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Substack
Substack ist eine US-amerikanische Website, auf der Autoren Newsletter und multimediale Inhalte innerhalb eines Abonnements anbieten können.
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Was Substack ist
Substack ist eine US-amerikanische Website und Plattform, auf der Autoren Newsletter und multimediale Inhalte anbieten können, oft über ein Abonnement. Zur Plattform gehören Publishing-Werkzeuge, Zahlungsabwicklung, Analysefunktionen und Design-Infrastruktur. Substack richtet sich an Autoren, die ihre Arbeit und ihr Publikum möglichst selbst kontrollieren wollen, ohne von Werbekunden oder politischen Entscheidungen abhängig zu sein.
Der Dienst wurde 2017 von Chris Best, Hamish McKenzie und Jairaj Sethi gegründet und wird von Substack, Inc. betrieben. Der Hauptsitz liegt in San Francisco. Die Registrierung ist optional, die Website ist seit 2017 online und multilingual. Zu den ersten Autoren gehörte Bill Bishop mit dem Newsletter „Sinocism“.
Die Inhalte auf Substack ähneln oft Blogs: Autoren veröffentlichen Texte, Newsletter, Podcasts oder Videos zu Themen wie Politik, Kultur, Sport, Technologie oder Nischenthemen. Autoren können Medienunternehmen, Journalisten, Experten oder Privatpersonen sein. Eine große Zahl unabhängiger Journalisten nutzt die Plattform; der Artikel nennt als Hintergrund auch den Rückgang traditioneller Medien.
Geschäftsmodell und Nutzung
Autoren können entscheiden, ob ihr Newsletter kostenlos oder kostenpflichtig ist. Bei kostenpflichtigen Newslettern können einzelne Beiträge trotzdem kostenlos zugänglich gemacht werden. Seit 2020 liegt die Mindestgebühr für ein kostenpflichtiges Abonnement bei 5 US-Dollar pro Monat oder 30 US-Dollar pro Jahr. Substack behält in der Regel 10 Prozent ein. Die Zahlungen laufen über Stripe, das zusätzlich 2,9 Prozent plus 0,30 US-Dollar pro Transaktion erhebt.
Eine Analyse von „Newsletter Circle“ aus dem Mai 2024 untersuchte 74.858 öffentlich zugängliche Substack-Newsletter. Demnach arbeiten 50 Prozent der aktiven Newsletter mit einem kostenpflichtigen Paid-Abonnement. Der durchschnittliche Preis lag laut dieser Analyse bei 10 US-Dollar pro Monat oder 96 US-Dollar pro Jahr. Gleichzeitig waren 45 Prozent der Substack-Newsletter inaktiv.
Substack gab Ende Dezember 2024 erstmals offiziell an, mehr als 4 Millionen bezahlte Abonnements und insgesamt mehrere 10 Millionen aktive Abonnenten im Netzwerk zu haben. Im März 2025 meldete Substack, die Marke von 5 Millionen bezahlten Abonnements überschritten zu haben. Laut Substack erzielten im Dezember 2024 mehr als 50.000 Publikationen Einnahmen über die Plattform. Die Top 10 Publisher verdienten zusammen mehr als 40 Millionen US-Dollar pro Jahr; in den Kategorien Politik und Nachrichten verdienten mehr als 30 Publikationen mindestens 1 Million US-Dollar pro Jahr.
Bei der Veröffentlichungsfrequenz war laut „Newsletter Circle“ die monatliche Veröffentlichung am häufigsten: 24 Prozent der Newsletter erschienen monatlich, 21 Prozent wöchentlich, 14 Prozent zweimal pro Woche, 13 Prozent mehrmals pro Woche, 8 Prozent zweimal pro Monat und nur 3 Prozent täglich.
Entwicklung der Plattform
Substack wurde seit 2017 schrittweise ausgebaut. 2019 kamen Podcasts und Diskussionsforen für Newsletter-Abonnenten hinzu. 2021 führte Substack das Programm Substack Pro ein und zahlte erstmals sechsstellige Vorschüsse an etablierte Autoren. Der Journalist Matthew Yglesias erhielt 250.000 US-Dollar, um seinen Newsletter „Slow Boring“ zu starten. Das löste Debatten über Nachhaltigkeit und Fairness gegenüber kleineren Autoren aus.
