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Theorie des Zweitbesten
So kann auch ein Eingreifen des Staates bei zwei gleichzeitig auftretenden und sich verstärkenden Formen von Marktversagen sinnvoll sein. Wenn sich dagegen zwei …
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Theorie des Zweitbesten
Die Theorie des Zweitbesten, auch Theorie des Second-Best oder Bestmöglichen, gehört zur Wohlfahrtsökonomik. Sie untersucht, wie sich eine effiziente Ressourcenallokation – also die möglichst vorteilhafte Verteilung knapper Mittel – verbessern lässt, wenn Marktversagen vorliegt. Marktversagen bedeutet hier, dass Märkte nicht zu einer effizienten Lösung führen.
Nach Lipsey und Lancaster (1956) gilt: Wenn eine Bedingung für Pareto-Optimalität nicht erfüllt werden kann, ist eine zweitbeste Lösung nur erreichbar, wenn auch von allen übrigen Bedingungen abgewichen wird. Pareto-Optimalität liegt vor, wenn niemand besser gestellt werden kann, ohne jemand anderen schlechter zu stellen. Damit wird die Forderung infrage gestellt, in jedem Wirtschaftszweig stets Wettbewerb herstellen zu wollen.
Das Second-Best-Kriterium besagt, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, möglichst viele Effizienzbedingungen zu erfüllen, wenn bereits unveränderliche Verzerrungen bestehen. Der Wohlfahrtsverlust für die Gesellschaft kann stattdessen kleiner werden, wenn der Staat andere Effizienzbedingungen gezielt ebenfalls verzerrt.
Welche staatliche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von den Formen und Ausprägungen des Marktversagens sowie weiteren Eigenschaften des Marktes ab. Treten zwei Formen des Marktversagens gleichzeitig auf und verstärken sich, kann staatliches Eingreifen sinnvoll sein. Gleichen sich zwei Arten von Marktversagen dagegen aus, kann ein Eingreifen zur Herstellung marktförmiger Bedingungen die Effizienz verschlechtern. Da Pareto-Effizienz häufig nicht einmal annähernd erreichbar ist, sollte Wettbewerbspolitik neben Pareto-Effizienz auch Gerechtigkeit und Demokratie berücksichtigen.
Theorie des Drittbesten
Yew-Kwang Ng argumentiert 2017, dass die praktische Welt eine drittbeste Welt ist. Administrative und informationelle Beschränkungen verhindern demnach, dass sich die Lösungen der Theorie des Zweitbesten in der Praxis zuverlässig herausfinden und umsetzen lassen.
Als optimale Strategie empfiehlt Ng, möglichst viele Regeln der erstbesten Welt zu erfüllen. Dies maximiere den Erwartungsnutzen, also den erwarteten Nutzen einer Entscheidung unter unsicheren Bedingungen. Ng (2020) untersucht praktische Folgen dieser Theorie für effektiven Altruismus. Dieser versucht, das Leben möglichst vieler empfindungsfähiger Wesen möglichst umfassend zu verbessern.