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Umweltverschmutzung durch Plastik
Sie entsteht, wenn etwa Plastikflaschen oder Plastiksäcke weggeworfen werden, statt diese fachgerecht zu entsorgen und sie so etwa dem Wertstoffkreislauf wieder …
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Definition und Bedeutung
Umweltverschmutzung durch Plastik bezeichnet die durch menschliches Entsorgungs-Fehlverhalten verursachte Verlagerung von Plastikobjekten in die Umwelt. Sie entsteht beispielsweise, wenn Plastikflaschen oder Plastiksäcke weggeworfen werden, statt sie fachgerecht zu entsorgen und dem Wertstoffkreislauf zuzuführen. Eine solche unsachgemäße Entledigung gilt in den meisten Rechtsordnungen als Vergehen.
Plastikmüll belastet Menschen, Tiere und ihre Lebensräume. Kunststoffartikel sind billig herzustellen, langlebig und vielseitig anpassbar. Ihre chemische Struktur macht sie jedoch widerstandsfähig gegen viele natürliche Zerfallsprozesse. Sie werden daher nur langsam abgebaut und sammeln sich in der Biosphäre und ihren Ökosystemen an. Nach Größe wird Plastikmüll unter anderem als Micro-, Meso- und Macrodebris eingeordnet; außerdem unterscheidet der Artikel Nano-, Mikro-, Makro- und Megaplastik.
Produktion, Abfallquellen und Ursachen
2019 wurden weltweit 368 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert, davon 51 Prozent in Asien. China war der weltgrößte Kunststoffproduzent. Einer Schätzung zufolge entstanden zwischen den 1950er-Jahren und 2018 etwa 6,3 Milliarden Tonnen Kunststoffe. Davon wurden ungefähr 9 Prozent recycelt und 12 Prozent verbrannt; die verbleibenden 79 Prozent gelangten dem Artikel zufolge als Schadstoffe in die Umwelt. Andere Angaben zur Gesamtmenge weichen ab: Eine Schätzung nennt seit den 1950er-Jahren eine Milliarde Tonnen Plastikmüll, eine andere 8,3 Milliarden Tonnen produziertes Plastik und 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll. Bis zu 90 Prozent der untersuchten Seevogelkörper sollen Plastikteile enthalten. Für 2020 wurde angenommen, dass es auf der Erde mehr Kunststoff als die Biomasse aller Lebewesen an Land und im Wasser gebe.
Im Jahr 2018 entstanden mehr als 343 Millionen Tonnen Plastikmüll. 90 Prozent werden Industrie, Landwirtschaft, Gewerbe und kommunalen Abfällen zugerechnet. Die übrigen zehn Prozent entstehen vor dem Kontakt mit Verbrauchern, etwa bei der Herstellung von Kunstharzen und Plastikprodukten, die Anforderungen an Farbe, Konsistenz oder andere Eigenschaften nicht erfüllen. Verpackungen bilden einen großen Teil des industriellen Plastikmülls und sollen bis zu 5 Prozent des festen Siedlungsabfalls ausmachen. Dazu gehören Flaschen, Töpfe, Wannen, Folientaschen, Müllsäcke, Luftpolsterfolie, Plastikschaum und Polystyrol.
Weitere Quellen sind Bewässerungsrohre, Gewächshausabdeckungen und Zäune in der Landwirtschaft; Rohre, Farben, Lacke, Bodenbeläge, Bedachungs- und Isoliermaterial sowie Straßenbeläge im Bauwesen; außerdem Fahrzeugreifen, elektronische Geräte, die Medikamentenindustrie und die Gesundheitsversorgung. Die Gesamtmenge aus diesen Bereichen ist ungewiss. Angaben, wonach Plastikmüll zu 81 Prozent aus Polymerharzen, zu 13 Prozent aus Polymerfasern und zu 32 Prozent aus Zusatzstoffen bestehe, werden im Artikel ausdrücklich als möglicherweise fehlerhaft und überprüfungsbedürftig gekennzeichnet.
Während der COVID-19-Pandemie stieg die Nachfrage nach Schutzmasken und Verpackungen. Dadurch entstand mehr Plastikmüll, insbesondere medizinischer Abfall und Masken gelangten verstärkt in die Ozeane. Berichten zufolge erhöhte die Kunststoffindustrie zudem die Produktion von Einwegkunststoffen.
Mit Kunststoffen und ihrer Herstellung werden mehr als 13.000 Chemikalien verbunden. Mehr als 3.200 Monomere, Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und unbeabsichtigt zugesetzte Stoffe gelten wegen gefährlicher Eigenschaften als potenziell bedenklich. Genannt werden unter anderem Krebs erzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsschädigende Wirkungen, Störungen des Hormonsystems, Ökotoxizität, Anreicherung in Organismen sowie Langlebigkeit und Mobilität in der Umwelt.
Verbreitung und Folgen
Plastikmüll verschmutzt Landflächen ebenso wie Flüsse, Seen und Ozeane. Küstennahe Siedlungen sollen jährlich zwischen 1,1 und 8 Millionen Tonnen Plastikmüll verursachen, der ins Meer gespült wird. Schätzungen zufolge enthielten die Ozeane Ende 2013 etwa 86 Millionen Tonnen Plastikmüll. Rund 1,4 Prozent des zwischen 1950 und 2013 produzierten Plastiks soll in die Weltmeere gelangt sein und sich dort angesammelt haben. Einige Forschende erwarten, dass 2050 das Gewicht der Plastikteile im Meer das Gewicht der Fische übersteigen könnte.