2022 wurden Videos eingeführt. Im April 2023 startete Substack die Funktion Notes, mit der Nutzer kurze Inhalte posten können. Diese Mikroblogging-Funktion wurde mit Twitter verglichen und als Reaktion auf Veränderungen bei Twitter unter Elon Musk gedeutet. Twitter begann daraufhin, Links zu Substack zu zensieren.
Ab Februar 2025 konnten Video-Ersteller ihre Videos direkt über die Substack-App veröffentlichen und monetarisieren. Das gehört zu Substacks Bemühungen, auch TikTok-Ersteller anzusprechen. Bereits im Oktober 2024 wechselten die Moderatorinnen von „Pantsuit Politics“ im Rahmen eines Pilotprogramms für Multimedia-Autoren von Patreon zu Substack. Ende Januar 2025 kündigte Substack den Creator Accelerator Fund mit insgesamt 20 Millionen US-Dollar an. Er soll Multimedia-Autoren den Wechsel erleichtern und finanziell absichern. Kritisiert wurde, dass der Fonds vor allem Multimedia-Autoren aus den USA unterstützt und Autoren aus Europa, Asien, Afrika, Südamerika und Australien sowie schreibende Autoren ausschließt.
Die Finanzierung wuchs stark: Zwischen 2017 und 2024 nahm Substack in mehreren Runden über 100 Millionen US-Dollar auf. Im Juli 2025 folgte eine Series-C-Finanzierung über 100 Millionen US-Dollar, geführt von BOND Capital und The Chernin Group. Seit der Gründung wurden insgesamt 200 Millionen US-Dollar an Fremdkapital aufgenommen. Stand Juli 2025 wurde Substack mit 1,1 Milliarden US-Dollar bewertet und erreichte damit den sogenannten Unicorn-Status, also eine Unternehmensbewertung von mindestens 1 Milliarde US-Dollar.
Technik, Sprachen und Reichweite
Autoren können Inhalte in Markdown erstellen, einer einfachen Auszeichnungssprache, die anschließend in HTML umgewandelt wird. Für die Benutzeroberfläche verwendet Substack React.js, ein JavaScript-Framework. Für den Massenversand von Newslettern nutzt Substack Dienste wie Amazon SES, den Simple Email Service. Die aus Newslettern erzeugten Websites sind suchmaschinenoptimiert, unter anderem durch klare URLs, Metadaten und strukturierte Daten. Zahlungen und bezahlte Abonnements werden über Stripe abgewickelt.
Im Dezember 2024 lag Substack laut Similarweb auf Platz 26 der meistbesuchten Nachrichtenseiten weltweit und kam in diesem Monat auf 95 Millionen Besuche. Das war ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nutzerzahlen entwickelten sich laut verschiedenen Quellen stark: Im Juli 2018 gab es 11.000 zahlende Abonnenten, im April 2019 40.000, im Dezember 2020 250.000, im Mai 2024 35 Millionen Abonnenten und 3,5 Millionen zahlende Abonnenten, im November 2024 40 Millionen Abonnenten und 4 Millionen zahlende Abonnenten.
Die Plattform ist stark englischsprachig geprägt. Laut „Newsletter Circle“ werden 87,2 Prozent der Substack-Newsletter auf Englisch geschrieben. Weitere Anteile sind Portugiesisch mit 2,4 Prozent, Spanisch mit 2,1 Prozent, Französisch mit 1,6 Prozent, Italienisch mit 1,5 Prozent und Deutsch mit 0,5 Prozent.
Substack zeigt Abonnentenzahlen nur bei Newslettern mit über 1.000 Abonnenten auf den Landing Pages an. Bei Newslettern über dieser Schwelle hatten laut „Newsletter Circle“ 51 Prozent zwischen 1.000 und 2.500 Abonnenten; nur 1 Prozent erreichte 100.000 Abonnenten oder mehr. Erfolgreiche Newsletter werden mit Badges markiert: violett für über 10.000 zahlende Abonnenten, orange für über 1.000 zahlende Abonnenten und weiß für über 100 zahlende Abonnenten.
