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Total Music Meeting
Das Total Music Meeting war ein jährliches, mehrtägiges internationales Künstlerfestival für improvisierte Musik in Berlin. Es wurde 1968 als Gegen-Festival …
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Überblick und Zielsetzung
Das Total Music Meeting war ein jährliches, mehrtägiges internationales Künstlerfestival für improvisierte Musik in Berlin. Es wurde 1968 als Gegen-Festival zu den von Joachim-Ernst Berendt geleiteten Berliner Jazztagen gegründet, fand vierzig Jahre lang Anfang November zeitgleich mit dem Jazzfest Berlin statt und bestand bis 2008.
Das Festival sollte zunächst die Entwicklungen des zeitgenössischen freien Jazz in Europa zeigen. Freier Jazz ist hier eine Form des Jazz, in der musikalische Improvisation und das Aufbrechen fester Konventionen besonders wichtig sind. Der Name Total Music Meeting verweist auf den Anspruch, musikalische Abgrenzungen möglichst aufzulösen und Improvisation auf hohem Niveau erlebbar zu machen. Zu den frühen beteiligten führenden Improvisatoren aus Europa und Amerika gehörten beispielsweise Evan Parker, Fred Van Hove und später George Lewis.
Programm, Entwicklung und Ende
Gegründet wurde das Festival 1968 von Jost Gebers, Peter Brötzmann und Peter Kowald. Neben abendlichen Konzerten internationaler Künstler umfasste das Programm später thematische Workshops und Dokumentarfilm-Matineen.
Im Jahr 2000 wechselte die Organisation von Jost Gebers zu Helma Schleif. Danach stand besonders die interaktive Verständigung von Klang und Raum im Mittelpunkt. Das Festival bezog nun auch Improvisationen zeitgenössischer Kompositionen der „Neuen Musik“ sowie Auftritte mit elektronischen Spielauffassungen ein. Teilweise waren solche Arbeiten im Auftrag der Akademie der Künste Berlin entstanden.
Teilweise verbanden die Performances verschiedene Künste. Dies begann etwa mit der Feminist Improvising Group 1979. Die Gruppe TTT wollte Tonalität und Malerei als zwei Seiten desselben emotionalen Impulses wahrnehmen; bei ihr traten unter anderem A. R. Penck, Markus Lüpertz, Louis Moholo, Jeanne Lee und Peter Kowald gemeinsam auf. Gelegentlich war auch traditionelle Weltmusik vertreten, sofern sich ihre Musiker zur Improvisation öffneten. Genannt werden südafrikanische und iranische Musiker sowie die aus Tuva stammende Oberton-Sängerin Sainkho Namtchylak.
Nach den Gründungsjahren erhielt das Festival in den folgenden Jahrzehnten Subventionen des Berliner Senats. Seit 2000 war es zunehmend auf private Spenden angewiesen, nachdem Gebers öffentlich seinen Rücktritt erklärt und auf die jährliche öffentliche Förderung von 224.000 DM verzichtet hatte. Zusätzliche Einnahmen kamen durch den Verkauf von Originalgrafiken, etwa von Han Bennink, Fritze Margull, Helge Leiberg und Urs Jaeggi. Weil der Senat für 2009 nur noch 3.760 Euro Förderung in Aussicht stellte, wurde das Festival für 2009 abgesagt.