Tiere, besonders Meeresbewohner, können sich in Plastik und aufgegebenen Fischernetzen verfangen oder Kunststoffteilchen fressen. Auch chemische Substanzen, die beim Zerfall entstehen, können ihre physiologischen Vorgänge beeinflussen. Menschen nehmen zerfallendes Plastik direkt, beispielsweise über Leitungswasser, oder indirekt durch den Verzehr anderer Tiere auf. Es kann verschiedene Hormonsysteme stören.
Strömungen transportieren Plastik auch zu Inseln und abgelegenen Küsten. Mikro- und Megaplastik finden sich laut Artikel besonders auf der Nordhalbkugel, konzentriert um städtische Zentren und Strandgebiete. Gegenstände aus der Fischerei treten häufiger im Umfeld abgelegener Inseln auf.
Arten von Plastikmüll
Plastikmüll lässt sich nach Größe grob in Nano-, Mikro-, Makro- und Megaplastik einteilen. Daneben nennt der Artikel die Kategorien Mikro-, Meso- und Makroteile. Eine weitere Unterscheidung betrifft die Entstehung: Primärer Plastikmüll besitzt beim Einsammeln noch seine ursprüngliche Form, beispielsweise Flaschenverschlüsse, Zigarettenstummel oder nur wenige Millimeter große Kleinstteile. Sekundärer Plastikmüll entsteht, wenn primäre Kunststoffgegenstände durch natürliche Vorgänge, Zusammenstöße oder andere Einwirkungen zerfallen.
Als Mikroplastik bezeichnet der Artikel Plastikteile mit einer Größe zwischen 2 und 5 mm. Es entsteht unter anderem aus zerfallenden größeren Teilen. Auch bei der Herstellung und beim Zerkleinern von Kunststoff für das Recycling können Kleinstteile in die Umwelt gelangen und über Gewässer ins Meer transportiert werden. Mikroplastik in Kosmetikprodukten wird im Englischen „scrubbers“ genannt. Wegen ihrer geringen Größe werden die Teilchen häufig von Filtrierern aufgenommen, also Tieren, die Nahrung aus dem Wasser filtern.
Zerkleinerte Kunststoffteilchen für die Produktion recycelten Plastiks heißen „Nurdles“. Bis zu zehn Prozent des Plastiks in den Weltmeeren sollen aus Nurdles bestehen. Damit gehören sie zusammen mit Plastiksäcken und Lebensmittelbehältern zu den häufigsten Formen von Plastikmüll. Sie können zur Verbreitung bioakkumulierender, also sich in Organismen anreichernder, Schadstoffe beitragen. Genannt werden Bisphenol A, Polystyrol, DDT und PCB.
Plastikstücke über 20 mm gelten als Makroplastik; ein Beispiel sind Einkaufstaschen. Besonders problematisch sind Geisternetze, also verlorene oder aufgegebene Fischernetze. Sie fangen weiterhin Lebewesen ein, während sich zusätzlicher Plastikmüll darin verheddert. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer im Wasser werden sie schwieriger zu bergen. Gefunden wurden Netze mit einem Gewicht von bis zu sechs Tonnen.
Mengen, besonders beteiligte Staaten und Gegenmaßnahmen
Die genaue Menge des in die Umwelt gelangten Plastiks ist schwer zu bestimmen, weil Quellen und Stoffströme nur unvollständig erfasst werden können. Für 2015 nennt eine Studie zwischen 60 und 99 Millionen Tonnen schlecht bewirtschafteten Plastikmüll. Borrelle et al. (2020) schätzten, dass 2016 zwischen 19 und 23 Millionen Tonnen in Gewässer gelangten. Pew Charitable Trusts und SYSTEMIQ (2020) bezifferten den Eintrag in die Ozeane für dasselbe Jahr auf 9 bis 14 Millionen Tonnen.
Ohne weitreichende Eingriffe könnten Modellrechnungen zufolge 2040 jährlich zwischen 23 und 37 Millionen Tonnen ins Meer gelangen. Für 2060 werden 155 bis 265 Millionen Tonnen pro Jahr genannt. In einem „Weiter-wie-bisher“-Szenario wären eine steigende Kunststoffnachfrage und unzureichende Verbesserungen der Abfallwirtschaft die wichtigsten Ursachen.
Die Vereinigten Staaten erzeugten 2016 mit 42 Millionen metrischen Tonnen mehr Plastikmüll als alle Staaten der Europäischen Union zusammen und waren damit laut Artikel weltweit der größte Erzeuger. Betrachtet man dagegen schlecht entsorgtes Plastik, das in die Meere gelangt, führen China und südostasiatische Staaten die Rangfolge an. Nach Angaben der Organisation Ocean Conservancy gelangt aus China, Indonesien, den Philippinen und Vietnam zusammen mehr Plastik ins Meer als aus allen anderen Staaten zusammen.
Der internationale Handel mit Plastikmüll gilt als wichtiger Grund für die Meeresverschmutzung, weil Importländer häufig nicht über ausreichende Kapazitäten zur fachgerechten Entsorgung verfügen. Die Vereinten Nationen legten deshalb Mindeststandards für diesen Handel fest. 2019 wurde das Basler Übereinkommen über den Import und Export von Plastikmüll erweitert, um Ausfuhren aus Industriestaaten in Entwicklungsländer zu verhindern oder stark einzuschränken. Fast alle Staaten sind dem Übereinkommen beigetreten. Am 2. März 2022 erklärten sich 175 Staaten in Nairobi bereit, bis Ende 2024 ein Abkommen zur Beendigung der Plastikverschmutzung auf den Weg zu bringen.
Weitere Maßnahmen sind die Verringerung des Plastikverbrauchs, das Säubern belasteter Gebiete und eine attraktivere Gestaltung des Kunststoffrecyclings. Der Artikel enthält unter „Schadensbekämpfung“ keine zusätzlichen Ausführungen.