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Tag der Toten

Die Vorbereitungszeit für die Feierlichkeiten beginnt Mitte Oktober; gefeiert wird vom Vorabend von Allerheiligen (31. Oktober) bis zum Gedächtnis Allerseelen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Zeitraum
  2. 2. Tod als Übergang und kulturelle Verbindung
  3. 3. Feiern, Altäre und Ablauf
  4. 4. Darstellungen in der Popkultur

Bedeutung und Zeitraum

Der Tag der Toten (spanisch Día de Muertos, auch Día de los Muertos oder Día de los Difuntos) ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage. Er dient dem Gedenken an Verstorbene, ist jedoch keine Trauerveranstaltung, sondern ein Volksfest zu ihren Ehren. Die Vorbereitungen beginnen Mitte Oktober. Gefeiert wird vom Vorabend von Allerheiligen, dem 31. Oktober, bis Allerseelen am 2. November; die konkrete Gestaltung unterscheidet sich je nach Region.

Nach dem Volksglauben kehren die Seelen der Verstorbenen in diesen Tagen zu ihren Familien zurück. Die Lebenden empfangen sie, erinnern sich an gemeinsame Zeiten und feiern ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und Essen.

Tod als Übergang und kulturelle Verbindung

Der Tod ist im mexikanischen Alltag auch sprachlich sichtbar, etwa in Namen wie La Calzada del Hueso („Die gepflasterte Knochenstraße“) und La Barranca del Muerto („Die Schlucht der Toten“). Rund um die Días de Muertos erscheinen in Straßen und Geschäften Calaveras: Skelette aus Pappmaché, Gips oder Zucker, die in Alltagssituationen dargestellt werden.

Nach altmexikanischem Glauben besuchen die Toten am Ende der Erntezeit einmal jährlich die Lebenden. Schon die Azteken verstanden den Tod nicht als Ende, sondern als Beginn neuen Lebens und als Übergangsphase in eine andere Daseinsform. Auf einem Tzompantli wurden Schädel als Gefäße für Geister aufgereiht. Spanische Missionare konnten das Fest nicht abschaffen und verbanden die Feiern mit Allerheiligen und Allerseelen. Die Ähnlichkeiten zwischen christlichen und indigenen Vorstellungen vom Tod ermöglichten diesen Synkretismus, also die Vermischung verschiedener religiöser Traditionen.

Das Brauchtum wurde 2003 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Seine traditionelle Form gilt als bedroht, weil kommerziell geprägte Halloween-Bräuche aus Nordamerika sie zunehmend überformen.

Feiern, Altäre und Ablauf

Straßen, Wohnungen und Friedhöfe werden mit Blumen, Kerzen und bunten Symbolen von Tod und Vergänglichkeit geschmückt. Häufig zu sehen sind Skelette, Schädel und die Calavera Catrina. Konditoreien stellen Calaveras de Azúcar her: Totenschädel aus Zucker, Schokolade, Amarant, Marzipan und anderen Zutaten, auf deren Stirn die Namen der Toten stehen. Ein typisches Gebäck ist Pan de Muerto, ein oft Anissamen enthaltendes süßes Brot mit Teigknochen und -schädeln. Kreisförmig angeordnete Knochen können den Kreislauf des Lebens darstellen, kleine Teigtropfen die Trauer.

Im Mittelpunkt stehen Ofrendas, Totenaltäre oder Gabentische in Wohnungen und teils auf öffentlichen Plätzen. Sie enthalten Speisen, Getränke, Blumen und persönliche Erinnerungsstücke. Die Gaben sollen den Toten nach ihrer Reise aus dem Totenreich Stärkung geben; Fotos, Kerzen und Weihrauch erinnern an die gemeinsame Zeit.

Besonders wichtig ist die leuchtend orangefarbene Cempasúchil beziehungsweise Flor de Muertos, die Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta). Zusammen mit Ringelblumen und gelben Chrysanthemen wird sie als Empfangsteppich und Weg vom Haus zum Friedhof ausgelegt. Verstorbene sollen Orange und Gelb besonders gut erkennen können. In der Nacht zu Allerheiligen werden zuerst die verstorbenen Kinder, die Angelitos („kleinen Engel“), erwartet. In der Nacht zum 2. November empfängt man die Seelen der Erwachsenen. Danach wird auf den Friedhöfen Abschied genommen: Familien essen, trinken, musizieren und tanzen dort. Um Mitternacht kehren die Verstorbenen ins Jenseits zurück.

Darstellungen in der Popkultur

Der Tag der Toten ist Thema oder Schauplatz zahlreicher Spiele, Filme und Musikwerke. Dazu gehören das Computerspiel Grim Fandango (1998), die Filme Irgendwann in Mexico (2003), Manolo und das Buch des Lebens (2014), James Bond 007: Spectre (2015), Batman v Superman: Dawn of Justice (2016) und Coco – Lebendiger als das Leben! (2017) sowie das Spiel Shadow of the Tomb Raider (2018).

Die Eröffnungsszene von Spectre zeigte eine Parade zum Tag der Toten in Mexiko-Stadt, obwohl es einen solchen Umzug zuvor nicht gegeben hatte. Wegen des durch den Film ausgelösten Interesses organisierte die mexikanische Regierung eine Parade zur Förderung der Kultur. An der Parade vom 29. Oktober 2016 nahmen 250.000 Menschen teil.

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