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The History of the Decline and Fall of the Roman Empire
Verfall und Untergang des römischen Imperiums. Bis zum Ende des Reiches im Westen, aus dem Englischen übersetzt von Michael Walter und Walter Kumpmann, mit …
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Werk und zeitlicher Rahmen
The History of the Decline and Fall of the Roman Empire (deutsch: Verfall und Untergang des Römischen Imperiums) ist ein Geschichtswerk des britischen Historikers Edward Gibbon. Es erschien zwischen 1776 und 1789 ursprünglich in sechs Bänden und gilt als grundlegendes Werk der modernen Geschichtsschreibung.
Das Werk schildert den Untergang des Römischen Reiches im Westen sowie die anschließende byzantinische Geschichte. Es setzt bei der Zeit Mark Aurels ein, behandelt die Reichskrise des 3. Jahrhunderts und die Spätantike – die Übergangszeit von der antiken zur mittelalterlichen Welt. Danach folgt die Darstellung der byzantinischen Zeit. Den Endpunkt bildet der Fall Konstantinopels im Jahr 1453.
Bedeutung und Grenzen der Deutung
Viele Bewertungen Gibbons entsprechen nicht mehr den Erkenntnissen der modernen Forschung; das Werk gilt daher inhaltlich in weiten Teilen als überholt. Zugleich ist es wegen seiner Thematik, der hohen literarischen Qualität, der für seine Zeit intensiven Quellenbearbeitung und der kraftvollen, oft persönlichen Darstellung weiterhin ein Klassiker.
Gibbon zog Quellen stärker heran als frühere Historiker, wie seine zahlreichen Anmerkungen zeigen. Allerdings fragte er häufig nicht nach ihrer Tendenz, also nach möglichen Interessen und einseitigen Bewertungen der Verfasser, sondern übernahm Aussagen und Wertungen oft unkritisch. Ein dauerhaftes Verdienst ist, dass er als erster Gelehrter die Spätantike wissenschaftlich erschloss. Moderne Forschende beziehen sich weiterhin auf seine materialreiche Darstellung, deuten das spätantike Reich aber anders und betrachten es nicht mehr als Militärdespotie. Gibbon wird daher, bezogen auf das Römische Reich, gelegentlich als erster moderner Historiker bezeichnet.
Christentum und Ursachen des Untergangs
Schon zu Gibbons Lebzeiten war das Werk besonders wegen seiner Aussagen zum Christentum umstritten. Er gab dem Christentum eine Mitschuld am Untergang des Reiches, weil es Kräfte und Mittel gebunden habe, die dem Reich anschließend fehlten. Vor allem warf er der sich formierenden spätantiken Reichskirche wachsende Intoleranz vor. Diese Einschätzungen waren neu und schockierten mehrere zeitgenössische Leser. Gibbon bewertete jedoch nicht alle christlichen Persönlichkeiten negativ.
Die Politik des letzten paganen Kaisers Julian hielt er für falsch: Jeder Versuch, die bereits weit fortgeschrittene Christianisierung rückgängig zu machen, konnte seiner Ansicht nach nur Schaden anrichten. Wegen Anfeindungen verteidigte Gibbon seine Aussagen. Auch seine Erklärung für den Untergang des weströmischen Reiches wird heute kritisch gesehen. Die Forschung fordert eine differenziertere Betrachtung der Ursachen, zumal Ostrom beziehungsweise Byzanz, das Gibbon eher gering schätzte, fast 1000 Jahre weiterbestand. Nach der Fertigstellung des Werkes änderte Gibbon unter dem Eindruck der Französischen Revolution selbst seine Ansicht: In mehreren Briefen schrieb er, nicht Christentum oder germanische Angreifer, sondern Bürgerkriege seien für den Untergang Westroms verantwortlich gewesen. Damit widersprach er seiner eigenen früheren These.
Wichtige Ausgaben
Die Originalausgabe erschien in London: Band 1 1776/1789, die Bände 2–3 1781 und die Bände 4–6 1788. Eine Ausgabe in zwölf Bänden folgte 1827.
Die von John B. Bury herausgegebene Londoner Ausgabe in sieben Bänden von 1896–1900 enthält zahlreiche Anmerkungen, die jedoch nicht mehr dem Forschungsstand entsprechen. Als maßgebliche englische Ausgabe wird die dreibändige Ausgabe von David Womersley (Penguin Verlag, New York 1994) bezeichnet; sie enthält Einleitung, Kommentar und in Band 3 Gibbons Vindication.
Eine neue deutsche Übersetzung von Michael Walter und Walter Kumpmann erschien 2003 bei dtv in München in sechs Bänden. Sie umfasst nur die Kapitel bis zum Jahr 476. Die zweibändige WBG-Ausgabe von 2016, übersetzt von Michael Walter und mit einer Einführung von Klaus Bringmann, beruht auf Burys Ausgabe und reicht ebenfalls nur bis zum Untergang des Westreichs.