Bekannte Autoren und Beispiele
Substack wird Stand 2025 besonders von englischsprachigen Autoren geprägt, meist aus den USA. Häufige Themen sind US-Politik, Technologie und Kultur. Laut Favikon gehörten 2025 unter anderem „Letters from an American“ von Heather Cox Richardson mit 2,6 Millionen Abonnenten, „American Ambition“ von Marc Cenedella mit 2,3 Millionen und „Lenny's Newsletter“ von Lenny Rachitsky mit 1,1 Millionen Abonnenten zu den reichweitenstarken Angeboten. Weitere bekannte internationale Autoren auf der Plattform sind Glenn Greenwald, Seymour Hersh, Matt Taibbi, Bari Weiss, Salman Rushdie und Chuck Palahniuk.
Für die DACH-Länder veröffentlicht Substack nur eingeschränkt Abonnentenzahlen einzelner Newsletter. Die Substack-Seite „Explore Substack in Germany / Austria / Switzerland“ zählt laut Artikel nicht Abonnenten, sondern Einnahmen. Zu den erfolgreichen deutschsprachigen Newsletter-Autoren gehören beispielsweise Maurice Höfgen mit „Geld für die Welt“ und über 19.000 Abonnenten, Anne-Kathrin Gerstlauer mit „TextHacks“ und über 13.000 Abonnenten sowie Justus Hansen mit „Der Stilberater“ und über 6.000 Abonnenten.
Substack wurde in verschiedenen Medien als wichtige Plattform für bezahlte Newsletter und neue Journalismus-Modelle beschrieben. Der New Yorker ordnete Substack 2021 als schwer zu kategorisieren ein: zwischen Social Media, Software-Unternehmen und Medienhaus. Zugleich wurde bemerkt, dass die Plattform weniger investigative Reportagen enthalte, sondern eher Analysen und persönliche Kommentare.
Kritik und offene Fragen
Substack steht wegen Inhaltsmoderation, Datenschutz und Missbrauch in der Kritik. Beim Datenschutz weisen einige Kritiker darauf hin, Substack sei nicht vollständig mit der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union konform. Unter anderem seien nicht alle eingebundenen Dienstleister für das Trans-Atlantic Data Privacy Framework zertifiziert. Substack erklärt dagegen, Maßnahmen zur Einhaltung der DSGVO getroffen zu haben, darunter Datenverarbeitungsvereinbarungen und Sicherheitsprotokolle.
Im Bereich Missbrauch meldete Substack am 30. Dezember 2024 seinen Autoren, man gehe Berichten über vermehrte „nicht authentische Anmeldungen“ nach. Autoren könnten deshalb einen starken Rückgang kostenloser Abonnenten sehen, weil Konten entfernt würden, die gegen die AGB verstoßen. Mit nicht authentischen Anmeldungen sind vermutlich Fake-Accounts gemeint, die Abonnentenzahlen künstlich erhöhen oder andere manipulative Zwecke verfolgen.
Besonders stark diskutiert wird Substacks Umgang mit problematischen Inhalten. Seit 2020 schränkten Plattformen wie Twitter, Facebook und YouTube Konten ein oder entfernten sie, wenn sie Fehlinformationen zur COVID-19-Pandemie oder Verschwörungstheorien zur US-Präsidentschaftswahl 2020 verbreiteten. Einige betroffene Autoren wechselten zu Substack. Kritiker warfen Substack vor, Fehlinformationen zu verbreiten, zu wenig gegen Desinformation zu unternehmen und nicht transparent genug zu erklären, welche Inhalte erlaubt oder verboten sind.
Substack antwortete, das Unternehmen fühle sich der Meinungsfreiheit verpflichtet und wolle Autoren eine Plattform bieten, solange sie nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Einige Autoren, darunter Glenn Greenwald, Matt Taibbi und Bari Weiss, verteidigten die Zulassung kontroverser Meinungen als Voraussetzung für vielfältige Debatten. Die Debatte zeigt damit ein Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und der Verantwortung, die Verbreitung von Fehlinformationen zu verhindern.