenkollegs im Collegium Academicum der Universität Heidelberg.
1969 promovierte er an der Universität Heidelberg im Hauptfach Geographie; seine Nebenfächer waren Alte Geschichte sowie Mittlere und Neuere Geschichte. 1970 legte er in Heidelberg das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Deutsch, Geographie und Geschichte ab. Von 1970 bis 1976 sowie von 1978 bis 1979 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Geographischen Institut der Universität Göttingen. Nach einem Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft von 1976 bis 1978 habilitierte er sich 1978 im Fachbereich Empirische Human- und Sozialwissenschaften der Philosophischen Fakultät Göttingen.
Von 1979 bis 1982 war Heller Referent und Geschäftsführer der Zentralen Arbeitsstelle Studienreform beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Hannover. Von August 1982 bis März 1994 war er Professor am Geographischen Institut der Universität Göttingen. Danach lehrte er an der Universität Potsdam Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeographie mit besonderer Berücksichtigung der Migrationsforschung, bis zu seiner Pensionierung 2007.
Auszeichnungen und internationale Anerkennung
Heller erhielt 1999 eine Ehrenprofessur der Universität Bukarest. 2003 wurde er Ehrendoktor der Babeș-Bolyai-Universität Cluj in Cluj-Napoca (Klausenburg), Rumänien, und erhielt als Gastwissenschaftler der University of Auckland in Neuseeland den Distinguished Visitor Award. 2006 verlieh ihm die Universität Bukarest die Ehrendoktorwürde. 2007 war er Honorary Academic Associate an der School of European Languages and Literature der University of Auckland.
Weitere Auszeichnungen waren der Sudetendeutsche Kulturpreis für Wissenschaft 2013 und der Egerländer Kulturpreis „Johannes-von-Tepl“ für Wissenschaft 2017.
Wichtige Themen der Veröffentlichungen
Zu Hellers frühen größeren Arbeiten gehört die Dissertation „Der Fremdenverkehr im Salzkammergut. Studie aus geographischer Sicht“ (Heidelberg 1970). Seine Habilitationsschrift von 1979 verglich regionale Disparitäten und Urbanisierung in Griechenland und Rumänien seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Regionale Disparitäten sind Unterschiede zwischen Regionen, etwa bei wirtschaftlicher Entwicklung oder Lebensbedingungen; Urbanisierung bedeutet das Wachstum und die zunehmende Bedeutung von Städten.
Spätere Arbeiten richten den Blick besonders auf Südosteuropa und Rumänien. Beispiele sind „Innenansichten aus dem post-sozialistischen Rumänien“ (1999) über sozioökonomische Transformation, Migration und Entwicklungsperspektiven im ländlichen Raum sowie die Herausgeberbände „Migration und sozioökonomische Transformation in Südosteuropa“ (1997) und „Romania: Migration, Socio-economic Transformation and Perspectives of Regional Development“ (1998). Weitere Veröffentlichungen behandeln Albanien und Tirana als Abwanderungs- beziehungsweise Zuwanderungsraum, Identitäten in Grenzräumen Ostmittel- und Südosteuropas sowie ethnische Minderheiten in Rumänien nach der Wende.
In einzelnen Artikeln untersuchte Heller unter anderem das räumliche Verhalten von Gastarbeitern in der Bundesrepublik Deutschland, Binnenmigration in der Türkei, Migration, Segregation und Integration von Aussiedlern sowie aktuelle Migrationstrends in Rumänien. Segregation bezeichnet dabei die räumliche oder soziale Trennung von Bevölkerungsgruppen, Integration ihre Einbindung in die Gesellschaft. Daneben befasste er sich mit Auswanderung aus Böhmen nach Neuseeland, verschwundenen Orten, jüdischen Spuren im ehemaligen Sudetenland und Grenzen als Themen der Humangeographie.