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W3-Indikatoren
W3-Indikatoren sind ein Ensemble von Indikatoren für Wohlstand und Fortschritt, die im Gegensatz zur bisherigen sozioökonomischen Kennzahl …
Zweck und Bedeutung
W3-Indikatoren sind ein Bündel von Messgrößen für Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt. Sie sollen ein ganzheitlicheres Bild liefern als das Bruttoinlandsprodukt (BIP), weil dieses wichtige soziale und ökologische Aspekte wie Naturverbrauch oder Artensterben nicht oder nur ungenügend berücksichtigt.
Entwickelt wurden sie als Ergebnis der Arbeit der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“. Die Kommission des Deutschen Bundestages nahm im Januar 2011 ihre Arbeit auf und bestand aus siebzehn Abgeordneten aller Fraktionen sowie siebzehn Fachleuten. Ihr Ziel war es, Wohlstand und Fortschritt mit einem Maßstab jenseits einer einseitigen Ausrichtung auf wirtschaftliches Wachstum zu erfassen.
Auch die EU gab zur gleichen Zeit Arbeiten an Indikatoren zur Ergänzung oder Ersetzung des BIP in Auftrag. Ergebnisse dieser Arbeiten wurden 2020 im Buch „Jenseits des BIP“ vorgestellt, an dem unter anderem Joseph E. Stiglitz beteiligt war.
Zehn Leitindikatoren
Die W3-Indikatoren umfassen zehn Leitindikatoren, die auf drei Wohlstandsdimensionen verteilt sind:
• Materieller Wohlstand: Bruttoinlandsprodukt (BIP) beziehungsweise BIP pro Kopf, Einkommensverteilung und Staatsschulden.
• Soziales und Teilhabe: Beschäftigung, Bildung, Gesundheit und Freiheit.
• Ökologie: Treibhausgase, Stickstoff und Artenvielfalt.
Damit werden wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklungen gemeinsam betrachtet. Das BIP bleibt also ein Bestandteil der Messung, wird aber um weitere Größen ergänzt.
Vergleichbarkeit und Warnlampen
Die Leitindikatoren werden bereits von nationalen und internationalen Institutionen erhoben und weisen eine hohe Datenqualität auf. Dadurch ermöglichen sie Vergleiche mit anderen Ländern.
Zusätzlich schlug die Enquete-Kommission neun weitere Indikatoren vor, die als „Warnlampen“ bezeichnet werden. Sie ergänzen die zehn Leitindikatoren, stehen aber nicht ständig im Mittelpunkt der Analyse. Sichtbar gemacht und genauer untersucht werden sie erst, wenn sie sich negativ entwickeln oder bestimmte Grenzwerte überschreiten.