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Theo Steegmann
Theo Steegmann (* 1. Dezember 1955 in Sevelen; † 25. Juli 2023 in Duisburg) war ein deutscher Stahlwerker, Gewerkschafter, Geschäftsführer, Abteilungsleiter …
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Bedeutung und zentrale Rolle
Theo Steegmann (* 1. Dezember 1955 in Sevelen; † 25. Juli 2023 in Duisburg) war ein deutscher Stahlwerker, Gewerkschafter und Betriebsrat. Bekannt wurde er vor allem als einer der Organisatoren des Arbeitskampfes um die Krupp-Hütte in Duisburg-Rheinhausen 1987/88. Später arbeitete er als Geschäftsführer, Weiterbildungsleiter und Referent eines Europäischen Betriebsrates.
Auch kommunalpolitisch engagierte er sich: Als Sprecher der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ wirkte er an dem erfolgreichen Bürgerentscheid zur Abwahl des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland mit. Dieser folgte auf das Unglück bei der Loveparade 2010, bei dem 21 Menschen starben und mindestens 652 verletzt wurden.
Kampf um das Stahlwerk Rheinhausen
Steegmann arbeitete bei den Hütten- und Bergwerken Rheinhausen der Friedrich Krupp AG und war dort Zweiter Betriebsratsvorsitzender. Am 26. November 1987 kündigte Krupp-Vorstand Gerhard Cromme an, den Betrieb zu schließen und die gesamte Produktion in Duisburg-Hüttenheim zu konzentrieren. Steegmann organisierte daraufhin gemeinsam mit dem Stahlwerks-Betriebsleiter Helmut Laakmann, der Belegschaft und einem Bürgerkomitee des Stadtteils den Widerstand.
Zu den wichtigsten Aktionen gehörten die Besetzung der Rheinbrücke zwischen Rheinhausen und Hochfeld, die später den Namen „Brücke der Solidarität“ erhielt, sowie Proteste vor und in der Kruppschen Villa Hügel in Essen. Im Walzwerk fanden außerdem ein ökumenischer Gottesdienst und das Solidaritätskonzert „Aufruhr“ mit 40.000 Zuhörern statt. Der Arbeitskampf wurde dadurch bundesweit bekannt.
Das Stahlwerk wurde trotz der Proteste 1993 geschlossen. Ein Sozialplan und Vorruhestandsregelungen verhinderten jedoch, dass Beschäftigte arbeitslos wurden. In der von der nordrhein-westfälischen Landesregierung unter Johannes Rau moderierten „Düsseldorfer Vereinbarung“ vom 3. Mai 1988 verpflichteten sich Krupp und Mannesmann zudem, am Standort 1.500 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Beruflicher Weg nach der Schließung
Nach der Schließung studierte Steegmann Wirtschaftspädagogik an der Universität Duisburg-Essen. Von 1994 bis 2001 leitete er als Geschäftsführer die „Qualifizierungsgesellschaft Rheinhausen“, die Langzeitarbeitslose vermittelte. Anschließend übernahm er bei der ThyssenKrupp-Tochter ThyssenKrupp Nirosta die Leitung der Abteilung Weiterbildung.
Als Nirosta 2012 an den finnischen Konzern Outokumpu verkauft werden sollte, beteiligte sich Steegmann an einer Kundgebung für den Erhalt des Stahlwerks Krefeld. Dieses Werk galt wegen seiner Bandgießtechnologie für die Edelstahlherstellung als wesentlich. Outokumpu übernahm Nirosta und führte das Unternehmen als Outokumpu Nirosta weiter. Von September 2013 bis 2017 arbeitete Steegmann als Referent des Europäischen Betriebsrats von Outokumpu.
Politisches und gesellschaftliches Engagement
Steegmann wurde 1983 durch die Bundesschiedskommission aus der SPD ausgeschlossen. Er hatte dazu aufgerufen, mit der Zweitstimme die Grünen zu wählen, um eine weitere Regierung unter Helmut Kohl zu verhindern. Später trat er erneut in die SPD ein, kritisierte jedoch die Sozialpolitik der Schröder-Fischer-Regierungen scharf.
Seit 2018 engagierte er sich im linken Ruhrgebietsnetzwerk „What’s left?“ und arbeitete in der Bundes-Arbeitsgemeinschaft „Kommunen“ von Attac mit. Zusammen mit anderen baute er außerdem ein Archiv zur Krupp-Hütte Rheinhausen auf, das bei der Bezirksbibliothek Rheinhausen angesiedelt ist.
Steegmann starb am 25. Juli 2023 in Duisburg an den Folgen eines wenige Tage zuvor erlittenen Herzinfarkts.
Schriften und Dokumentationen
Steegmann veröffentlichte eigene Beiträge über die Rheinhausener Hütte und ihre Beschäftigten, darunter „Es war unsere Hütte …“ und „Stimmen aus Rheinhausen“. Gemeinsam mit Klaus Kost und Michael Schuler schrieb er außerdem über Bildung in Transfer-, Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften.
Seine Rolle im Arbeitskampf wurde auch in späteren Darstellungen aufgegriffen. Dazu gehören der WDR-Film „Die ‚Helden‘ von Rheinhausen. Vom Klassenkämpfer zum Unternehmer“ von Wolfram Seeger, ausgestrahlt am 1. Mai 2003, sowie ein Beitrag von Deutschlandfunk Kultur vom 13. März 2008 über Duisburg-Rheinhausen 20 Jahre nach der Schließung des Stahlwerks.